Die Hebammensuche

Ich bin eine ganz normale Frau. Eine normale, schwangere Frau. Deshalb wundere ich mich sehr über das Buch “Die Hebammensprechstunde”. Dieses Buch hat zwar mittlerweile eine Auflage von 330 000 Exemplaren und gilt somit als eines der erfolgreichsten Bücher rund um die Geburt, aber wer nimmt diese z.T. total veralterten und meiner Meinung nach auch teilweise gefährlichen Ratschläge ernst? Eine vaginale Ultraschalluntersuchung ist fast wie eine Vergewaltigung? Der Ultraschall erschrickt das Baby mit 100 Dezibel? Man soll also sämtliche Pränataluntersuchungen ablehnen? Und die beste Geburtserfahrung hat man im Geburtshaus, da einem die Ärzte bei der Geburt im Krankenhaus ohnehin nicht helfen? Also, wie gesagt, ich kann mich über dieses Buch nur wundern! Einige Tips sind sicherlich sehr hilfreich, aber irgendwie kann ich eine Autorin, die solche Meinungen vertritt, generell nicht mehr ernst nehmen.

Ich empfand die Suche nach der Hebamme als relativ schwierig, schließlich kommt ihr ja eine große Bedeutung zu, selbst wenn man sie nicht als Beleghebamme einsetzen kann bzw.will. Sie solte in der Nähe arbeiten, dachte ich mir, also habe ich über www.hebammenliste-muenchen.de die Liste der Hebammen durchgearbeitet, die im Umkreis arbeiten. Einige fielen dabei durchs Raster, da sie bestimmte Leistungen nicht anboten. Diejenigen, die übrig blieben, habe ich angerufen und getroffen.

Bei der ersten habe ich mir gleich beim Eintreten in die Praxis gedacht, dass ich wieder gehen will. Es war absolut lieblos und geschmacklos eingerichtet. Es wurde mir eine Tasse Rote-Bete-Saft angeboten und eine Ayuverda-Keze angezündet – ich habe zwar nichts gegen Esoterik, es sollte aber nicht im Vordergrund stehen. Wichtiger wäre gewesen, sofort eine Vertrauensbasis aufzubauen, was aber leider nicht stattfand. Im Gegenteil, ich erntete böse Blicke, weil ich mit dem Gedanken spiele, per Kaiserschnitt zu gebären! Ich fühlte mich, als ob ich mich für irgendetwas entschuldigen müßte… Dass ich evtl auch nicht stillen will, habe ich dann schön für mich behalten, bin gegangen und habe diese Dame von meiner Liste gestrichen.

Mittlerweile habe ich eine sehr nette Hebamme, die mir nicht weismachen will, wie toll Schmerzen und Wehen sind und bei der ich meine eigene Meinung äußern darf. Bei ihr muß man sich als Frau nicht beweisen, wie hart man ist. Sie klärt mich über alles auf, auch über die natürliche Geburt und das Stillen, und ich werde mir alles sehr genau anhören und danach entscheiden, was ich machen will. Meine Frauenärztin hat allerdings gesagt, dass eine Kaiserschnitt-Geburt die sicherste Variante für die Kinder ist (bei Zwillingen) – und das ist für mich das Wichtigste!

2 thoughts on “Die Hebammensuche

  1. Also ich fand das Buch hauptsächlich fürs Wochenbett gut. Gerade beim vierten Minimonster war mir die Ruhe wichtig und das es mir zu steht nach vier Schwangerschaften in fünf Jahren endlich mal auszuruhen. Ich habe bewusst den AB besprochen und mich bei keinem gemeldet und einfach geschlafen, geschlafen, geschlafen… Und der Gatte hat gewerkelt und betreut und getan… Herrlich…

    Gestillt hab ich bisher nur das kleinste Kind hier und das ist auch so in Ordnung. Ich weiß nicht, ob man sich da bei gleich Zweien großen Stress zusätzlichen machen sollte, und etwas zu tun, was dermaßen gemocht werden will- einfach nur, weil es das Richtige sein soll, ist nicht der Weg, den man gehen sollte…

    Hebammensuche? Es ist immer gut, im Nachhinein nichts zu bereuen, egal für was im Leben- es gilt genau das.

  2. Hallo Kassiopeia,
    vier Schwangerschaften in fünf Jahren ist allerdings sehr fleißig! Gratuliere!
    Deine Einstellung zum Stillen bzw. Nicht-stillen teile ich total, ich denke, dass jeder machen sollte, was er für richtig hält solange es dem Baby dabei gut geht. LG…

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