Schlechtes Gewissen und Prosecco….

…. passen hervorragend zusammen. Ersteres kann man nämlich wunderbar in letzterem ertränken.

Heute war ich keine gute Mutter. Müde, ausgepowert und mit den Nerven durch habe ich ein weiteres Abendessen mit meinen Kindern erlebt, das mal wieder seines Gleichen suchte. Max ißt schon seit Wochen abends nicht mehr richtig, er weint und nervt und ist unausstehlich. Emma ist zur Zeit ein Engel, sie ißt selbst, mit ihrem Tellerchen und dem Löffel in der Hand, schaufelt sie sich das Essen rein und klatscht danach in die Hände – um sich selbst zu beglückwünschen, wie gut sie das kann. Zumindest war das mal so.

Bis sie sich vor einigen Tagen bei Max abgeguckt hat, was man alles beim Essen so tun kann, außer zu Essen. Soll heißen, sie macht ihm nun alles nach und findet das ganz toll. Brot auf den Boden werfen. Wurst kauen, ausspucken und – natürlich – auf den Boden werfen. Nudeln mit Soße auf den Löffel nehmen und wegwerfen, gerne auch auf Mama. UND SO WEITER! Worte können das Chaos nicht beschreiben. Und ich war sauer. SO sauer! Ich habe meine 17 Monate alten Kinder angeschrien, dass ich das nicht mit mir machen lasse, denn verarschen könnten sie jemand anderen. Ich habe so arg mit ihnen geschimpft, dass beide anfingen zu weinen. Kläglich. Und ich war immer noch sauer. Ich habe sie sehr unsanft aus ihren Hochstühlen gerissen, sie auf den Boden gesetzt und weiter geschimpft. Ich war echt außer mir! War das ein Amoklauf? So stelle ich ihn mir zumindest vor. Ich hatte mich in Rage geschrien und konnte gar nicht mehr aufhören – hier im Wohnzimmer, mit total eingesautem Esstisch und zwei weinenden Babys am Boden. Wir hatten schon zwei mal eine ähnliche Situation, aber heute war etwas anders: es tat mir nicht leid. Zum ersten mal habe ich nicht sofort an meine Kinder gedacht und was sie nun von mir denken, sondern einfach nur: ich kann nicht mehr.

Naja, zumindest die ersten Minuten. Danach flossen natürlich meine Tränen, weil ich eine so schlechte Mutter bin, mit so wenig Geduld und so wenig Ahnung, wie man Kinder erzieht. Meine Mäuse, mein armen.

Deshalb fließt nun der Prosecco, und Edward hilft mir auch ein wenig, dazu noch 1-2 Zigaretten und ich hoffe – SEHR – das ich beim nächsten mal weiß, wie reagieren soll – bisher hab ich noch keinen blassen Schimmer…..

8 thoughts on “Schlechtes Gewissen und Prosecco….

  1. Oje, du Arme! Aber mach dir keinen Kopf, das ist völlig normal! Kenne keine Mami, die nicht irgendwann mal “ausflippt”! Liebe Grüße, Meike

  2. Ich kann es dir so nachempfinden!!! Meine Zwillinge sind jetzt 14 Monate und gehen auch schon seit September in die Krippe. Man freut sich einerseits mal wieder etwas für sich tun zu können, sich selbst zu verwirklichen (wie egoistisch). Und andererseits hat man zu Hause noch mehr Stress und nicht immer die Nerven, die man für die Knirpse, den Haushalt und seinen Gatten braucht. Dein Blog gefällt mir. Muss mich mal weiter einlesen, wenn ich die Zeit dazu finde… 😉

  3. Ich kenne das nur zu gut und mein Jungs sind erst 5,5 Monate (korrigiert 9 Wochen) alt. Ganz wichtig: du bist keine schlechte Mutter. Wir sind halt alle nur Menschen und irgendwann ist man halt mit den Nerven fertig. Ich bin schon jetzt teilweise “unfreundlich” zu meinen Jungs und im nachhinein tut es mir auch leid, aber manche Sachen müssen halt raus. Ich glaube auch, dass man die gar nicht verhindern kann.

  4. Hallo,
    finde dein tagebuch super…. bin auch zwillingsmama, lisa und tom, 6 monate bald. hätte mal eine frage, wie hast du denn mit der breikost angefangen? bzw. wann? ich komme einfach nciht dazu ihnen jeden tag wenigstens 1 brei zu geben, da sie beide gleichzeitig essen wollen, aber noch nicht sitzen können und wenn der löffel nicht schnell genug im mund ist, lauthals zum schreien anfangen…. also denke ich immer … okay schnell die flasche her… warten wir mit brei in regelmäßigkeit bis ihr im hochstuhl sitzen könnt.

  5. Ich musste lachen – kommt mir einfach sooooo bekannt vor! Wir haben 2 männliche Exemplare mit knapp 16 Monaten.. 😉

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