Max, mein Lausbub

Max hat einen best buddy im Kindergarten. Seit dem ersten Tag sind sie unzertrennlich. Nennen wir ihn mal Moritz, weil´s grad so schön passt.

Max und Moritz malen zusammen, bauen zusammen, sind zusammen im Garten, toben zusammen und sitzen beim Essen nebeneinander.

Aber irgendwie scheint es ihnen langweilig geworden zu sein, da waren Grenzen, die noch nicht getestet wurden, da gab es noch was zu tun, was zu entdecken.

Der erste Streich war, die Wände des sogenannten Bauraums des Kindergartens zu zerstören verzieren. Es gibt dort Holzbausteine verschiedener Größe, die sich sehr gut zweckentfremden lassen. Man kann sie wie einen Hammer benutzen, um sehr tiefe Löcher in den Putz der Wände zu schlagen. Dadurch ergibt sich ein recht nettes Mosaik an der Wand, manche Löcher sind blau, andere rot, je nachdem, welchen Baustein man verwendet hat. Max und Moritz waren unglückseliger weise die Einzigen, die das so sahen. Alle anderen, vor allem die Erwachsenen, konnten ihre Begeisterung nicht teilen. Sie bekamen “Bauraum Verbot” bis auf Weiteres.

Der zweite Streich war, sagen wir mal, etwas subtiler. Max und Moritz gingen gemeinsam auf die Toilette. Es ging etwas beim Pinkeln daneben, und da man das nicht sehen sollte, wurde Toilettenpapier auf den Boden gelegt. VIEL Toilettenpapier. So ungefähr 5 Rollen. Max und Moritz waren sich keiner Schuld bewusst, denn sie wollten “ja nur sauber machen”. Wiederrum konnte niemand die guten Absichten erkennen. Sie wurden geschimpft und durften nicht mehr gemeinsam zur Toilette gehen.

Der dritte Streich lies nicht lange auf sich warten. Auf dem Podest im Gruppenraum liegen viele Kissen und Matratzen, zum kuscheln, ausruhen, Buch anschauen, je nachdem, was kind gerade tun möchte. Max und Moritz wollten kein Buch anschauen. Sie wollten eine leicht aufgeplatzte Naht einer Matratze vergrößern, um zu sehen, wie viele Kissen in die Matratze hinein passen. Oder ob ein Kind hineinpasst. Oder zwei? Wir wissen es nicht so genau, denn der Tatort wurde schnell von den Übeltätern gesäubert, die inzwischen komplett aufgeplatzte Matratze unter einem Berg Kissen versteckt und zwei rosa wangige kleine Jungs kamen vom Podest herunter, als ob nichts passiert wäre. Nicht die Tat als solches war danach der Grund von Betrübnis bei den Erziehern, sondern dass die Tat so schamlos versteckt wurde. Max und Moritz haben nun “Podest Verbot” bis auf Weiteres.

Und was mache ICH nun, als Mutter eines Kriminellen? Ich schwanke zwischen verschiedenen Gefühlen.

Zum Teil bin ich belustigt. Klar, es war nicht richtig, nichts davon, aber es sind Jungs. Jungs, die mal was anstellen. Kleine Lausbuben. Und nichts davon war wirklich schlimm.

Da ist dann noch Verärgerung. Über die extremen Maßnahmen des Kindergartens. Sofort Verbote auszuhängen finde ich echt altmodisch und ein wenig überzogen. Max scheint es zum Glück egal zu sein, dass er weder den Bauraum noch das Podest betreten darf, deshalb mische ich mich nur bedingt ein. Ich warte ab, wie lange diese Verbote andauern und Max sich verhält. Je nachdem werde ich dann ein Gespräch mit der Leiterin suchen.

Und ein bißchen Sorge ist da auch noch. Ob Max Jemand ist, der sich von anderen so beeinflussen lässt, dass er alles mitmacht oder etwa selbst auf solche Ideen kommt?

Mal sehen wie es weitergeht. Und ob ich bald schreiben werde “Dieses war der dritte Streich und der vierte folgt sogleich” ….

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9 thoughts on “Max, mein Lausbub

  1. Willkommen in der Welt mit 2 Jungs ; D
    Sei froh, dass du ein Pärchen hast und diese Überraschungen nicht ständig zu Hause erleben musst. Da fändest du die bunten Löcher in den Wänden und die zerrissene Matratze vermutlich nicht so lustig. Bei uns sind diese “Streiche” leider Alltag. Nur dass unsere beiden Raketen sowas NUR zu Hause machen und nicht im Kindergarten : S
    Da vergeht einem der Humor seeeehr schnell.

    LG

  2. Lausbubenstreiche sind das nicht, wenn man die Klötze “sehr tief” in die Wand haut. Da wird fremdes Eigentum kaputt gemacht.
    Blöder finde ich, wenn man das Foto seines Kindes zur “Lausbubengeschichte” im großen World Wide Web postet. Wo ist da die Privatsphäre für’s Kind?

  3. Zur Info: dieser Post stammt nicht von mir, hab schon öfter mal zu deinen Anekdoten geschrieben, aber dieser Eintrag ist nicht von mir- werde meinen Namen ändern 😏

  4. Hi Katrin!
    Ich musste sehr lachen, und muss zugeben ich finde es toll wenn Kinder auch mal einfach Kinder sind. Die Streiche sind wirklich harmlos, natürlich brauchen die Jungs dann eine klare Ansage von der Kita, aber damit ist es auch gut.
    Ich finde Deinen Post übrigens etwas daneben, erste Tina. Keiner von uns kennt den Kleinen und würde ihn irgendwo erkennen, das Bild ist sehr süß s und kann durchaus bei so einer Geschichte stehen.

    Ich bin wie immer großer und meist stiller Fan Deiner Geschichten, könnte selber einige lustige beisteuern, aber meine Zwillingsjungs (18 Monate), meine Tanzbiene (3,5 Jahre) und mein Fast-Schulkind (5,5 Jahre) halten mich hier neben meinem Job echt gut am laufen. Als Mama von drei Jungs und einer sehr aktiven Tochter bin ich mir sicher uns stehen auch noch einige solcher Momente bevor. Hab übrigens mittlerweile eine super Haftpflicht. Das sage ich auch jedesmal wenn ich mit allen vieren einen Laden betrete deutlich hörbar an der Tür 😉

  5. Liebe Katrin,

    unser Leo hat auch einen besten Freund mit dem er im Kindergarten so einigen Unfug anstellt… :/
    Was ich mich aber sofort gefragt habe: Wo waren eigentlich die Erzieher/innen?? Das hätte doch eigentlich gleich jemand mitbekommen müssen, denn “tiefe Löcher” in die Wand zu schlagen ist doch bestimmt keine Sache von ein paar Sekunden?! Das gleiche gilt für die Geschichte mit der Matratze…

    Liebe Grüße aus Rom!

  6. Naja, die Jungs sind Vorschulkinder und dürfen in kleinen Gruppen auch mal alleine in einen anderen Raum gehen, ohne dass ein Erwachsener dabei ist, mit offener Tür. Das ist auch vollkommen okay gewesen bisher…
    Und das Podest ist recht klein, da passt man als Erwachsener kaum drauf.
    Aber Max hat am Wochenende ein Bild als Entschuldigung gemalt und ich habe eine Nähnadel und Faden mitgebracht. Zumindest die Matratze konnte nun repariert werden.
    LG

  7. Meine Story:
    Kind “borgt” einen Schlüssel im Kindergarten.
    Begründung: Keine. Warum auch? Telefonat mit dem Kindergarten.
    Ergebnis: Schlüssel muss zurück gebracht werden. Logo.
    Kind bringt den Schlüssel zurück. Wird von der Fachkraft gemaßregelt.
    Meine Reaktion: “Wenn Du den Schlüssel ein weiteres Mal brauchst, borgst Du Ihn Dir wieder aus : *augenzwinker*”

    Giftiger Blick der Fachkraft. ANARCHIE!

    Verärgerung? Sorge? Niemals. Lass die Kids die Welt entdecken. Es gibt noch so viele Regeln zu brechen.

  8. Wenn er so weitermacht, darf er in ein paar Tagen nur noch im Flur spielen 🙂
    So mal Spaß beiseite, das mit dem Verbot finde ich jetzt garnicht so schlimm. Solange es nicht übertrieben wird. Am nächsten Tag sollte es dann auch gut sein…

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