Sorgenschwer

Im Moment würde ich am liebsten jeden Tag bloggen um mir den Kummer von der Seele zu schreiben.

Aber nachdem ein Blog eine öffentlich Sache ist und kein privates Tagebuch, muss ich aufpassen, was ich schreibe. Um die Privatsphäre Anderer nicht zu verletzen. Und aber vor allem, um meine Kinder vor eventuellen späteren Hänseleien zu schützen.

Deshalb schrieb ich in den letzten zwei Wochen gar nichts.

Letztendlich siegt aber gerade der emotionale Druck in mir, ich muss es einfach los werden. Es mir ganz klassisch von der Seele schreiben. Und in einiger Zeit diesen Post einfach mit einem Passwort versehen.

Es begann nach den Weihnachtsferien.

Am ersten Kindergarten – Tag war es natürlich nicht leicht für meine Kinder, wieder hinzugehen, schließlich ist Urlaub etwas Schönes. Mit ein bisschen Murren gingen sie aber trotzdem, sie freuten sich schließlich, ihre Freunde wiederzusehen.

Ob es dann an Tag 2 oder 3 anfing, weiß ich leider nicht mehr so genau.

An einem dieser beiden Tage ist zwischen Emma und einem „Erzieher in Ausbildung“ etwas vorgefallen. Seitdem hat sie Angst vor ihm, will nicht in die Kita gehen und ist extrem emotional und unausgeglichen, noch mehr als sonst. Ich habe mein Kind noch nie so oft weinen gesehen als in den letzten zwei Wochen. Und ich habe mir noch nie so viele Sorgen gemacht.

Emma hat eine klare Geschichte zu diesem Vorfall. Die glaube ich ihr auch, da sie erst 4 Jahre alt und ihre Angst nicht spielen kann.

Der Erzieher in Ausbildung, nennen wir ihn mal Anton, hat sie – Zitat Emma – „geschüttelt und angeschrien, dass ich aufhören soll, zu weinen“. Und angeblich würde Anton sie sehr oft schimpfen.

Soweit die Geschichte.

Dazu muss man allerdings wissen, dass Emma gar keine Frustrationstoleranz hat und eine kleine Zurechtweisung schon als Schimpfen bezeichnet. Für sie ist so ziemlich alles „schimpfen“, was ein „Nein“ voraussetzt.
Fakt ist außerdem, dass ich sie einmal beim Abholen durch die Glasscheibe beobachtet habe, und sie mit Anton entspannt ein Buch lesen sah.

Die Kita Leitung, nennen wir sie mal Ute, behauptet, dass Emma Anton tagsüber nicht meidet, mit ihm spielt oder ihm ein Bild malt. Dass es keinen Vorfall gegeben haben kann, da Anton absolut lieb und ausgeglichen ist. Das würde alles nur Emmas Frustrationstoleranz entsprechen. Sie komme halt mit einem „Nein“ nicht klar, typisch Emma. Eventuell sollten wir doch mal zum Psychologen gehen mit ihr. Und ich würde als Mutter sicherlich auch sehr viel falsch machen, wenn ich ihre Ängste „zulasse“.Anton selbst kann sich an keinen Vorfall erinnern.  Er ist übrigens wirklich ein sehr lieber, junger Mann, den Emma vor Weihnachten total gern hatte. Und ich auch.

Es wurden mir in mittlerweile zwei Elterngesprächen kaum Lösungsvorschläge angeboten, außer, dass Anton in Zukunft mehr mit Emma macht, um das Vertrauen wieder aufzubauen. Ansonsten ist man in der Kita wohl eher genervt von dem Thema. Ich bin sicherlich dort als die Helikopter Mum schlechthin verschrien und werde hinter meinem Rücken belächelt.

Ich bin absolut hilflos und verloren. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr weiter. Ich denke nur noch an mein Kind.

EMMA HAT ANGST VOR ANTON. Zumindest morgens beim Abgeben. Das ist ein Fakt, den zwar die Kita ignorieren kann, aber ich ganz sicher nicht.

Letzte Woche hat Emma mich jeden Morgen gefragt, wer heute beim Abgeben da sei. Sie würde bitte erst hinfahren wollen, wenn Ute auch da sei. Oder jemand anderes. Hauptsache, sie ist nicht alleine mit ihm.

Sie weint jeden Morgen ganz bitterlich. Sie erfand bereits Ausreden, warum sie nicht gehen kann, denn sie sei krank oder schwach oder hätte schlecht geschlafen. Wenn ich sie in die Kita bringe und Anton ist nicht da, ist sie wie ausgewechselt. Fröhlich und überglücklich.

Wenn er da ist, weint und schluchzt sie und ist verzweifelt. Dabei versucht sie trotzdem noch, ganz tapfer zu sein. Ich merke, wie sie mit ihren Gefühlen kämpft.

Sie sagt Dinge wie:

„Ich wünsche mir, dass Anton wieder in die Frosch-Gruppe geht, dann muss ich nicht mehr so viel weinen.“

„Es wäre schön, wenn Anton nicht mehr kommt, dann muss ich keine Angst mehr haben.“

„Wenn Anton beim Essen nicht nehmen mir sitzt, geht es mir besser.“

Jetzt fragt ihr euch sicherlich, warum ich sie noch dorthin bringe.

Ich muss arbeiten, wir haben keine Alternativen.

Alle anderen Kinder sind sehr glücklich in der Gruppe, auch mein Sohn.

Und – das ist das Wichtigste – Emma ist beim Abholen ebenfalls ein glückliches Kind. Wenn ich sie frage, warum sie heute Morgen wieder so geweint hat, sagt sie nur „Weiß ich nicht.“ Wenn ich sie frage, ob sie einen schönen Tag hatte, sagt sie meistens „Ja“.

Mütter, mit denen ich befreundet bin und die ihre Kinder früher abholen, berichten mir von einer fröhlichen Emma.

Und Emma hat tatsächlich ein großes Problem damit, Regeln und Schimpfen auseinander zu halten. Das erlebe ich jeden Tag mehrmals mit ihr.

Was also soll ich denken. Ich bin absolut verunsichert. Ich denke an nichts anderes mehr. Reagiere ich übertrieben?

Was soll ich glauben?

Und vor allem: was soll ich jetzt tun?

Mir ist ständig nach heulen zumute. Ich will und muss meinem Kind helfen und möchte das Richtige tun. Zuerst dachte ich, ich warte ab und sehe, ob sich die Wogen glätten. Aber das tun sie nicht. Ich habe furchtbare Angst, Emmas Ängste nicht ernst genug zu nehmen. Nicht richtig zu reagieren. Ich möchte sie beschützen und für sie da sein.

Vielleicht könnt ihr ja meine Gedanken entwirren…

11 thoughts on “Sorgenschwer

  1. Hallo,
    ich bin zwar keine Mami, aber ich kann mich gut in die Situation hineinversetzen. Als ich ca. 5/6 Jahre alt war, gab es einen ähnlichen Vorfall mit mir und einer Erzieherin in der Kita. Mir ging es damals wie Emma heute. Auch wenn ich noch sehr klein war, kann ich mich heute noch sehr gut daran erinnern, wie ich mich damals gefühlt habe und wie ich damals empfunden habe. Ich erkenne mich in Emmas Verhalten wieder.
    Ganz wichtig war mir damals, dass meine Mama mir glaubt und mich ernst nimmt. Das hat sie auch und es gab in der Kita mehrere Gespräche zwischen meinen Eltern und der Leiterin bzw. Erzieherin. In dem wurde, ähnlich wie dir, vorgeworfen, man würde mich verhätscheln und ich müsse als Kind mich auch einen strengen Ton gewöhnen. Man kann auf meine (kindlichen) Befindlichkeiten keine solche große Rücksicht nehmen.
    Letztendlich konnte man sich darauf einigen, dass jeder einen kleinen Kompromiss eingeht. Ich weiß nicht mehr, wer die Gruppe gewechselt hat. Ich oder die Erzieherin… Die Erzieherin und ich standen jedenfalls nicht mehr in direktem Kontakt miteinander und begegneten uns nur durch Zufall im Garten oder im Gebäude.
    Mit anderen Erzieher/-innen gab es nie Probleme oder Vorfälle derart. Letztendlich war ich wieder sehr froh in den Kindergarten zu gehen und mit der Erzieherin nicht mehr in Kontakt zu kommen.

    Wie gesagt, ich war noch recht klein. Aber ich weiß das alles noch sehr gut und war sehr froh, dass meine Eltern mich – auch damals schon – ernst genommen haben.

    Alles Liebe für dich und deine Familie!
    A.

  2. Hallo:-) ich kann Dich nur zu gut verstehen, besonders die Angst, nicht für dein Kind da zu sein, wenn es in einer Notsituation ist. Ich habe auch Zwillinge, die zwar noch nicht in den Kindergarten gehen,aber bald zu Tageseltern gehen und ich jetzt schon Probleme habe, mich mit dem Gedanken anzufreunden sie abzugeben. Hat den Vorfall vllt. jmd beobachtet, evt. sogar Emmas Bruder? Ich finde auch, dass die Kindergartenleitung nicht angemessen mit der Situation umgeht, sie sollten bemüht sein, eine Lösung zu finden, mit der vor Allem Emma zurecht kommt. Sie ist das Kind,also die Person, die hilflos ist. Der Erzieher Anton ist erwachsen und nicht schutzbedürftag. Möglicherweise wäre es gut,wenn er sich eine Weile von Emma fernhalten, bis sie von sich aus wieder auf ihn zugeht. Das sie den Zeitpunkt bestimmt. Vllt. kann Emma nach einiger Zeit die Situation ohne Angst neu beurteile…

  3. Wir hatten solche Situation in ähnlicher Weise gleich zweimal.

    Das erste Mal betraf es mein Kindergartenkind. Die Erzieherin habe ihn, ich glaube, es war geschubst und schlimm geschimpft, so seine Worte.

    Daraufhin wollte er gar nicht mehr in den Kindergarten.

    Gott sei Dank war die verantwortliche Gruppenleiterin sehr offen für solch ein Gespräch. Ich bin dann mit dem Sohn zu ihr gegangen und habe ihr einfach erzählt, dass der Sohn nicht mehr kommen will, weil er mit Frau F. nicht zurechtkomme. Ich habe auch versucht, das Ganze so zu formulieren, dass ich Frau F. jetzt nicht als die Böse darstelle, denn, ähnlich wie bei Emma, war und ist es beim Sohn auch so, dass laut sprechen oder zurechtweisen schon als Schreien empfunden wird. Ich glaube, das ist auch so rübergekommen, dass ich weder die Erzieherin kränken will noch den Sohn nicht ernst genug nehme.

    Wir beschlossen, dass der Sohn bewusst Zeit mit Frau F. verbringt, und – dem Himmel sei Dank – das Ganze ging auf und wurde wieder vertrauensvoll. Ich habe den Sohn aber mit einbezogen in das Gespräch und ihm erklärt, dass man darüber reden muss, wenn man ein Problem oder Angst hat.

    Die zweite Situation spielte sich in der Schule ab. Derselbe Sohn ging in die OGS und entwickelte im Laufe von Wochen Bauchschmerzen, und dies so häufig und stark, dass ich ihn mehrmals zu Hause behielt.

    Ich machte mir große Sorgen, und eines Abends brach es aus ihm heraus, dass er nie mehr in die OGS wolle und nie mehr in die Schule, weil Frau A. und Frau B. “immer so laut herumschrieen”, weil “niemand mit ihm spielen würde” und “er immer alleine wäre”.

    Ich war fast erleichtert, dass ich nun etwas Fassbares hatte, und machte einen Termin mit der OGS Leitung. Diese versprach mit den Zuständigen zu reden und sich das Ganze auch persönlich anzusehen.

    Ich mache es kurz: Ich erhielt Feedback von der Klassenlehrerin und von der OGS-Gruppenleitung, dass der Sohn viele Kontakte habe, fast permanent fröhlich und kreativ spiele und es einmal tatsächlich vorgekommen sei, dass seine Freunde früher abgeholt wurden. Ich bin aus allen Wolken gefallen … Aber es stimmte wohl, denn wenn ich ihn abholte und ihn noch ein wenig beobachten konnte, bevor er mich entdeckte, spielte er fröhlich und mit diversen Kindern, voll integriert.

    Ich beriet mich erneut mit der OGS-Gruppenleitung und sie riet mir, den Sohn auch mit Bauchweh zur Schule zu schicken, ohne viel Aufhebens davon zu machen; allerdings sollte ich ihn auf die Möglichkeit hinweisen, zur Lehrerin zu gehen oder in das OGS-Büro. Das tat ich und ich erzählte ihm auch, dass Frau X. und Frau Y. mir berichtet haben, dass er viele Freunde habe und man ihn fast immer fröhlich spielen sehe …

    Daraufhin verschwanden die Bauchschmerzen im Laufe einiger Wochen.

    Es ist mir immer noch ein Rätsel, wie das alles passieren konnte, ich erkläre mir das auch damit, dass er viele Dinge vermutlich recht intensiv wahrnimmt und sich sehr zu Herzen nimmt, zb wenn er kritisiert wird.

    Diese Geschichten bergen natürlich jetzt keine Lösung für eure Situation, ich will eigentlich nur bestätigen, dass solche seltsamen Dinge passieren können, und dass vielleicht auch Emma da ein Erlebnis hatte, das sie sehr geängstigt hat und bei dem sie merkt, dass ihre Mama sich da sehr viele Sorgen macht, dass sie aber vielleicht auch, ähnlich wie mein Sohn, das ganze wie durch ein Vergrößerungsglas sieht.

    Wie auch immer du jetzt vorgehst: Ich drücke euch die Daumen, dass es sich wieder einrenkt! Liebste Grüße,

    Mara

  4. Liebe Katrin,
    das tut mir sehr leid, das du dich momentan so schlecht fühlst.
    Ich kann es sehr gut verstehen. Ähnliche Situationen hatte ich auch mit meinen Zwillingsmädchen. Eine richtige Lösung habe ich nicht parat, aber vielleicht tröstet es trotzdem ein wenig….
    Ähnlich wie bei deiner Emma hatten meine Zwillinge im Kindergartenalter extreme Probleme mit Regeln, Zurechtweisungen usw., gerade von Personen, die nicht Teil unserer Familie waren. Generell hatten sie auch immer große Probleme, sich morgens von mir zu trennen.
    Im Kindergarten wurden sie deshalb lange Zeit mit Samthandschuhen angefasst. Sie waren trotzdem nie wirklich 100%ig zufrieden, weinten immer mal wieder morgens beim abgeben und konnten nicht sagen, warum.
    In ihrem 2. Jahr kam es dann noch mal dazu, das meine Tochter L. beim Spiel mit einer Erzieherin zurechtgewiesen wurde, das sie beim Würfeln aufpassen müsse, damit nicht das ganze Spiel umkippt. Eigentlich eine harmlose Sache, aber für meine Tochter eine Art Weltuntergang. Schon nachmittags zu Hause weinte sie, sie gehe nie wieder in die Kita. Am nächsten Morgen gab es ein riesen Drama, sie klammerte sich an mich und war nicht zu beruhigen. Nachmittags beim abholen war sie dann auch ein glückliches Kind. Das Selbe wiederholte sich eine ganz lange Zeit. Ich war nervlich am Ende…hatte jeden morgen panische Angst vor dem Moment der Verabschiedung. Ich konnte nicht mehr schlafen, essen….Wir versuchten eine “Versöhnung” mit der betroffenen Erzieherin herbeizuführen. L. rannte schreiend weg, als diese sie in den Arm nehmen wollte….
    Die Kita-Leitung hat das ganze ein wenig belächelt. Immer wieder wurde gesagt, das das Kind Kritik ertragen müsse, das das alles nicht normal sei, wir einen Psychologen aufsuchen sollten usw. Ich wollte das nie. Vielleicht hätte es uns geholfen, aber ich war immer der Meinung, das meine Kinder eben Zeit brauchten. Zeit, sich richtig zu lösen und mit Konflikten umzugehen, sie hatten eben ihr eigenes Tempo, groß zu werden.
    Letztendlich gab es den Kompromiss, eine Heilpädagogin der Stadt einige Tage in der Gruppe hospitieren zu lassen. Diese sollte das Verhalten meiner Kinder beobachten und Ratschläge geben. Für mich kam nicht allzu viel bei raus. Außer das es mich ein wenig beruhigt hat, mit einer Art “Fachfrau” zu sprechen, die neutral war, nicht aus der Kita. Sie sagte, meine Kinder würden sich wunderbar in der Gruppe einfügen, wären glücklich und zufrieden und sehr beliebt. Für das Abschiedsszenario hatte sie keine Lösung….sie meinte, ich sollte das ganze nicht überbewerten, es würde sich von alleine legen. Das konnte ich natürlich nicht, habe mir weiterhin nur Sorgen gemacht.
    Aber es kam wirklich so….plötzlich war der Spuk vorbei. Morgens keine Tränen mehr!
    Warum das so kam, werde ich nie verstehen. Aber ich denke einfach, manchen Dingen muss man Zeit lassen. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, sich zu entwickeln, jedes Kind ist anders. Auch wenn das in einer Kita gern vom Tisch gewischt wird, es ist natürlich einfacher, alle Kinder über einen Kamm zu scheren.
    Meine Kinder werden immer sensibel bleiben. Sie brauchen viel Sicherheit, Zuspruch und Nähe. In schwierigen Phasen, wie z.b. kurz vor der Einschulung kam auch wieder eine Phase des Klammerns, morgen wurde wieder geweint….
    Es war schrecklich, aber es ging vorbei. Ich hatte große Angst vor der Einschulung und dem, was mich dann jeden morgen erwartet. Aber….sie sind vom ersten Tag gerne und ohne Tränen in die Schule gegangen. Es ist wirklich erstaunlich, wie Kinder sich entwickeln, wie sie immer größer, sicherer und selbstbewusster werden.
    Ich bin froh, das ich ihnen die Zeit gelassen habe, so zu werden. Auch wenn es ein harter langer Weg war.
    Katrin, so hart es ist, hör auf dein Herz und lass dich nicht verunsichern. Wenn du das Gefühl hat, eine professionelle Einschätzung könnte helfen, dann nimm sie in Anspruch. Ansonsten lass deine Emma auf ihre Art und Weise und in ihrem Tempo groß werden. Sie wird es schaffen, auch wenn jetzt dein Herz blutet und es nicht so aussieht.
    Sei für sie da, das ist für mich das allerwichtigste, die Basis. Und wenn sie soweit ist, wird sie loslaufen, sie wird kritikfähig sein, selbstgewusst usw.
    Und wenn es momentan so sein soll….versuche so weit möglich, sie nicht bei Anton abzugeben. Auch wenn es vielleicht nicht der richtige Weg ist, der Sache auszuweichen. Aber ich finde immer, wenn direkte Konfrontation nichts bringt, dann sollte man die Situation doch einfach soweit es geht vermeiden und es Emma so leicht wie möglich zu machen.

    Halte durch, ganz liebe Grüße von Daniela

  5. Vielen Dank für eure Antworten, die mir doch sehr geholfen haben. Vor allem eure, Mara und Daniela, sind ja fast identisch zu dem, was ich gerade erlebe.
    Du hast Recht, Daniela, dass ich Emma ihre Zeit geben muss, und das tue ich ja auch. Aber die Kita kooperiert zu wenig mit uns, und das ist mein Hauptproblem. Ich hab der Kita bisher immer zu 100% vertraut, was mir unglaublich wichtig ist, denn schließlich kümmern sie sich 6 std am Tag und die wichtigsten Menschen meines Lebens. Jetzt hat mein Vertrauen einen großen Knacks bekommen und diese Unsicherheit spürt Emma mit ihren feinen Antennen wiederrum sehr.
    Im Moment ist noch keine Besserung in Sicht.
    Ich werde weiter berichten…
    Danke euch und liebe Grüße!

  6. Liebe Katrin,

    ich denke, ein Schlüssel könnte in Emmas Hochsensibilität liegen. ZB haben hochsensible Kinder ja oft eine ganz intensive Fantasie, ein inneres Erleben auf Hochtouren. Da kann es sein, dass sie aus einem an sich banalen Vorfall mit Anton in ihrem Inneren eine dramatische Geschichte gemacht hat. Ich sage nicht, dass sie lügt! Sicherlich fühlt es sich für sie genau so an, wie sie es berichtet. Aber es muss trotzdem keine objektive Wahrheit sein.

    Hast du das Team Hochsensibilität mal mit dem Kindergarten aufgenommen? Vielleicht führt das auch zu mehr Verständnis für Emma, und für dich.

    Ich wünsche euch alles Gute!

  7. Liebe Katrin,
    meine Zwillinge, auch ein Junge und ein Mädchen, sind zwar erst knapp acht Monate alt, aber dennoch kann ich voll und ganz mit dir fühlen und erkenne mich bzw. uns in vielem wieder. Mein Sohn wird gerne als “zugänglich” beschrieben und ist der hau-drauf-Typ, meine Tochter ist wahnsinnig eigen und sensibel.
    Seit drei Wochen machen wir einen PäPKi-Kurs. Mein Sohn macht das toll mit, musste sogar schon als Übungsbaby mit der Kursleiterin vorturnen. Meine Tochter ist völlig überfordert – die fremde Umgebung und die vielen fremden Leute lassen sie fast die ganze Zeit über nur weinen. Sie mag das einfach nicht. Sie ist bekannt für ihr fremdeln, trotzdem muss ich mich manchmal wundern, dass sie dann doch plötzlich jemanden auf Anhieb mag und anlacht und gar nicht weint… als Aussenstehender wirkt das für einen irrational, schließlich sind doch alle lieb und nett mit ihr. Aber: ich war/bin genauso – manchmal mag man jemanden einfach nicht, ob völlig ohne ersichtlichen Grund oder wegen irgendeiner belanglos wirkenden Kleinigkeit.
    Wenn ich mir Sorgen mache, sagen die meisten, dass sie da durch müsse. Das sehe ich anders. Wenn es darum ginge, dass sie einfach nicht mitturnen will, okay. Aber ich kann sie nicht zwingen, mit der Situation an sich klarzukommen und die Leute zu mögen. Ich versuche zu unterstützen, dass sie mit anderen klarkommt, aber ich kann sie wie gesagt nicht zwingen. Unsere Hebamme riet mir, es noch ein oder zwei Mal mit ihr zu versuchen und bei ausbleibender Besserung nur noch mit meinem Sohn zum Kurs zu gehen. Das werde ich auch so machen, obwohl mich das auch wieder vor ein kleines Problem stellt – die Babysitterin kann nicht mit dem Jungen zum Kurs fahren, da sie keinen Führerschein hat, und meine Tochter kann nicht stundenlang mit ihr zu Hause bleiben ohne dass sie wahrscheinlich ausrastet…
    In deinem Fall ist es natürlich ein Problem, dass du auf den Kindergarten angewiesen bist und nicht einfach sagen kannst und willst, dass die Kleine zu Hause bleibt. Das wäre ja auch sicher der falsche Weg. Aber ich würde alles tun, um es der kleinen sensiblen Maus so leicht wie möglich zu machen. Ich würde alles versuchen, dass sie den “ungeliebten” Menschen aus dem Weg gehen kann. Und ich finde, dass der Kindergarten darauf eingehen sollte. So gut wie es eben möglich ist… Vielleicht spielt es dabei einfach keine Rolle, wie nett wir Erwachsenen die Menschen finden und ob wir überhaupt einen Grund für einen als nicht-so-nett empfundenen Umgang sehen.
    Was ich sagen will: Mütter haben einfach immer das richtige Bauchgefühl. Mach auf jeden Fall, was DU für deine Kleine für gut und richtig hältst. Wie oft hatte ich schon Bedenken wegen meiner Kinder, und nur weil ich keine Helikopter-Mami sein wollte und alle anderen mich bequatscht haben, habe ich so einiges gegen meinen Willen ausprobiert – und im Endeffekt hätte ich mir das alles gleich sparen können, weil meine Bedenken und mein Bauchgefühl richtig waren!
    Ich drücke euch alle Daumen, dass ihr einen Weg findet, der euch allen und vor allem der kleinen Emma gut tut!!!

  8. Liebe Katrin, auch wir hatten einen ähnlichen Vorfall. Leonie wollte von einem auf den anderen Tag nicht mehr in den Kindergarten. Sie gab Bauchschmerzen und Übelkeit vor und ähnliches. Zum Glück haben wir eine super Bezugserzieherin 🙂 Sie hat so lange nachgeforscht bis sie heraus finden konnte, dass Leonie beim Mittagessen sich mit einer Erzieherin in die Haare bekommen hat, weil sie etwas nicht probieren wollte… Wohl hatten beide einen schlechten Tag, denn sie haben sich wohl aneinander hochgepuscht und die Erzieherin, eine sehr nette Frau, muss doch ziemlich sauer gewesen sein mit ihr (ich kenne das…). Unser Erzieherin hat beide wieder zusammen geführt und sie haben sich für die Zukunft auf eine für beide Seiten durchführbare Lösung geeinigt. Seitdem ist es wieder gut – zum Glück!!!
    Ich wünsche Euch, dass auch ihr eine Lösung findet. Hör auf Dein Herz und vertraue deiner Tochter 🙂

  9. Hallo Katrin!
    Ich kann dein Gedanken- und Gefühlsleben verstehen.
    Ich glaube nicht, dass Emma sich alles ausdenkt. Vielleicht ist tatsächlich etwas in der Art vorgefallen, nur empfindet Emma es als sehr viel “krasser” also schlimmer, als der eigentliche Vorfall war? Aufgrund der Hochsensibilität wäre das die naheliegendste Erklärung.
    Ich finde es für euch sehr schade, dass es in der KiTa so überaus unsensibel abgetan wird.
    Meine beiden sind gerade erst zwei geworden und gehen seit einer Woche erst in den Kindergarten. Auch wenn ich die Erzieherinnen total freundlich finde – auch sie sind nur Menschen, deren Gefühle überkochen und deren Geduldsfaden reißen kann. Ich würde auf mein Bauchgefühl hören.
    Ich drücke euch die Daumen und wünsche Emma dass sie das schnell hinter dich lässt.
    Ein Kind denkt dich doch nicht eine Geschichte aus, zu der es dann über mehrere wochen immer wieder passende Kommentare bzgl des Gefühlslebens wiedergibt.

  10. Hallo liebe Zwillingsmama,

    seit ich weiß, dass ich auch eine Zwilloingsmama werde, lese ich klamheimlich deinen Blog. Ich mag deine Gedanken, deine Offenheit und den Kindermund liebe ich.
    Ich hoffe, dass ihr euer Problem schnell in den Griff bekommt, denn ich kann mir vorstellen, dass es nichts schlimmeres gibt, als ein weinendes Kind abzugeben.
    Ich wünsche euch ganz viel Glück und Zuversicht und das bald alles wieder seinen Gang geht.

    Liebe Grüße
    Sabrina

  11. Liebe Zwillingsmama Katrin,
    natürlich ist es heute schwerer für Mütter als damals “zu meiner Zeit”. Arbeiten,Kinder,Haushalt…das muß alles gestemmt werden…irgendwie..?
    Musste ich damals auch, aber nicht so extrem und Vollzeit.
    Ein kleiner Tipp von mir, nimm bitte die Ängste deiner Kleinen, trotz allem was andere sagen ernst..irgendetwas wird schon dran sein. Aber das bekommst du selbst heraus!
    Und lass dich bloß nicht von “geschulten Fachleuten”, die oft selbst keine Kinder haben verunsichern.
    Als Mutter geht man mit dem”vermeintlichen” Problem zu Therapeuten…obwohl da oft gar kein großes Problem ist !!
    Ohhh, das wird manchen jetzt nicht schmecken, aber Jahre später weiß ich , daß ich als Mama meistens das bessere Gespür hatte.
    Das schlechte Gewissen wurde und wird den Müttern manchmal eingeimpft :”Also Frau …. Sie sollten schon mal zu einem Therapeuten gehen” blablabla !

    Ich wünsche euch, daß sich das “Problem” bald löst. Die Beiden haben eine liebe Mama, die sich … zum Kuckuck noch mal… nicht verunsichern lässt, oder ?

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