Funktionieren

Funktionieren. Durchhalten. Weitermachen. Das sage ich mir jeden Morgen.

Es ist nicht einfach im Moment. Max hat Pseudo-Krupp. Emma hat schlimmen Durchfall und Schnupfen. Beide weinen viel, schlafen schlecht, essen nicht. Max hat Anfälle in der Nacht und hohes Fieber.  Mein Mann ist nervlich am Limit, man merkt, die Elternzeit hat ihm Kraft geraubt. Die Krippeneingewöhnung wurde vorerst auf Eis gelegt wegen der Krankheit der Kinder. Und das, bevor sie für 2 Wochen schließt. Das stellt ein großes Zeitproblem für uns dar. Für mich. Denn ich werde mir mehr Urlaub nehmen müssen, um nach dem Krippenurlaub von vorne zu beginnen. Mehr Urlaub als ich nehmen sollte. Aber die Kinder gehen vor. Mit diesen Augen werde ich auch in der Arbeit gesehen. Ich bin eine Zwillingsmutter. Nicht mehr die Hauptverantwortliche Designerin im Hallhuber Donna Team. Jetzt weiß ich auch, warum ich anders gesehen werde. Jetzt sind die Kinder krank, ich werde zu Hause gebraucht, habe nur 3 Std geschlafen. Wenn Basti keine Elternzeit hätte, hätte ich nun schon 3 Tage gefehlt, denn die Kinder können mit Fieber nicht in die Krippe. Sie werden immer vor allem stehen, das Wichtigste sein. Und sie werden oft krank sein.

Ich bin ein sehr belastbarer Mensch. Ich schaffe viel und kann viel auffangen. Irgendwer hat mir mal gesagt, dass Zwillinge „nur zu starken Frauen kommen“. Das muss wohl so sein. Stark bin ich. Ich kämpfe wie eine Löwin, um überall 100% zu geben. Ich werde in der Arbeit gebraucht. Ich werde zu Hause gebraucht, von meinem Mann und meinen Kindern. Der Haushalt muss gemacht werden. In der Arbeit muss ich gestylt und gepflegt erscheinen, zu Hause muss ich gute Laune haben. Und Geduld und Nerven. Ich muss überall pünktlich sein.  Der Druck ist unglaublich.

Zurzeit fühle ich mich sehr einsam. Obwohl ich nie alleine bin. Ich habe niemanden, der sich so fühlt wie ich. Der meine Probleme nachvollziehen kann. Der mir sagt, dass es besser wird. Der mir wirklich helfen kann.

Funktionieren. Durchhalten. Weitermachen. Keine Erwartungen an den Tag haben. Mehr als das ist es nicht im Moment.

4 thoughts on “Funktionieren

  1. Hallo
    ich vertehe dich sehr gut,ich fühle mich genauso wie dich.
    ich arbeite nicht aber ich kann das schön denken wie bei dir aussehe.meine beide Mädchen sind 16 Monate .vor die hatte ich schön 2 Kinder 6 und 2 Jahr.Telle dir vor wie bei mir geht,ich frage mich manche mal wo ich die Kraf hir holle.
    wie sie große werde und schwierig ist das alles
    du bist nicht allein
    Vielen Dank
    Sabine

  2. Hallo Katrin
    Mir geht es auch immer wieder mal so wie dir! Wir haben auch Zwillinge, sie kamen am 7. April 2011 auf die Welt. Mädchen und Junge. Seit Januar arbeite ich wieder und weiss manchmal auch nicht wo mir der Kopf steht. Am schlimmsten ist der Schlafentzug, zuwenig oder gar kein Schlaf kann den stärksten Menschen umhauen.
    Und auch ich fühle mich oft sehr einsam obwohl ich es ja eigentlich nicht bin.
    Aber Leute die es nicht selber erlebt haben können es einfach nur schwer nachvollziehen was “wir” leisten und wie wir uns fühlen. Die kommen 2 Stunden hüten und finden diese 2 Stunden jeweils schon “Kräfteraubend” und sind k.o 😉
    Unser Junge läuft seit dem 9. Monat, darüber bin ich sehr glücklich, ist er doch seither viel selbständiger und zufriedener. Und die kleine Maus ist jetzt auch gerade dabei es ihrem Bruder nachzumachen. Sie sind zuckersüss, fast immer gut aufgelegt und spielen so süss zusammen!
    und auch ich habe ein unheimlich schlechtes Gewissen sie 2 Tage in der Woche in die KITA zu geben, obwohl sie eigentlich sehr gerne gehen, vorallem der Junge findet es ganz toll da.

    Die letzten 2 Monate waren die Beiden immer wieder krank, eine Erkältung und Bronchitis jagte die Nächste und ich kam einige Male wirklich an meine Grenzen. Da half mir jeweils der Gedanke in solchen Momenten einfach im Hier und Jetzt zu leben. Nicht an den nächsten Tag zu denken. Einfach versuchen an nichts zu denken und zu entspannen. Denn sobald ich mir wieder über die Arbeit und dies und das Gedanken mache fängt sich der Kreis im Kopf an zu drehen und ich komme nicht mehr raus…

    Ganz liebe Grüsse aus der Schweiz!
    Anna

  3. Hallo Katrin
    Bin grad durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und du sprichst mir aus der Seele meine Zwillinge sind im Juli 2010 geboren und dazu habe ich noch einen älteren Sohn mit viereinhalb ich arbeite auch in Teilzeit und ich fühle mich auch so oft allein und unverstanden der Satz spricht mir aus der Seele… Ich bin einfach immer kaputt und lebe von Tag zu Tag ein Stück weit gibt man sich selber auf. Und ich habe mich auch erstmal echt Mies gefühlt die kleinen in die Kita zu tun aber es hat auch keiner was davon wenn ich vor die Hunde gehe weil ich das alles nicht mehr packe und für mich ist die Arbeit sowas wie Urlaub :)) also einfach mal raus aus dem Kinderhort und scheissekratzen und was denken und leisten mit dem Kopf. Es ist echt hart alles zu schaffen und obwohl ich meine drei Kids auch über alles liebe ist es wirklich eine harte Prüfung. Klar mein Mann versteht mich schon auch und hilft wirklich viel aber die krassen kleinen und stressigen alltagssituationen muss ich eben alleine bewältigen. Gut ist dass meine Schwester auch Zwillinge hat und sie mich wirklich versteht und das tut gut. Kann ja nur alles besser werden :))))

  4. Vielen Dank für diesen Post der mir, auch einige Jahre später, grade ein wenig Trost spendet.
    Durch Zufall hab ich diese Seite gefunden und es hilft einfach, wenn man weiß das es anderen genauso geht/ging und man sieht das sie es überlebt haben.
    Meine Jungs sind nun seit Anfang Januar in der Kita und wir haben bisher keine Woche komplett geschafft. Mindestens einen haut es immer wieder um. Nachdem sie nach einer Woche Krankheit heute erstmals wieder einen ganzen Tag dort waren und ich mich schon glücklich wähnte, daß sie auch den morgigen Tag hingehen könnten, ging es eben wieder mit einem Magen-Darm Infekt los und ich kann den Rest der Woche wieder streichen. So viel Urlaub kann man gar nicht nehmen…
    Aber was solls, sie sind das Beste was mir jeh passiert ist und die momentane Verzweiflung vergeht auch wieder. Danke für die Aufmunterung die ich durchs lesen erhalten habe.

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