Schlechte Zeiten

Ich habe keine gute Zeit gerade. Deswegen liegt mein letzter Post auch schon Monate zurück. Es ist alles schwierig, alles neu, alles anstrengend.

Es liegt an Emma.

Als wir umgezogen sind vor 2 Monaten war noch alles gut. Den Umzug haben wir gut überstanden, die Kinder haben die neue Wohnung sofort ins Herz geschlossen. Der Garten ist super – wir haben eine Schaukel und eine Rutsche.

Alles war perfekt – für ungefähr 3 Wochen.

Irgendwann fing Emma damit an, nicht mehr in ihrem Gitterbett schlafen zu wollen. Sie trotzte am Anfang nur, war beleidigt und schmollte, schlief aber trotzdem bald ein. Das steigerte sich von Abend zu Abend und wurde irgendwann so schlimm, dass sie schon weinte, als wir in Richtung Bett gingen. Also habe ich eine Matratze mit ins Zimmer gelegt, auf der ich ihnen noch eine Geschichte vorlesen wollte und Emma das Gefühl geben wollte, bei ihr zu sein. Sie schrie sich wieder die Seele aus dem Leib, bis ich sie zu mir auf die Matratze legte, das war dann okay. Max wollte natürlich dann auch aus seinem Bett raus – gleiches Recht für alle.

Sie hatte also entweder Angst vor dem Gitterbett oder wollte nicht mehr eingesperrt sein – wie auch immer – es gab nur die Lösung, ein großes Matratzenlager im Kinderzimmer aufzubauen, mit vielen Kissen und Stofftieren.

Soweit war das okay.

Dann fing Emma aber an, sehr lange nicht einzuschlafen. Sie brauchte mindestens 1 Std und brachte es auch oft zu 2,5Std. Es war schrecklich! Für sie und für mich! Max schlief selig nach 30min ein und Emma und ich kämpften bis 22.00 Uhr. Sie wollte nicht schlafen, wollte spielen, wurde sauer, beleidigt, trat nach mir – alles war dabei. Ich war furchtbar verzweifelt und innerlich auch richtig sauer auf sie, es war eine echt schlimme Phase für mich. Sie „raubte“ mir doch meine kostbaren 2Std die ich am Abend für mich hatte, meine „quality time“! Ich verstand nicht, was mit ihr los ist und dachte über nichts anderes mehr nach.

Bis ich mal eines Sonntags ganz spontan auf eine Idee kam. Wir lagen auf unsrem Lager, beim Mittagsschlaf. Max schlief schon längst, Emma quälte sich. Ich fragte sie also, ob sie wieder aufstehen will, ob sie nicht müde sei – und sie war überglücklich!

Wir verbrachten also den restlichen Tag ganz normal und warteten ab, wann sie wohl ihren Tiefpunkt bekommen würde und siehe da – er kam gar nicht. Sie hielt den ganzen Tag super durch und schlief abends innerhalb von 15 min ein.

Das war´s also. Meine Emma braucht keinen Mittagschlaf mehr – mit noch nicht mal 2,5Jahren.

Allerdings muss ich bei den Kindern im Zimmer schlafen, da Emma mich sonst nachts sucht und wohl jede Nacht in meinem Bett landen würde. Seitdem schlafe ich nicht mehr gut. Die Kinder husten, wachen mal auf, kuscheln sich an mich, treten mich im Schlaf. Ich weiß nicht, wie lange ich nicht mehr durchgeschlafen habe, das muss Wochen her sein. Und wenn man Zwillingsmutter ist, weiß man, was Schlafmangel bedeutet – schließlich hat man darin doppelte Erfahrung damit.

Emma will alles alleine machen, was wirklich ganz toll ist. Alleine Hausschuhe und Mütze anziehen kann sie schon.

Aber alles andere – kein Mittagsschlaf mehr und mitten in der Trotzphase – ist das nicht ein wenig früh?

Sie trotzt den ganzen Tag lang, man muss sie mit Samthandschuhen anfassen, ihr alles recht machen, sonst bricht die Hölle über uns los. Wenn ihr etwas nicht passt – absolute Kleinigkeiten lösen es aus – dann schreit und weint sie nicht nur mal kurz, sondern bis zu 40 min lang. Neulich kam ich 1,5std zu spät in die Arbeit, weil sie einen Trotzanfall am frühen Morgen hatte. So fängt der Tag richtig gut an! Meine Nerven, meine Nerven…

Aber es geht noch weiter mit meinen Sorgen um sie. Denn sie hat Ängste. Vor dem Garagentor zum Beispiel, oder vor dunklen Ecken, davor, dass Max etwas passieren könnte. Dass ich gehen könnte. Deshalb beklammert sie mich auch gerade so.

In der Kita gibts auch auf einmal wieder Ärger, denn Emma will entweder nicht hin, nicht dort bleiben oder zu einer anderen Gruppe in der Kita, in der ihre Lieblingserzieherin arbeitet. Was sie aber erst nach dem Morgenkreis darf. Es ist jeden Tag entweder das Hinbringen oder das Abholen schwierig, und immer sind dann Tränen mit im Spiel. Emmas oder meine oder sogar beides.

Und zuguterletzt ist Emma zur Zeit dauernd krank. Zuerst ein richtig fieser Dauerhusten. Dann eine Magen-Darm-Grippe, dann eine Virusinfektion mit Fieber.

Ich bin zur Zeit gedanklich und nervlich nur mit ihr beschäftigt, trage nur mit ihr Kämpfe aus, weine wegen ihr.

Zu Max gibt es gerade nichts zu sagen, außer dass er so einfach, brav und tierisch süß ist. Er nimmt sich so zurück, dass es mir oft das Herz bricht. Er ist so bezaubernd.

Und ja, wenn Emma eines Tages so weit ist, dass sie diesen Blog lesen darf, dann kann sie die Wahrheit schon verkraften. Denn dass ich beide Kinder über alles liebe, habe ich hier schon sehr oft erwähnt. Aber die Dinge sind nunmal wie sie sind. Im Moment ist es nicht leicht mit Emma. Alles andere als das.

9 thoughts on “Schlechte Zeiten

  1. Auweia, ich kann dich gut verstehen. Wir haben 19 Monate alte Zwillinge. Und unser Prinzesschen schläft seit einigen Monaten auch auf einem Matratzenlager… Und einschlafen alleine geht gar nicht. Ich muss immer mind. eine Stunde neben ihr liegen und mich schlafend stellen ;-).
    Haben jetzt allerdings herausgefunden, dass sie Nachts viel ruhiger schläft wenn sie alleine in einem Zimmer ist also auch ohne ihren Zwillingsbruder. Sie schläft so sogar durch. Vielleicht hilft das der Emma auch?

    Liebe Grüsse
    Anna

  2. Oh je, das hört sich ja leider gar nicht gut an. Ich hoffe dass euer Leben bald wieder entspannter sein wird!
    Ich finde, dass mit Zwillingen viele Dinge im Leben oft ein bisschen schwieriger sind und wenn die Kleinen dann auch noch in einer schwierigen Phase oder krank sind, dann kann es so richtig anstrengend werden.
    Zu uns kommt momentan regelmäßig eine Nanny, die mir mit den Kindern (23 M.) hilft und es ist so ein angenehmer Unterschied, wenn man mal nicht alleine für alles verantwortlich ist (der Papa tut was er kann, ist aber halt tagsüber arbeiten).
    Alles Gute für Dich und Emma!

  3. Ich spreche dir mein volles Beileid aus. Diese Phase hatten wir auch. Und es war eine lange Phase. Wir haben die Kids dann nachts wieder getrennt. Und uns auch. Sohni bei mir, Maxe bei Papa, wie in den guten nächtlichen Stillzeiten. So konnte man nur von einem Kind geweckt werden. Ungefähr acht Monate haben wir so verbracht und dann die Kinderzimmer sehr schön eingerichtet und sie dorthin verfrachtet. Bei uns liegt allerdings unser Schlafzimmer direkt neben den Kinderzimmern, es trennt uns also nur eine Tür. Auch wenn es doof klingt: Sie werden älter und dann wird es besser. Hoffe ich. Vielleicht war für Emma jetzt alles ein bisschen viel. Ganz liebe Grüße und Zeit für deine Qualitytime! Mara.

  4. Es kommt mir alles sehr bekannt vor und ich fühle mit dir!!!
    Bei uns war es auch mit 2,5 Jahren vorbei mit dem Mittagsschlaf. Ich bin auch erst darauf gekommen, nachdem wir uns auch regelmäßig zusammen mittags im Bett gequält haben und keiner von meinen Mädels schlafen konnte. Erst habe ich diese Ruhephase sehr vermisst, aber es dann positiv gesehen, da man zeitlich flexibler ist und abends früher Ruhe hat :-).
    Meine beiden sind mittlerweile 4 Jahre und wir schlafen immer noch zusammen auf einem “Lager”. Auch ich möchte hier dringend etwas ändern und suche noch nach einer Lösung. Auch im Kiga läuft es nicht optimal, es geht auf und ab, auch mit vielen Tränen.
    Aber wir schaffen das, Zwillingsmamas sind doch stark!!! 🙂
    Liebe Grüße

  5. Ich wollte mich kurz für die Veröffentlichung dieses Blogs bedanken. Ich bin manchmal so ausgepowert und fühle mich allein, obwohl auch ich wie so viele hier nie allein bin. Mein eineiigen Zwillingsjungs sind fast 15 Monate alt. Ich liebe sie über alles, aber all die Probleme, die du hier beschreibst, kenn ich so (zur Zeit vor allem die ewigen Krakheiten, dass ich nicht arbeiten gehen kann und die kleinen seit der Eingewöhnung schon wieder 3 Wochen in der Kita fehlen, die schwierige Freizeitgestaltung mit zwein, die keine Lust auf Kinderwagenfahren haben)
    Grad sind sie auf gewacht und flitzen wir die Irren um den Küchentisch, während sie sich gegenseitig anlachen – nein, will mich nicht beschweren und sie niemals eintauschen.
    Aber, dass man hier ein wenig Verständnis findet, für so viele Situationen, die einen manchmal verzweifeln lassen – das finde ich toll!
    Bitte mach weiter, uns bitte kommentiert alle weiter fleißig.

    Liebe Grüße Christina

  6. hallo liebe zwillingsmamas

    meine Zwillinge jan und monadie sind 2im eptember geworden und was soll ich euch sagen anstrengend anstrend ich glaube ich kann für alle sagen als wir unsere zwillinge bekammen hat unser leben ganz schön auf den kopf gestellt wenn meine etwas nicht wollen oder ich nehme ihnen etwas weg weil es zu gefährlich ist wird laut geweint und geschrieen ich liebe meine kinder genau so wie alle aber abends gehen sie mir echt auf den geist wenn sie wieder weinen weil sie keine lust haben zu schlafen obwohl sie schon müde sind bin eben auch nur mama die alles alleine macht mit ein zwillingspaar und einer grossen tochter im moment totzen die kleinen und die grosse nützt das aus um etwas zu machen was verboten ist

  7. ich finde das echt gut wie du dich da durch kaempfst ! auch wenn du nervlich sicherlich am ende bist ! ich wuensche euch gaaaaaaanz viel glueck ! 🙂

  8. Meine Zwillinge Maximilian und Leonie werden blad 3 und auch bei uns wird getrotzt was das Zeug hält… Aber vor allem bei Max konnte ich beobachten, dass es am schlimmsten ist und er am wütendsten wird wenn es ihm nicht gut geht. Also wenn er eh schon angeschlagen oder krank ist, dann dreht er wegen Kleinigkeiten total ab – ähnlich wie bei deiner Emma kann das auch schon mal über ne halbe Stunde dauern… Beobachte es mal wenn sie wieder fit ist – dann wird es bei uns meist wieder besser! Wenn Leonie trotzt ist sie wenigsten ansprechbar – das geht bei Max gar nicht 😉 Kopf hoch – alles wird besser irgendwann…

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