Schwimmkurs – ein Fazit

Als ich vor ein paar Wochen über den ersten Tag des Schwimmkurses berichtete, war ich wirklich euphorisch und gespannt. Kann man hier gerne nachlesen. Das war ich dann ein paar Tage später nicht mehr. Und jetzt bin ich einfach nur sehr froh, dass er endlich vorbei ist. Und das kam so…

Meine Kinder sind sehr gerne und begeistert in den Kurs gegangen, bis auf 2 kurze Ausnahmen (1x hatte Emma Bauchweh vorher und 1x hatte Max die Nacht vorab sehr schlecht geschlafen). Sie haben auch im Kurs sehr gut mitgemacht. Das Problem waren also nicht meine Kinder, sondern erstens die Umstände und zweitens die Art des Kurses, weswegen ich ab Stunde drei bereits hoffte, es möge bald vorbei sein.

Der Kurs bestand aus 5 Kindern.

Kind 1 wiederholte den Kurs, war also Fortgeschritten.

Kind 2 war bereits 6,5 Jahre alt und ging ständig mit dem großen Bruder ins Schwimmbad.

Es blieben also meine Kinder und Kind 3, der absolut nicht schwimmen konnte. Er versuchte mit den Beinen zu strampeln und kam einfach nicht vom Fleck. Der Schwimmlehrer konzentrierte sich total auf diesen einen Jungen, und lobte die anderen beiden Fortgeschrittenen. Die Mittelschicht, also meine Kinder, fielen ihm gar nicht auf und wurden nicht wirklich beachtet.

Es war stressig für mich, 2x die Woche dorthin zu fahren, beide Kinder danach zu duschen (zu Hause, denn dort gab es keine adäquaten Duschen), die Badesachen zu waschen und die Taschen neu zu packen. Das alles nach einem Arbeitstag, an dem eigentlich auch noch ein bisschen Quality Time für die Kinder übrig bleiben sollte.

Das wäre aber nicht so schlimm gewesen, wären da nicht auch noch die Trockenübungen gewesen, die wir 5x am Tag machen mussten. Und auf die hatten die Kinder so gar keine Lust, was ich auch verstanden habe (aber nicht zeigen durfte), nachdem ich sie auch ausprobiert habe. Die waren wirklich anstrengend!

Wir sollten 5x am Tag jeweils 5 Übungen machen, also 25 täglich pro Kind. 50 Übungen gesamt! Manchmal blieb einfach gar keine Zeit dafür! Als Zwillingsmama mit Job ist man doch manchmal schon froh, wenn man einigermaßen pünktlich das Haus verlässt und alle Familienmitglieder satt und voll angezogen sind, oder? Und nach dem Kindergarten hat man manchmal auch etwas anderes zu erledigen, nicht wahr?

Der Schwimmlehrer betonte jedes Mal, wie wichtig diese Übungen seien, wer nicht übt, lernt nicht schwimmen. In der dritten Stunde holte er mich aus der Umkleide, wo ich auf die Kinder wartete. Er würde ganz genau am Fortschritt meiner Kinder sehen, dass ich zu wenig üben würde. Mit einem Satz: sie waren gerade die Schlechtesten im Kurs. Kind 3 hatte sie sogar überholt. Nun, dazu sage ich nur: Kind 3 ist ein Einzelkind und hat drei Erwachsene um sich rum, Mutter, Vater, Oma, die auch mit im Haus wohnt und sie üben jeden Tag abwechselnd mit ihm.

Mein Ehrgeiz war geweckt. Es war mir nicht wichtig, dass meine Kinder die Besten sind oder unbedingt schwimmen lernen mussten, denn wenn sie nicht so weit waren, dann sollte es eben nicht sein. 300€ und viel Zeit in den Sand gesetzt, aber es gibt Schlimmeres. Was ich aber nicht wollte, war, dass meine Kinder am Finaltag als Einzige nicht schwimmen konnten, nur weil ICH zu unorganisiert bin, um richtig doll mit ihnen diese verkackten Übungen zu machen! Was würde das mit ihrem Selbstbewusstsein machen? Und ich wäre dann ein wandelndes schlechtes Gewissen, da selber Schuld? Nein, nicht mit mir.

Ab dem Tag sagte ich alles an Nachmittagsverabredungen für die nächsten Wochen ab und nahm mir vor, auch nicht mehr zum Kindersportkurs zu gehen bis der Schwimmkurs zu Ende war. Von nun an hieß es üben, üben, üben. Und für jede Übung gab es Smarties. Sonst hätten meine Kinder die Motivation verloren, verständlicherweise.

Ich war frustriert. Der Kurs sollte doch Spaß machen! Wo war der Spaß geblieben?

Die Krönung kam dann in Stunde 7, als die Kinder ins Wasser springen sollten, im tiefen Becken. Zuerst sprangen Kind 1 und 2, dann sehr zögerlich Kind 3. Dann kam Max an der Reihe. Er fragte den Schwimmlehrer, ob er ihn auffangen könnte (das war der Tag als er nachts so lange wach lag und übermüdet war). Der Lehrer versprach es ihm. Und tat es nicht. Max ging unter und kam heulend wieder hoch. Er weinte so sehr, dass seine Lippen blau anliefen. Ich war so sauer, dass ich mich kaum noch beherrschen konnte. Aber vor den Kindern den Schwimmlehrer anzukeifen wäre auch keine gute Idee gewesen, schließlich ist das Vertrauensverhältnis das Wichtigste.

Die letzten Tage übten wir wie verrückt. Ich hatte mir Spiele überlegt, um es lustiger zu gestalten und weniger nach Militär Drill aussehen zu lassen.

Dann war der letzte Kurstag gekommen.

Meine Kinder konnten am Ende genauso gut schwimmen wie Kind 3. Mit 2 Säckchen am Schwimmgürtel und schönen Armbewegungen. Etwas Heraustauchen wollte Max nicht, und ich wusste auch warum. Nur Kind 1 und 2 hatten keinen Schwimmgürtel mehr an.

Im Schwimmkurs meiner Nachbarin und auch bei dem einer Arbeitskollegin, konnten von 10 Kindern am Ende nur 3 ohne Gürtel schwimmen. Alle Eltern haben pro Kind 150€ bezahlt.

Deshalb mein persönliches Fazit: Schwimmkurse, die ihren Kurs bereits ab 5 Jahren anbieten, sind nur aufs Geld aus. Da muss man sich nur mal die Statistik dieser Kurse ansehen, wie viel Kinder am Ende schwimmen können, um das zu wissen. Die 6-jährigen konnten am Ende alle schwimmen, die 5-jährigen äußerst selten. Viele der Eltern der 5-jährigen wollten den Kurs dann wiederholen. Also 2x 150€ in der Tasche der Schwimmschule.

Wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, dann hätte ich den Kurs erst kurz vor ihrem 6.Geburtstag gemacht. Der noch dazu im Sommer ist, und man am Wochenende ohnehin ständig im Freibad ist (zum Üben).

Wenn ihr Kinder habt, die absolute Wasserratten sind, die gerne hineinspringen und tauchen und denen es nichts ausmacht, Wasser im Gesicht und in den Augen zu haben, dann versucht es schon mit 5. Ansonsten wartet ab bis sie gerade 6 geworden sind.

Meine Kinder haben alles richtig gemacht. Und ich bin trotzdem sehr stolz auf sie. Gestern waren wir im Schwimmbad und sie übten ganz fleißig und stolz, von einem Beckenrand zum anderen zu schwimmen. Sie wissen jetzt was Brustschwimmen und was Rückenschwimmen ist. Und sie haben ihr Froschabzeichen an der Badehose. Im Nachhinein habe ich also meinen Frieden damit gemacht.

 

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9 thoughts on “Schwimmkurs – ein Fazit

  1. Ganz toll gemacht.
    Erinnert mich an meinen Schwimmkurs mit meinen Großen (heute 15). Damals auch 5 und ich ÜBERergeizig. Das konnte nur schief gehen. Stress für alle Seiten.
    Heute gehe ich alles relaxter an.

  2. Well done!!!
    Wir haben auch einen Schwimmkursus besucht. Leider hat es so gar nicht geklappt und unsere Jungs (4) haben nun Angst vor Wasser.

  3. Ich lese nun schon seit einiger Zeit bei Dir mit. Du sprichst mir oft aus der Seele. Da ich ganz in der Nähe von Dir wohne, kann ich viele Dinge nachvollziehen 🙂 Danke für den tollen Beitrag zur Schwimmschule. Zum Glück habe ich mein Kind wieder rechtzeitig abgemeldet…und somit wohl im nachhinein alles richtig gemacht 🙂
    Viele Grüße die Jule

  4. Hallo Katrin!
    Ich bin etwas sprachlos was ich da so über diesen Schwimmkurs höre, 5x täglich 5 Übungen ? Ohne die lernt niemand schwimmen????
    Ich habe die bis heute noch nicht machen müssen und hab es weit übers Seepferdchen hinaus geschafft!
    Ich selbst bin von klein auf bei der DLRG … Dort wird in unserer Ortsgruppe zB für die jüngsten (4-6) ein Kleinkinderschwimmen angeboten. Nun weiß ich nicht genau wie teuer der Kurs dort ist – allerdings beträgt der Familien Jahresbeitrag noch nicht mal so viel, die Kinder bekommen wöchentlich ihren Unterricht – je 50 Minuten. Sie lernen spielerisch und mit kindgerechten Anweisungen das Schwimmen. Natürlich brauch der eine oder andere auch mal nen zweiten Durchgang – jedes Kind hat ja sein eigenes Tempo. Doch die DLRG ist ein ehrenamtlicher Verein. Da besuchen die Ausbilder extra Lehrgänge für Kleinkinderschwimmen und Wassergewöhnung. Erkundige dich doch mal bei euch in der Gegend gibt es dieses Vereinsangebot bestimmt auch!!!! Und dann macht auch das Schwimmenlernen Spaß. Vielleicht sogar sosehr , dass die beiden wenn sie dabei bleiben auch später mal anderen Schwimmen beibringen wollen.😉

  5. Die Schwimmschule klingt Horror. Meine Mädchen haben mit 5 das Seepferdchen und mit 6 den Piraten gemacht. Mit 7 dann das bronzene Abzeichen. einer ganz normalen Schwimmschule. 10 Stunden, 1 x die Woche. Keine Trockenübungen Zuhause. Das hört sich für mich total Gaga an. Uns wurde halt geraten, ab und zu auch privat Schwimmen zu gehen.

  6. Sorry aber das ist kompletter Schwachsinn, dieser Schwimmkurs klingt nach reiner Geldabzocke! “Ihr seid Schuld wenn sie am Ende nicht schwimmen können, weil ihr die Übungen nicht gemacht habts, jawohl, so siehts aus.” Du ZAHLST dafür dass sie deinem Kind schwimmen beibringen, deshalb bringts du die beiden ja hin. Als wir schwimmen lernten war das eine bedeuten größere Gruppe und da kam kein Blödsin wie von wegen ihr müsst daheim ganz viel Übungen machen.

    Reg dich auf. Trau dich. Auch vor deinen Kindern! Das war eine billige Abzocke und überhaupt nicht das wofür du bezahlt hast. Du darfst und sollst dich über sowas aufregen, vertrau deinem Gefühl, das war die reinste Frechheit dort!

    Und ich finde du darfst auch vor deinen Kindern schimpfen, halte dich nicht dauernd zurück, der Schwimmlehrer ist ein rießen Idiot wenn er dem Kind verspricht es aufzufangen und es dann nicht tut. Weißt du was ich als Kind getan hätte? Ich hätte panische Angst bekomen, dem Schwimmlehrer keinen Deut mehr vertraut und mich geweigert nochmal hinzugehen einfach wiel ich ANGST hätte. Derjenige der mich aus den tiefen befreien und retten könnte, verspricht es und tut es nicht. Für ein kind ist das ein mega schlimmer Vertrauensbruch. Hättest du dich nicht zurückgehalten sondern dem Lehrer daraufhin deine Meinung gesagt, wäre das ein Zusammenhalt für dein Kind gewesen, ein Beweis das seine Mama immer für es einspringt.

  7. Ihr Lieben,

    ich danke euch allen für eure Kommentare. Ich habe den Kurs nicht blind gewählt, ich recherchiere immer sehr genau, wenn es um meine Kinder geht. Es war eine Empfehlung eines Freundes, dessen Tochter dort auch einen Kurs gemacht hat (allerdings bei einem anderen Lehrer), aber schon 6 Jahre alt war.
    Nun, wie gesagt lag es nicht an dem Kurs an sich, sondern am Lehrer, den man sich nun Mal nicht aussuchen kann, und daran, dass der Kurs erst ab 6 hätte angeboten werden sollen.
    @Kim: ich habe den Lehrer am nächsten Morgen angerufen und ihm meine Meinung gesagt. Ich finde, ich habe vollkommen richtig gehandelt. Wenn ich den Lehrer vor Max angemotzt hätte, hätte Max sein ganzes Vertrauen an ihn verloren und wäre gar nicht mehr zum Kurs gegangen. Ich habe Max erzählt, dass es ein Versehen vom Lehrer war. Und ihm am nächsten Tag angerufen.

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