Kita-Start

Nun beginnt der „Ernst des Lebens“.  Meine Kinder kommen in die Kinderkrippe. Zum ersten mal werden sie nicht von Menschen betreut, die sie lieben, sondern die dafür bezahlt werden. Die auch auf 12 andere Kinder aufpassen müssen. Die mal genervt sind von ihrem Job, mal unausgeschlafen, verkatert, gereizt oder überfordert  sind. Die ihre Augen nicht überall haben können. Die mir sicherlich mal die eine oder andere Kleinigkeit verheimlichen werden. Ich bin nicht da.

Meine Kinder sollen dort spielen, basteln, raus gehen, neue Dinge lernen, Freunde finden, Spaß haben. Sich entwickeln. Und ich bin nicht dabei.

Es ist keine Krabbelgruppe, in die sie sporadisch gehen können – dort MÜSSEN sie hin, jeden Tag von Montag bis Freitag, fast 8Std. am Tag. Weil ich etwas für mich tun will, etwas anderes tun will, als Kinder zu hüten, weil ich meinen Beruf liebe und weil wir das Geld brauchen. Ich gebe sie dort ab und überlasse sie jemand anderen, den ich nicht kenne, einer fremden Person.

Ich bin nicht für sie da.

Ich fühle mich zerrissen. Egoistisch. Sie sind noch so klein, sie wissen noch gar nichts von der Welt. Sie sind so unglaublich unschuldig.

Ich wünsche euch viel Glück, meine süßen Mäuse. Ich bin froh, dass ihr euch gegenseitig habt. Haltet euch schön aneinander fest und lasst nicht los. Es reicht schon, dass ich das tun muss.

3 thoughts on “Kita-Start

  1. Hallo,
    ich finde deinen Blog richtig gut. Deine Erfahrungsberichte sind sehr hilfreich.
    Wir versuchen seit fast zwei Jahren schwanger zu werden, jedoch ohne Erfolg 🙁 und wohnen ebenfalls in München.
    Wir würden mittlerweile eine künstliche Befruchtung nicht mehr ausschliessen. Jedoch besteht dabei eine hohe Wahrscheinlichkeit von Mehrlingen.
    Wir wünschen uns überalles Kinder. Trotzdem gehen mir tausend Fragen durch den Kopf. Die Risiken einer Mehrlingsschwangerschaft, die erhöhte finanzielle Belastungen bei Zwillingen, die eh schon schwierige Zusage für einen Krippenplatz, weiterhin berufstätig sein zu können, …
    Wie seid ihr dann doch an die Krippenplätze gekommen?!
    Ich würde mich freuen, wenn dein Blog weiterhin am Leben bleibt.
    Viele Grüße

  2. Liebe Netti,
    Krippenplätze sind kein Problem, wenn du dich sofort nachdem du schwanger bit bei circa 20 Krippen anmeldest.
    Wir konnten und am Ende zwischen 4 Krippen entscheiden!
    Auch die finanzielle Belastung ist nicht so hoch, wie man meint, man kann viel gebraucht kaufen. Nur die Brei-Zeit war sehr teuer, da ich es nicht geschafft habe, selbst zu kochen. Aber das sind nur ein paar Monate, inzwischen essen sie beim Familientisch mit.
    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es klappt!
    LG!

  3. Liebe Katrin,
    Ich möchte dir ein riesen Kompliment für diesen wunderbaren Blog machen!
    Durch Zufall habe ich ihn gefunden – will eigentlich seit einer Stunde schlafen, aber kann nicht aufhören zu lesen…ganz wunderbar.
    Ich bin auch seit August letzten Jahres zwillingsmama von zwei wunderbaren Töchtern. Auch hier in München.
    Nächsten Monat fange ich wieder an zu arbeiten – und ich konnte mich gerade so in deinen Zeilen wiederfinden. Ist echt so schwierig den Absprung zu schaffen und die Kleinen loszulassen. Und ständig dieses Grübeln, ob man Ihnen zuviel zumutet-sie sind ja noch so klein.
    Aber sie werden das schon packen-und du hast recht-sie haben sich ja gegenseitig und müssen sich nicht loslassen…
    Danke und gute Nacht aus der stillen Münchner Innenstadt.
    Ivonne

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