Angekommen

Nach 2 Monaten finde ich nun endlich die Ruhe und Zeit wieder zu schreiben. Wir sind angekommen. Alle vier. Emma und Max sind die süßesten Babys der Welt – mit dem Rhythmus ist auch die Liebe ins Hause Stein eingezogen. Ich bin total und Hals über Kopf in meine Kinder verliebt, endlich. Das hat seine Zeit gebraucht, weil man erst zu seinem neuen Leben finden muss. Aber nun ist alles gut. Emma und Max schlafen bereits 5-6 Stunden durch, d.h. sie bekommen nur 1 mal in der Nacht ein Fläschchen. Zuerst haben mein Mann und ich in Schichten geschlafen, weil es anders nicht möglich war, überhaupt ein paar Stunden Schlaf abzukommen. Beide Kinder wollten alle 2-3 Stunden eine Flasche, aber natürlich kamen sie nicht gleichzeitig. Somit war man jede Stunde mit einem Kind beschäftigt, da sie auch noch recht lange gebraucht haben, die Flasche leer zu trinken. Mit Wickeln und wieder-in-den-Schlaf-wiegen braucht man demnach seine Zeit, so dass man sich gleich ans nächste Kind machen konnte. Manchmal kamen sie aber auch gleichzeitig, was nicht unbedingt leichter war, da das immer im Chaos endete. Ich ging also immer um circa 22 Uhr ins Bett, mein Mann weckte mich dann um 3Uhr und ging selbst schlafen bis er zur Arbeit musste. Irgendwann dachte ich mir, das es wohl einfacher wäre, wenn jeder 1 Kind über Nacht betreut, dann könnten sich die Kinder auch nicht gegenseitig aufwecken und man umging die stressigen Parallel-Fütterungen. Diese Idee war wohl die Beste, die ich je hatte, denn es funktionierte prächtig – bis heute. Mein Mann hat Max bei sich im Schlafzimmer und ich schlafe mit Emma im Kinderzimmer. Jeder muss nur 1 mal aufstehen und bekommt zuerst 5 Stunden und später nochmal 3 Stunden Schlaf ab. Der einzige Wermutstropfen ist, dass wir keine Zweisamkeit mehr haben. Aber das wird sicherlich mit der Zeit besser werden und sich von selbst regeln, so wie alles, was uns bisher Sorgen bereitet hat.

Ich kann nur sagen, liebe werdende Zwillingseltern, denkt nicht zu viel nach. Macht euch nicht um alles so viele Sorgen. Wir waren (und sind es zum Teil natürlich noch immer) so voller Unsicherheit und Ängste, etwas falsch zu machen und letztendlich fügt sich alles von alleine zusammen. Es ist verdammt, richtig verdammt anstrengend. Ja! Aber man gewöhnt sich daran und findet wie von Zauberhand einen gemeinsamen Rhythmus. Wichtig und essentiell ist, mit dem Ehepartner an einem Strang zu ziehen und ein gutes Team zu bilden. Und sich ein gutes Nervenkostüm anzulegen, denn wenn zwei Babys gleichzeitig wie am Spieß brüllen, muss man schnell Prioritäten setzen können und die Ruhe bewahren. Was braucht welches Kind gerade und was ist dringender? Hunger, volle Windel oder Bauchweh? Ich kann nur sagen, es ist nicht der Stress und das Sich-selbst-aufgeben-müssen (denn die Babys verbrauchen alle Zeit, die man früher für sich selbst hatte), sondern die emotionale Herausforderung, die Einlingseltern nie kennenlernen werden: man muss lernen, 1 Kind schreien zu lassen, ohne dabei selbst zu weinen. Obwohl man sein Kind liebt und es einem unsagbar leid tut, wenn es weint, kann man sich nicht zweiteilen und immer nur eins nach dem anderen machen. DAS ist die wirkliche Herausforderung bei Zwillingen. Ich habe das bis heute noch nicht geschafft und versuche wirklich alles, um beiden Mäusen gleichzeitig alles zu geben, was sie brauchen. Aber das ist manchmal nun mal nicht möglich. Zum Glück verzeihen es mir die beiden immer wieder. Ich glaube, sie lieben mich auch ein bißchen.

2 thoughts on “Angekommen

  1. Ganz ganz süßer Bericht! Ich freu mich so für Euch und Drück Euch ganz fest die Daumen, dass auch weiterhin alles gut klappt. Und viel Kraft wünsch ich Euch auch. Ihr scheint das toll zu meistern ihr zwei! Ganz liebe Grüße
    Simone

  2. Hallo Katrin,

    schön zu hören und zu sehen, dass es euch gut geht. Kann mir vorstellen dass es ganz schön stressig ist mit zwei so kleinen Würmchen.
    Aber keine Angst, selbst ich als ‘Einlingsmama’ muss meinen ab und zu mal meckern oder sogar schreien lassen, wenn die anderen zwei keine Geduld haben oder irgendwas brauchen. Gerade Abends beim ins Bett bringen von allen drei oder in alltäglichen Situationen (wie z.B. wenn einer von den zwei ‘Großen’ nach der Mama schreit weil er auf dem Klo sitzt und ich aber gerade stille) wird’s ab und zu schwierig sich zu teien und der Kleine muss auch mal warten. 😉

    Liebe Grüße und hoffentlich bis bald,
    Bianca

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