Das – nicht mehr – tapfere Schneiderlein

So, nun ist die Zeit der ewig tapferen Katrin vorbei – es muss und darf gejammert werden. Ich habe keine Lust mehr! Zum RLS haben sich Sodbrennen und Wassereinlagerungen dazu gesellt. Meine Füße und Beine sind so voll Wasser, dass ich in keine Hose mehr passe, von Schuhen ganz zu schweigen. Meine Babys wiegen schon stolze 2500g (jedes gleich schwer), so dass also allein 5kg Kind auf meinen Lungen liegen, plus Fruchtwasser und 2 Plazenten macht das ein ordentliches Gewicht. Das Atmen fällt demnach ziemlich schwer. Ich bin also sehr ans Haus gebunden, da ich nach einigen Schritten außer Atem bin und sowieso nicht weiß, was ich anziehen sollte… Abgesehen vom Bauch habe ich optisch nicht sehr zugenommen, das ganze Gewicht liegt in meinem Riesen-Bauch – ich habe sogar noch eine Taille! Tatsächlich sind es allerdings 18kg Mehrgewicht und 122cm Bauchumfang. Allerdings haben die Wassereinlagerungen daran auch einen großen Anteil, also keine Sorge an alle werdenden Zwillingsmütter da draußen – angeblich verschwinden alle Kilos kurz nach der Geburt recht schnell. Zumindest klammere ich mich an diese Aussage!

Das ist das Körperliche… Seelisch geht es leider auch ein wenig bergab, da ich unglaubliche Angst vor der Geburt habe. Ja, es ist “nur” ein Kaiserschnitt. Aber auch davor kann man Angst haben. Schließlich wird man nicht jeden Tag bei vollem Bewusstsein aufgeschnitten. Und nicht jeden Tag ändert sich das Leben so dramatisch. Ich habe das Gefühl, dass ich durch diese zwei zerbrechlichen Wesen in meinem Körper selber total zum Angsthasen mutiere. Ich male mir die OP und das Danach immer wieder in allen Facetten aus und kann gar nicht mehr abschalten. Es sind nur noch wenige Tage, der Countdown läuft! Voraussichtlich passiert es am 10.Juni, also in 6 Tagen.

Es ist so unwirklich, so surreal. Man ist auf einmal schwanger und denkt, man hat ja so viel Zeit, um sich an alles zu gewöhnen und sich drauf einzulassen. Und auf einmal steht der Tag X vor der Tür und man merkt, dass man noch nicht bereit ist für diese Aufgabe – der Punkt ist nur der, dass man das wahrscheinlich nie wirklich ist. Man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben. Körperlich ist man natürlich am Limit, d.h. ich freue mich unglaublich darauf, meinen Bauch wieder für mich zu haben. Mental gesehen könnten die beiden allerdings noch ein paar Monate drin bleiben. Ich habe richtig Angst davor, mit zwei Kindern gleichzeitig nicht zurecht zu kommen. Alle Einlingseltern jammern doch schon, wie stressig und krass alles ist und wir haben die doppelte Ladung Kind! Andererseits will ich natürlich endlich wissen, wie meine Babys aussehen, ich will sie endlich in die Arme nehmen und wissen, dass sie gesund sind und alles gut ist! Vorfreude und Angst wechseln sich ständig ab bei dem Gedanken an die Geburt – und das ist wahrscheinlich das Normalste der Welt. Wir werden das schon schaffen, wir vier Stones…..

5 thoughts on “Das – nicht mehr – tapfere Schneiderlein

  1. es bleibt auch nach der geburt ausgesprochen surreal. 🙂
    ihr macht das. ich drück euch allen die daumen.
    alles alles gute.

  2. Liebe Katrin, ich weiß ich kann Dir nicht wirklich die Angst und das Unbehagen auf das was da auch Dich wartet nehmen, aber ich denke ganz fest an Dich. Ich bin mir sicher, daß ihr das schon schaffen werdet. Und dann gibts da ja auch noch ne ganz liebe Tante und Großeltern, die euch ja auch stets mit Rat und Tat zur Seite stehen werden. Ich würde mich freuen, wenn ich euch und eure süßen Babys dann auch mal besuchen kommen darf, natürlich erst, wenn der erste Trubel, die ersten Monate – in denen man sich erst mal einüben und einspielen muß – vorüber sind. Bis dahin bin ich Gedanken bei Dir und wünsche Dir für die verbleibenden 6 Tage Kraft und Zuversicht. Bussi Gaby

  3. @Stephan: vielen Dank – Basti wird dich ja auf dem Laufenden halten. Danke für die guten Wünsche!

    @Gaby: Danke meine Liebe! Ich freu mich, dass auch du an uns denkst und hoffe auch auf ein baldiges Wiedersehen°

    @Liliana: Vielen Dank!

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