Alt. Und urlaubsreif.

Eigentlich ist der Titel eine Untertreibung, denn ich bin mehr als nur urlaubsreif.
Ich bin richtig kaputt. Ausgepowert. Müde. Die Batterie ist alle.

Ja, ja, ich weiß schon. Es könnten mal wieder ein paar fröhliche Zeilen geschrieben werden auf diesem Blog, nach all dem Gejammer und Wehklagen in den letzten 3 Monaten.
Hab ich aber leider keine Lust dazu. Wer seichte Witzeleien über die Sprösslinge oder Kuchenrezepte oder witzige Anekdoten über die lieben Kinderchen sucht, soll entweder bei den anderen Mamablogs lesen oder in 2 Monaten wiederkommen. Letzteres ist nur eine optimistische Schätzung.

Mein letzter Urlaub war im August. Ab Oktober waren die Kinder ständig krank. In den Weihnachtsferien war ich durchgehend krank und habe trotzdem meine immer-noch- kranken Kinder versorgt.
Danach fing Emmas Problem in der Kita an. Nebenher war ich wieder krank, diesmal eine eitrige Mandelentzündung. Die übrigens nicht ausheilte, weswegen ich noch immer Antibiotika nehmen muss. Mein Job ist grad ganz schön anstrengend.
Es ist Winter und der Schnee geht mir auf den Zeiger.
Ich fühl mich wie im Hamsterrad. Manche Dinge erscheinen mir so unsagbar sinnlos, aber tun muss ich sie trotzdem. Es ist anstrengend.
Jede Nacht besucht mich mindestens 1 Kind. Ich bin einfach immer müde, müde, müde.
Zu allem Überfluss bin ich f***** 41 Jahre alt geworden. Man ist ja immer nur so alt wie man sich fühlt. Also alt.

Ich kann grad nicht optimistisch sein, oder positive Energie verströmen, oder dankbar sein für das, was ich habe. Das bin ich sonst immer, der Stammleser unter euch weiß das.
Ich neige ohnehin sehr zum Grübeln, bin zu nachdenklich, mache mir zu viele Sorgen, neige zum Weltschmerz.
Wenn die oben genannten Dinge dazu kommen, ist da einfach kein Raum mehr für Positives.

Und ich sag´s jetzt einfach ganz direkt, denn das ist mein Blog und ich darf das: mich nerven meine Kinder gerade sehr! Jawohl, jetzt hab ich´s endlich mal ausgesprochen!

Max und Emma, ich liebe euch sehr (das muss man ja immer sagen bevor man was Blödes über seine Kinder schreibt), aber warum müssen wir jede Woche denselben Kampf austragen?
Diese ständigen Kämpfe zwischen uns, wer hier das Sagen hat und warum ihr mir nicht folgt, warum ihr zu allem Nein sagt oder warum ich (angeblich) zu allem Nein sage, warum ich ja „so gemein bin“ (Zitat), warum der Fernseher nach 3 Folgen aus ist, warum ihr vor dem Abendessen kein Stück Kuchen bekommt, warum ihr morgens in die Kita müsst, warum ich euch nicht jeden Tag ein Eis kaufen kann, warum wir einmal am Tag Haare kämmen müssen, warum ihr um 19.30Uhr ins Bett gehen sollt, warum man mir nicht die Zunge rausstrecken darf, warum man sich beim Autofahren nicht selber heimlich abschnallen darf, warum man den Anderen aussprechen lassen muss, warum man bei -5° einen Schal anziehen soll, warum man 1 Minute vorm Bettgehen nicht noch Verstecken spielen kann und warum ihr nicht ständig streiten sollt.
Warum müssen wir das Alles jeden verdammten Tag aufs Neue diskutieren?
Und warum muss ich eigentlich noch immer bei euch bleiben, bis ihr eingeschlafen seid? Warum esst ihr immer noch kein Gemüse? Warum dürfen die Nudeln keine Soße haben sondern nur Butter?
Wer zur Hölle kann denn jeden zweiten Tag nur Nudeln mit Butter essen??

Ich mach mir jetzt einen Prosecco auf. Frei nach dem Motto meiner Geburtstagskarte.

In diesem Sinne….

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14 thoughts on “Alt. Und urlaubsreif.

  1. Ich glaub dass Alter was gerade unsere Kleinen haben ist das schwerste, was ich bisher in den 10 Jahren Mama sein durchmachen durfte. Kann gut nachempfinden wie es dir geht, war auch gleichzeitig mit den Kindern krank und bekomm meine Grippe nicht mehr los und bin auch ständig am diskutieren mit dem Kleinen…
    Aber glaub mir, es wird einfacher… Meine zwei Großen sind nicht mehr ständig krank, sagen nicht zu allem NEIN und sind sehr viel verständnisvoller geworden!
    Kopf hoch, liebe Grüße

  2. Glaub mir (Mama von 2 Teens) irgendwann wird es anders……(besser ist so eine Sache:-)) Auch ich hatte Tage, da hatte ich meine Kinder ab 20 Uhr Abends erst so richtig lieb….Heute wünsche ich mir so manches mal, dass die Kinder mehr von mir/uns fordern, anstatt im “Kinderzimmer” zu verschwinden. P.S.: Ausschlafen tun nur noch die Kinder, wir Eltern sind so im Rhythmus des Frühaufstehens drin.

  3. Du sprichst mir sowas von aus der Seele. Mir geht’s aktuell auch so….. Ich bin so dermaßen angekaast von allem. Meine Beiden könnte ich entweder gegen die Wand nageln oder bei kreischanfällen auch mal gerne aussetzen….
    Prost und alles Liebe zum Geburtstag!

  4. Happy Birthday!!
    Und ja, eine Erholungspause nach 4 Jahren ( inkl. 2 Umzügen und Baby Nr.3) Zwillingsmama könnte ich auch gut gebrauchen.
    Hoffe Du fühlst Dich bald besser!

  5. Ich trink einen mit…
    Bei uns sind grad Ferien und meine ebenfalls 4-jährigen laufen Amok. Ehrlich gesagt bin ich froh jetzt keine witzigen Anekdoten über liebe Kinderlein gelesen zu haben. In diesem Sinne…Prost!

  6. Prost und alles Gute!
    Glaubst du wirklich, dass es wirklich Zwillingseltern gibt, die deine ehrlichen Worte missverstehen oder dir übel nehmen? Es geht uns allen nicht die Bohne anders!

    Hab zwar noch nicht Geburtstag (oh Gott, aber so bald!), trinke aber trotzdem ein Gläschen: Beruhigung/Belohnung/Trost/Mutmacher/Muntermacher/usw.
    😉

  7. ich weiss genau was du meinst und durchmachst. Ich hab bis vor ein paar Wochen auch genau in diesen Diskussionen und dem ständigen nein gesteckt. Man ist ausgepowert und alle und wird immer gereizter.
    Es hört sich blöde und nicht umsetzbar an ABER: DU musst deine Einstellung ändern (sag nicht das geht nicht). Versuche einfach den Satz nicht mit Nein zu beginnen und den Kindern Nein zu Sagen ohne das Wort zu benutzen (als Kompromiss sozusagen).

    Ich habe mir angewöhne abens den Tag in Gedanken nochmal durch zu gehen und mir mindestens 3 Sachen zu überlegen über die ich mich gefreut habe und eine auf die ich mich für den nächsten Tag freue. … und mit der Zeit kommt man zu einer besseren Einstellung.

    Ich wünsch dir starke Nerven und nach dem Motto: Mütter schaffen alles …. Alles Gute

  8. Hallo, das erleichtert mich ja, dass es auch anderen so geht. Meine zwei Damen (27 Monate) kennen nur noch ein Wort: NEIN!!!
    Aber wie war nochmal der Spruch: Das Familienglück ist am größten, wenn die Kinder im Bett sind. Liebe Grüße

  9. Hallo, was du hier schreibst ist mir so nah – danke dir. Dein Blog ermutigt mich total, mich positiv und dankbar für meine beiden Jungs (13 Monate) zu engagieren. Hatte am 11.2. Geburtstag und alle haben gesagt, ich schau urlaubsreif aus und sollte mir eine Auszeit nehmen und was denn los sei. Sehr ermutigend … jetzt wo ich wieder Halbzeit zum Arbeiten begonnen habe und sehe, wie die Jungs in dieser Zeit glücklich mit meinem Mann richtig tolle Männersachen erleben. Ist ok wenn ich gerade müde bin und Leute das auch bemerken, die Zeit mit kleinen Kindern vergeht so schnell, die will ich einfach nicht missen. Wichtig ist uns, als Paar immer zueinander zu halten – das gibt uns für jede Spitze Kraft und wir können auch mal gemeinsam Lachen bevor es scheinbar an unsere Grenzen geht. Erst seit die Kinder da sind, telefonieren wir fast täglich untertags – das ist auch sehr Fein. Ich schreibe unseren persönlichen Offline-Blog, für die Jungs, aber in erster Linie für mich – das tut einfach gut, die Dinge genau so zu schreiben wie sie im Moment gerade sind. Unverfälscht. Ich find’s gut, das du das auch so tust 🙂 darum lese ich deine seit Herbst regelmäßig. LG

  10. … übrigens, ich habe auch so eine lustige, knall-gelbe Geburtstagskarte von meinem Mann bekommen: WHEN LIFE HANDS YOU LEMONS … MAKE LEMONADE

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