Gutes Personal ist schwer zu finden

Das Abendessen darf bitte nun aufgetragen werden. Sofort. SOOFFORT!!! Wie oft muss man denn anfangen zu schreien nachfragen, bis es endlich fertig ist?

Es gibt also Nudeln mit Lachs und Sahnesoße. Nicht zu heiß und nicht zu kalt. Guten Appetit!

Max möchte das nicht. Er möchte nicht mal probieren. Das hat er nicht bestellt. So eine Enttäuschung, wo er doch ganze 5 Minuten darauf warten musste. Seinen Missmut bekundet er durch laute NEIN-Rufe und einen gezielten Wurf mit dem Löffel in meine Richtung.  Dass an dem Löffel noch eine Nudel und Sahnesoße hing, erwähne ich hier nur am Rande. Emma findet das alles sehr spaßig. Wenigstens für Unterhaltung wird hier gesorgt, wenn das Essen schon so fad ist.

Max möchte aufstehen. Er steht verbotenerweise in seinem Hochstuhl auf, zeigt mit dem Finger auf den Boden und sagt AUF. Die Übersetzung lautet, dass jemand ihn doch aus dem Stuhl heben und ihn am Boden absetzen soll. Aber vorsichtig bitte, ja? Und sofort. Sonst klettert er selber, den Anfang hat er ja ohnehin schon gemacht.

Wild gestikulierend zerrt er an der Gittertür an der Küche. Er will da rein, damit er mir endlich zeigen kann, was es zum Essen geben soll. Alles muss man selber machen!

Der Herr möchte also Kekse zum Abendbrot. Kriegt er nicht. Eine Frechheit ist das! Das lässt er sich nicht gefallen!  Er wird wütend. Puh der Bär leidet am meisten darunter, also natürlich nach mir, denn der hat wenigstens keine Trommelfelle. Emma fühlt sich von dem Lärm gestört – hier kann man nicht mal in Ruhe zu Abend essen! Sie beendet ihre Mahlzeit und entschließt sich, ihrem Bruder bei der Keks-Meuterei beizustehen. Während ich also die Hochstühle und den gesamten Umkreis von Sahnesoße und Lachsstücken befreie, putze und versuche, den Lärm hinter mir zu ignorieren, beruhigen sich die Gemüter (die der Kinder). Wenigstens putzen kann sie. Aber mach das ja ordentlich, ich möchte morgen nicht in alten Lachsflecken sitzen, ja?

Wenn es den Herrschaften nun genehm ist, würde ich sie gerne wickeln.  Wer kommt freiwillig mit ins Bad?

Freiwillig? Das soll wohl ein Witz sein – ich möchte bitte, dass du mich trägst. Aber halte deinen Kopf nicht wieder so vor meine Augen. Der stört mich da. Außerdem möchte ich dabei meinen Schnulli und meinen Schnuffi haben, vergiss das bitte nicht wieder. Wenn man nicht an alles selber denkt.

Danach kannst du mir gerne ein Buch vorlesen. Ich zeige auf die Bilder, und du erklärst mir, was es ist. Nicht umgekehrt, das strengt mich zu sehr an. Alles klar?

Die Hierarchien in meiner Familie sind eindeutig. Da machen wir uns mal nichts vor.

 

11 thoughts on “Gutes Personal ist schwer zu finden

  1. *lach* Wie toll, dass ich durch deinen lieben Kommentar bei mir deinen Blog entdeckt habe! Musste beim Lesen sehr grinsen! Aber ganz ehrlich: meinen größten Respekt, ich kann mir lebhaft vorstellen, dass bei zwei Kindern einiges geboten ist… Aber wie es sich liest, lässt du dich ja nicht unterkriegen;) Werde in Zukunft öfter bei dir reinschauen! LG

  2. Das kommt mir doch tatsächlich auch sehr bekannt vor – und es ist auch nicht sehr tröstlich, zu wissen, dass der kleine Dickkopf ja wohl irgendwoher geerbt sein muss 🙂

  3. OH ja genau so läuft es bei uns auch öfter ab, seitdem meine Mädels ihren eigenen Willen entdeckt haben.

  4. Hallo!
    Ich habe erst heute deinen Blog entdeckt, und noch nicht viel gelesen, aber bis jetzt finde ihn einfach super!
    Unsere Zwillinge sind 19 Monate alt, und es ist so super zu lesen, dass es anderen gleich ergangen ist, wie mir. Besonders nach der Geburt usw.
    Aber dieser Eintrag ist einfach super!!! Es ist wirklich so, und eigentlich traurig, aber wenn ich das hier lese mit dem Kochen und essen, kann ich nur mehr darüber lachen!!! 🙂
    LG Andrea

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