Von bösen Träumen, die keine sind

Ich habe zwei Nächte lang ohne Störung geschlafen. Von 23.00 bis 6.00Uhr. Und ich fühle mich wie ein neuer Mensch! Ich bin richtig beschwingt, voller Tatendrang und könnte Bäume ausreißen!
Es ist unvorstellbar, was Schlafmangel mit einem Menschen macht. Und leider kann ich davon zur Zeit (MAL WIEDER) ein Lied singen.

Ich glaube, es hat angefangen, als Emma so oft krank war. Also Anfang Oktober. Sie kam fast jede Nacht in mein Bett. Ein krankes Kind darf natürlich zu mir kommen, manchmal, wenn das Fieber sehr hoch ist, habe ich sie sogar gleich in mein Bett gelegt zum Einschlafen.
Aber dann kam sie nicht nur, wenn sie krank war. Sie hatte Gefallen daran gefunden, neben der Mama zu liegen. Mal wieder. Denn so eine Phase gab es schon öfter. Bei mir fühlt sie sich geborgen, es ist jemand zum Kuscheln und Streicheln da, es ist warm unter der Decke. Sehr verständlich und absolut nachvollziehbar.
Nur, dass Max sich in seinem Zimmer sehr allein fühlt, wenn er aufwacht und seine Schwester nicht da ist. Also kam er auch jede Nacht zu mir. Nein, nicht kam. Kommt. Denn es ist noch immer so, seit nun fast 3 Monaten.

Eine Nacht sieht bei mir manchmal so aus: Emma kommt gegen 1Uhr zu mir. Braucht circa 1 Std, bis sie wieder einschläft, außer, sie ist krank. Dann dauert das noch länger.
Ich liege wach neben ihr und warte und streichle, bis sie eingeschlafen ist. Nun versuche ich auch, wieder einzuschlafen. Dumm nur, dass ich mittlerweile schon ziemlich wach bin, an meine Sorgen oder auch mal an die Arbeit denke.
Es dauert also, bis ich wieder schlafen kann, so circa bis 3 Uhr.
Um 4 Uhr kommt Maxi zu mir. Schläft zum Glück immer sehr schnell ein. Ich liege eingequetscht zwischen zwei Kindern (jedes will neben der Mama liegen!) auf einer 1,80m Matratze. Ich überlasse deshalb den Kindern den Hauptanteil der Matratze plus Decke und lege mich quer ans Fußende, mit angezogenen Beinen geht das so einigermaßen. Max fängt an zu schnarchen. Ich stecke mir Oropax in die Ohren. Versuche nochmals, einzuschlafen. Diesmal dauert es nicht so lange, einfach aus Erschöpfung. Um circa 5 Uhr schlafe ich ein.
Der Wecker klingelt um 06.15Uhr.

Verglichen mit den Zeiten, als die Kinder noch Babys waren, ist das natürlich gar nichts. Lächerlich.
Aber für mich ist es nicht mehr machbar, weil ich keine Reserven mehr habe. Weil ich nicht nur das harte erste Jahr Schlafmangel der Babyzeit hinter mir habe, sondern auch Zeiten, in denen Emma bis 22Uhr gebraucht hat, um einzuschlafen.
Zeiten, in denen Emma nachts bis zu 4 std wach war und spielen wollte. Zeiten, in denen ich mit beiden Kindern auf einer großen Matratze geschlafen habe, jede Nacht, monatelang.
Zeiten, die genauso waren wie oben beschrieben und mich so verzweifeln ließen, dass ich die Kinder mit Schokolade bestochen habe, damit sie in ihren Betten bleiben.
Es ist genug.
Ich habe keine Kraft mehr für noch weniger Schlaf. Der Tank ist leer!

Wenn ein Kind einen richtigen Alptraum hatte, so wie Max vor ein paar Tagen, dann bin ich für ihn da. Das ist keine Frage. Er hatte weit geöffnete Augen vor Schreck und Angst, kam zu mir und starrte im Zimmer herum. Er hatte Angst vor dem Schatten einer Bluse, die am Schrank hing, vor dem Schatten der Orchidee und noch vieles mehr. Ich musste mit ihm im Zimmer herum gehen, und ihm alles zeigen, denn er wollte sicher gehen, dass es wirklich nur eine Bluse oder eine Orchidee war. Er brauchte trotzdem fast 2 std, bis er wieder schlafen konnte. Ich beklage mich nicht über eine solche Nacht. Ich bin seine Mama und wenn er mich braucht, helfe ich ihm.
Wenn ein Kind krank ist, wie gerade mal wieder Emma, die eine Hautkrankheit an einer sehr unangenehmen Stelle hat und sich nachts fast blutig kratzt, bin ich auch da. Ich beruhige, streichle, creme, kühle, wechsle den Schlafanzug. Was eine Mama halt so macht, wenn es dem Kind nicht gut geht.

Aber 90% der nächtlichen Besuche haben keinen wirklichen Grund, außer, ganz nah bei Mama zu sein. In Sicherheit, geborgen und eingekuschelt. So gerne ich das meinen Kindern geben würde, es geht nicht mehr.
Sie sind 4,5 Jahre alt, da sollten sie es – sagen wir mal – 5x in der Woche schaffen, alleine zu schlafen.

Nur, wie schaffe ich das?

Ich habe ihnen schon 1000x gesagt, dass sie nur zu mir kommen sollen, wenn sie einen bösen Traum hatten. Nun ist die nächtliche Ausrede eben genau das: sie behaupten, schlecht geträumt zu haben. Aber das haben sie nicht, das sehe und merke ich ihnen an.
Es ist einfach eine schlaue Ausrede. Mama hat gesagt, dass ich kommen darf, wenn ich einen bösen Traum hatte? Na, dann habe ich jetzt jede Nacht einen bösen Traum und erfinde eine Geschichte. Ganz einfach.

Wenn es mir tagsüber besonders schlecht geht, sage ich den Kindern täglich mehrmals, dass sie heute Nacht in ihren Betten schlafen sollen. Sie versprechen es mir. Und abends kommt dann wieder Emmas Frage, auf die ich keine richtige Antwort habe:
Und was ist, wenn ich einen bösen Traum habe, Mama?

Ein Teufelskreis.

Ich kann meinem kleinen Kind doch nicht verbieten, zu mir zu kommen, wenn es ihr nicht gut geht. Sie vertrauen mir und sollen wissen, dass sie nicht alleine sind!

Ich wäre um jeden Ratschlag wirklich dankbar…

6 thoughts on “Von bösen Träumen, die keine sind

  1. Hallo Zwillingsmama!

    Ich kenne das nur zu gut. Meine Zwillinge sind jetzt fast 7 und hatten auch immer irgendwelche Ausreden, um bei mir und meinem Mann schlafen zu können. Wir hatten gar keine andere Wahl, als konsequent zu sein. Wenn sie nicht krank sind, keine Alpträume haben, sollen sie in ihren Betten bleiben. Wie deine Kinder haben sie dann behauptet, schlecht geträumt zu haben. Wir haben dann eine CD gekauft, eine beruhigende, fast meditierende CD. Immer, wenn sie nicht einschlafen können, können sie diese CD abspielen. (In ihrem Zimmer!) Und wir haben ihnen auch erklärt, dass Mama und Papa auch Schlaf brauchen, und dass sie einfach nicht in unser Zimmer kommen dürfen (Ausser natürlich wenn sie krank sind). Da muss man halt ein Bisschen hart sein und Grenzen setzten. Sie haben es begriffen. Dafür können sie am Wochenende an den Morgen zu uns ins Bett kommen und kuscheln. Tagsüber können sie auch so viel kuscheln, wie sie wollen. Wir haben ihnen je ein grosser Stoffhund (fast 2 Meter lang!) gekauft, für ins Bett. Der gibt ihnen auch Sicherheit und Geborgenheit. Was uns auch geholfen hat, sind regelmässige Einschlaf Rituale. Mama und Papa kommen an ihr Bett, singen ein Gutenachtlied, Kuss und Umarmung. Manchmal auch Herzensgespräche, wenn sie Kummer haben. Und natürlich müssen Mama und Papa jedem Stofftier (jedes Kind hat 5 Bettbewohner) gute Nacht sagen. Solche Zubettgehrituale haben ihnen geholfen, es bedeutet Sicherheit und Regelmässigkeit, etwas, woran man sich festhalten kann. Und wenn trotzdem ein Kind in unser Bett kommt in der Nacht, tragen wir es wieder ins Zimmer, singen noch was und spielen die CD ab. (Ausser natürlich es ist krank, wie immer.) Jetzt kommen die Kinder wirklich nur noch, wenn sie krank sind. Und das seit sie 4 sind.

    Durchhalten, es wird besser! Es ist sehr anstrengend. Alles Gute, ich drück die Daumen!
    Liebe Grüsse Helena

  2. Liebe Zwillingsmama,

    Du bist nicht allein. Mein Pärchen ist ein halbes Jahr jünger als deine. töchterchen kommt jede Nacht zu mir ins Bett, schläft dann allerdings innerhalb von Sekunden wieder ein. Söhnchen kommt ab und zu dazu und bekommt dann eine Matratze vors Ehebett gelegt. Ehebett ist gut, mein Mann schlägt im Gästezimer 😉 also nur um zu sagen, bei uns ist das auch so.

    Ich finde die Vorschläge von Helena super. Nur manchmal fehlt die Kraft, um so was umzusetzen. Wie wäre es , wenn du deine Tochter direkt bei dir einschlafen lässt? Dann sparst du dir das Aufwachen um 1. h und Sohn bekommt eine Matratze vors Bett, damit du Platz hast?

    Alles lIebe!

  3. Hallo Zwillingsmama. Eine richtige Lösung gibt es wohl nicht…leider. Ich kann das alles gut verstehen. Meine Zwillinge sind 2, 5 Jahre und rufen abwechselnd nach mir oder schlafen abwechselnd in unserem Bett. Ich habe keine Uhr mehr im Schlafzimmer. Handy liegt auf dem Küchentisch und weckt mich 5:30 Uhr. Und dann gehe ich ganz oft kurz nach den Beiden ins Bett. Also um acht halb neun. Und am Wochenende schlafen wir mittags immer mit. Wenn deine mittags nicht mehr schlafen, vielleicht kann der Papa oder die Oma aufpassen. Und du haust dich mal zwei Stunden aufs Ohr. Halt durch- ich fühle mit dir. Liebe grüße Manja

  4. Kenne des Problem zu gut. Aber da muss man hart sein =) Ich habe meinen Kleinen dann jeweils Kindermatratzen und ein ordentliches Bett gekauft. Nun schlafen sie im Kinderzimmer. Ich brauche einfach auch meinen ruhigen Schlaf. Ansonsten ist man ja am nächsten Tage wieder total kaputt.

  5. Hallo Zwillingsmama,
    Macht eine Art “Belohnungssystem” evtl Sinn? ZB ein Board an jedem Bett anbringen und für jede Nacht, die derjenige im eigenen Bett verbringt, gibt’s einen Stern aufgeklebt – bei 5 Sternen gibt’s dann eine Belohnung usw…

    Bei uns hat eine Schlagberaterin geholfen – allerdings sind meine erst 15 Monate alt… Dr Daniela Dotzauer, findet mal schnell bei Google…wahrscheinlich aber für euch nicht mehr relevant…

    LG und alles Gute

  6. Meine Twins sind 3,5 und haben in ihrem
    Kinderzimmer je ein Bett stehen und eine Matratze haben wir zusätzlich. Wenn ich sie Abends ins Bett bringe, lege ich mich dort hin bis sie schlafen. Nachts rufen sie mich. Ich bleibe dann dort, bis sie wieder einschlafen. Mal dauert es Sekunden, mal länger. So kann ich dann wieder in mein Bett.
    Ich kann mit Kind(ern) im Bett absolut nicht schlafen.
    Versucht es doch mal. Lg

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