Zeiten ändern sich

Als die Kinder noch klein waren habe ich jeden Moment herbei gesehnt, als sie nicht an meinem Bein geklebt haben und ich ein bisschen Ruhe hatte. Diese Zeiten haben sich geändert, denn ich genieße jede Sekunde, in der meine Kinder Körperkontakt zu mir suchen. Wahrscheinlich weil ich weiß, dass es nicht mehr lange dauert, bis sie ihre Mama doof finden.

Manchmal weiß ich nicht, wo die Zeit geblieben ist. Ich habe eins meiner Kinder auf dem Schoß und da ist gar kein Baby Speck mehr, nur lange schlanke Beine und Füße, Kinder die mir so erwachsen erscheinen. Sie sind so schwer geworden, dass ich sie nicht mehr hochheben kann.

Und da gibt es auch kein zurück mehr, denn der Schock sich von heute auf morgen um zwei kleine Babys zu kümmern war so groß, dass die Frage nach einem dritten Kind gar nicht mehr im Raum stand. Wenn ich die Kinder früher bekommen hätte, dann wäre ich jetzt bereit für ein drittes Kind.

Es gab Zeiten, in denen meine kinderlosen Kolleginnen mir einen wunderschönen Nachmittag gewünscht haben, als ich nach Hause gegangen bin um meine Kinder abzuholen. Und ich nur gedacht habe, wie gerne ich in der Arbeit bleiben würde, denn es gibt nichts Entspannenderes im Vergleich dazu, den ganzen Nachmittag Zwillinge zu hüten, die gerade sauber werden und/oder in der Trotzphase sind.

Aber darüber bin ich hinaus. Ich freue mich so sehr meine Kinder abzuholen, ich möchte dass jede Minute ein bisschen quality time ist. Ich möchte meine Kinder genießen können, solange sie noch Interesse an ihrer Mutter haben. Im Moment bin ich noch ihr Mittelpunkt, und das genieße ich jetzt. Früher hat es mich fast erdrückt.

Im Juni werden sie 6 Jahre alt, noch 3 Monate Kindergarten, dann ist diese Lebensphase zu Ende.

Während ich das hier schreibe, spielen die Kinder vor mir auf dem Rasen Tennis, der Grill ist vorbereitet, wenn mein Mann nach Hause kommt gibt es Essen. Es ist so schön gerade. So relaxed. Es ist die bisher schönste Phase in meinem Leben als Mutter.

Und trotzdem bin ich manchmal wehmütig. Weil sie mich nicht mehr so arg brauchen. Genau diesen Freiraum habe ich mir die ersten Jahre gewünscht. Nun habe ich ihn endlich und vermisse auf einmal etwas. Verrückt, ich weiß. Zeiten ändern sich eben. Und als Mutter muss man versuchen, daran zu wachsen und sich anzupassen.

Ich vermisse den Babyspeck und das Kuscheln und das Kindliche. Kleine piepsige Stimmchen, die kaum sprechen können, tapsige Schritte.

Loslassen nennt man das wohl. Das muss ich erst lernen…

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3 thoughts on “Zeiten ändern sich

  1. Liebe Katrin,
    Ich kann mich gut in deine Gefühle und Gedanken hinein versetzen …
    Auch wenn unsere Mäuse erst drei sind So können sie sich zeitweise richtig toll miteinander beschäftigen … Dann bin ich auch schon froh, das ein oder andere gemacht zu bekommen. Als ich jetzt den Kleiderschrank neu sortierte und mir die Erinnerungskiste in die Hände fiel, musste ich auch etwas wehmütig an die letzten drei Jahre denken, in denen sie fütternde Hände oder helfende Hände zum laufen lernen brauchten…. Die Zeit vergeht so schnell. Indem man beschäftigt ist und mittendrin alles live miterlebt, bekommt man das nicht mit und ist froh über jeden Moment mal etwas Ruhe zu haben.
    Paradoxerweise – je mehr Ruhe man bekommt – desto mehr vermisst man die Baby und Kleinstkinderzeit….
    Und dabei bekommt man immer gesagt: genieß die Zeit, die vergeht viel zu schnell…. Leider bin ich auch erst immer hinterher schlauer 🙄

  2. Hallo Katrin, vielen Dank für deinen Blog!!!
    Hast du auch eine öffentliche Emailadresse?
    Viele Grüße!

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