Good mum, bad mum

Ich hasse es, mit meinen Kindern streng sein zu müssen.

Ich hasse es vor allem, sie ständig zur Eile zu mahnen. Und ich hasse es, Nein sagen zu müssen, obwohl mein Kind mich mit den größten und liebsten Augen der Welt anfleht und dabei „Bitte, bitte“ sagt.

Ich bin nicht gerne eine strenge Mutter. Und weil ich das nicht gerne bin, bin ich eine inkonsequente Mutter. Noch schlimmer, ja, ich weiß schon.

Mir tun meine Kinder eben manchmal leid. Sie müssen jeden Tag in die Kita gehen, ob sie wollen oder nicht. Sie müssen früh aufstehen, obwohl sie noch so müde sind. Sie müssen sich beeilen. Etwas, was ein Kind niemals freiwillig tun würde, denn es versteht nicht, warum man pünktlich sein muss.

Es ist alles manchmal so hektisch bei uns, vor allem morgens.

Und deswegen bin ich nicht gerne streng. Und bin es manchmal doch, ganz übertrieben sogar. Und an anderen Tagen wieder nicht.

Ich kann sehr laut werden, schimpfe nicht gerade selten. Wenigstens versuche ich immer gerecht zu sein, das ist mir sehr wichtig.

Es ist so schwer, eine gute Mutter zu sein.

Ich wäre gerne eine Mutter, die lachend mit ihren Kindern durch Regenpfützen springt, obwohl sie keine Gummistiefel anhaben. Die ihre Kinder selber den Kakao machen lässt, auch wenn es eine riesige Sauerei wird.

Eine Mutter, die alles genau erklärt und nie schimpft, nie einen Wutanfall bekommt, auch wenn es ihr nicht gut geht.

Eine solche Mutter bin ich nicht.

Ich bin eine Mutter, die sich alle Mühe gibt. Ich gebe alles, was ich kann. Sehr oft reicht es nicht, das weiß ich. Aber ich werde immer besser. Auch das Mutter-sein muss man erstmal lernen. Und ich lerne jeden Tag dazu…

8 thoughts on “Good mum, bad mum

  1. … danke für diese Zeilen… du sprichst mir aus dem Herzen!! Gerade heute erlebe ich so einen “Schimpftag” und zu wissen dass es anderen genau so ergeht hat mir soeben viel Ausdauer mitgegeben. Danke für deine ehrlichen Worte.
    Lieber Gruss, Christine

  2. Liebe Zwillingsmama
    Diesen Post habe ich gerade gebraucht. Als ich eben meine Söhne (3 Jahre) weggebracht habe, hätte ich weinen können. Ich versuche alles so perfekt zu machen, gut zu organisieren, aber es gelingt mir nicht. Es ist so frustrierend und ich habe es genau wie du, ich werde wütend. Manchmal erkenne ich mich selber nicht mehr wieder und ich kann mich danach so gar nicht leiden. Früher war ich nicht so, aber diese zwei Zwerge bringen mich manchmal so auf die Palme. Heute Morgen zieht der Eine sich wieder aus, weil er das T’shirt nicht mag und strampelt vor Wut. Dann sind wir gerade fertig zum Gehen, da fällt meinem anderen Sohn ein, dass er seine Hose nicht mag und bekommt einen Schreianfall. Und was mache ich: Ich bin verzweifelt und werde auch wütend. Ich lerne mit jedem Tag dazu und ich weiss auch, dass wütend werden und schreien eigentlich gar nichts bringen, aber ich weiss momentan nicht wie ich mich ändern soll. Ich denke nicht, dass ich eine schlechte Mutter bin, ich liebe meine Kinder über alles und zeige es Ihnen auch sehr, wenn da nicht die fast täglichen 5 Minuten wären.
    Dein Post hat mich eben sehr motiviert und kam just zur richtigen Zeit.
    Danke!
    Liebe Grüsse aus dem sonnigen New York,
    Annette

  3. Es stimmt, auch das Muttersein muss man erstmal lernen, und man stellt es sich leichter vor als es ist. Meine Jungs sind jetzt vier und auch ich versuche jeden Tag besser zu werden, mehr oder weniger erfolgreich. 😉 Ich habe mir für mich einen Vorsatz zu Herzen genommen: Sich immer auf die Welt meines Kindes einzulassen und zu versuchen, die Dinge aus der Sicht des Kindes zu sehen. Nicht ungerecht zu sein und viel Verständnis für Kindersorgen zu haben, egal wie abwegig sie für mich als Erwachsenen sein mögen!

  4. Keine Sorge, deine Kinder finden dich genau so toll!
    So und nicht anders.
    Siehe z.B. den Eintrag vom 19. September 😉
    Herzliche Grüße,
    Meermond

  5. Es sind immer zwei Kinder (vielleicht auch noch mehr), denen man so viel geben möchte und die auch viel von einem verlangen. Aber es gibt Momente, da fehlt einfach die Energie oder Zeit, die Situation passt gerade nicht … um die “perfekte” Mutter zu sein. Naja, ein tolles Gefühl ist das sicher nicht, aber man darf auch nicht zu streng mit sich sein. So besonders und schön es ist, Mutter von Zwillingen zu sein, es ist auch ein Leben mit vielen Herausforderungen.

  6. … ich wage zu bezweifeln, dass es weltweit eine einzige Mutter gibt, die noch nie einen Wutanfall hatte. Und wenn ja, dann ist’s bestimmt keine Zwillingsmutter!

  7. Ich glaube, dass keine Mutter ihren eigenen Wunschvorstellungen entspricht. Und ich denke, dass es wichtig ist, das Kinder alle Facetten des Lebens vorgelebt bekommen. Und dazu gehört eben auch mal schlechte Laune, Ungeduld oder Traurigkeit. Denn schließlich wollen wir sie aufs Leben vorbereiten. 🙂 Und das ist mit Sicherheit nicht perfekt. 😉

    LG, Emna

  8. Ich glaube, dass keine Mutter ihren eigenen Wunschvorstellungen entspricht. Und ich denke, dass es wichtig ist, das Kinder alle Facetten des Lebens vorgelebt bekommen. Und dazu gehört eben auch mal schlechte Laune, Ungeduld oder Traurigkeit. Denn schließlich wollen wir sie aufs Leben vorbereiten. 🙂 Und das ist mit Sicherheit nicht perfekt. 😉

    LG, Emma

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