Max der Unwickelbare

Fünf bis sechs mal am Tag steht Max und mir etwas Grauenhaftes bevor, etwas geradezu Infernalisches – er muss gewickelt werden. Der kleine Mann hat Kraft, sehr viel Kraft, und die setzt er zügellos ein, wenn ihm etwas nicht passt. Ich weiß nicht, welches Erlebnis ihn dazu bewogen hat, auf einmal zum Wickel-Monster zu werden, da er früher ganz brav und still dabei war, aber damit ist es leider vorbei. Es wird gestrampelt, getreten und sich sofort auf den Bauch gedreht, so dass man ihn mit beiden Händen festhalten muss, damit er nicht sofort wegkrabbelt. Das Problem ist nur, dass dann keine Hand mehr frei ist, um ihm die Windel dranzumachen. Er weint, schreit und bäumt sich auf, so dass nur noch sein Kopf den Boden berührt. Wenn man ihn kurz los lässt, um nach der Windel zu greifen, sieht man nur noch einen nackten Babypopo von hinten, der sich in Sekundenschnelle aus dem Staub macht.

Im Moment lösen wir das Problem, in dem er sonst verbotene Dinge in die Hand bekommt, wie z.B. die Fernbedienung, das Babyphone und andere zerstörbare Sachen. Und man muss schnell sein, das versteht sich ja von selbst. Nicht nur, um die besagte Fernbedienung zu retten, sondern auch um ihm und mir das Leid zu verkürzen.

Wenn “ES” vorbei ist, tut er so, als ob nichts gewesen wäre, ist die Ruhe selbst und lässt Mama oder Papa verschwitzt und entnervt zurück.

Ich finde “unwickelbar” sollte im Duden aufgenommen werden. Als Erinnerung für dich, mein lieber Sohn, damit du dich in 18 Jahren mal kräftig schämen musst.

 

One thought on “Max der Unwickelbare

  1. Haha, ich lach mich tot. Ist bei uns genau so. Meine Zwillingsjungs sind 14 Monate und ich erlebe mehrmals täglich das Gleiche. Tröstlich dass es andern auch so geht. Auch wenn ich das eigentlich keinem wünschen würde…

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