Erste Male

Heute habe ich zum ersten mal meinem Kind einen Klapps auf den Po gegeben. Und ich hoffe, es war das letzte mal. Es war nur 1 Klapps auf den (Windel-)Po, aber trotzdem.

Ich versinke in schlechtem Gewissen

Emma ist so tief in der Trotzphase, schlimmer kann es kaum sein (bitte nicht?).

Sie rastet wegen Kleinigkeiten aus – man macht sich keine Vorstellungen. Sie macht mir das Leben gerade so schwer. Und ich weiß, ich darf ihr nicht böse sein, denn die Trotzphase ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, dem man nicht mit Härte entgegnen sollte, sondern mit Verständnis. Das ist die Theorie.

In der Praxis läuft Emma wie heute Morgen einfach Amok. Alle 2 min. Daneben steht ein kleiner verwirrter Max und versteht die Welt nicht mehr. Ich bin hin und her gerissen, ob ich mich nun um Emma kümmern soll oder lieber Max erklären soll, dass alles gut ist. Nebenbei mich für die Arbeit fertig machen, die Küche aufräumen, Betten machen, Kinder anziehen, wickeln, Frühstück machen. Nach einer Nacht, die keine war, weil die Kinder durchgehend gehustet haben.

Vor der Kita strampelt sich Emma dann wutentbrannt von meinem Arm und läuft einfach auf die Straße. Es kam kein Auto in dem Moment. Wir hatten Glück.

Und mir ist vor Wut und Frust die Hand ausgerutscht. Obwohl sie ohnehin schon verstört, quengelig und müde war.

Was für ein schrecklicher Morgen.

 

10 thoughts on “Erste Male

  1. Ohja, ich kenne das alles! Da kommt alles zusammen: Schlafmangel, schwierige Phasen und keine Zeit für sich selbst …
    Gibt es vllt irgendeine Idee, wie du den Tag für dich selber entstressen könntest? Einen Abend pro Woche einen Babysitter, um in der Sauna zu entspannen? Einen Samstagnachmittag mit der besten Freundin Kaffee trinken gehen?
    Meine Theorie in der Kleinkindzeit meiner Kinder war, dass alles besser lief, wenn ich entspannt war. Und bei euch klingt das schon sehr festgefahren, oder? Ganz, ganz liebe Grüße und viel Kraft! Mara

  2. Ja, solche Situationen kenne ich auch gut. Es kommt so vieles zusammen und manchmal verliert man einfach die Fassung…
    Es würde dir bestimmt gut tun mal etwas Zeit ohne die Kinder zu haben und vielleicht wäre es auch eine Idee mal mit Emma alleine etwas zu unternehmen, damit ihr auch mal wieder eine schöne Zeit miteinander verbringen könnt.
    Liebe Grüße!

  3. Ich zolle dir meinen Respekt. Nicht, weil du dein Kind geschlagen hast, sondern weil du den Mut hast, es zu sagen und es nicht als Klaps bezeichnest. Auch wenn es wahrscheinlich nicht sehr doll war. Ein Schlag ist Schlag. Aber du bist auch nur ein Mensch und mit deinem schlechten Gewissen und deiner Verzweiflung zeigst du doch deutlich, dass es nicht wieder passieren wird. Ich kann deine Situation in dem Moment völlig verstehen. Ich habe gegen jede Logik und Liebe in mir für meine Kinder auch manchmal das Bedürfnis, sie zu schütteln, wenn Marleen beim Essen auf meinem Arm nur zappelt und unaufhörlich jammert, weint, Brei ausspuckt, die Flasche wegschlägt und den ganzen Tisch mit ihren Füßen abräumt, obwohl offensichtlich NICHTS ist. Sie hört dann einfach nicht auf, egal was ich mache und ich bin am Ende mit meinem Latein und den Nerven. Ich setze sie dann wieder in der Laufstall, ein weinendes, um Mama jammerndes Kind und gehe eine rauchen. Auch das ist nicht richtig. Aber manchmal ist es einfach so. Ich zolle dir deswegen Respekt, weil es nicht leicht ist, dazu zu stehen. Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass die Trotzphase bald besser wird und deine Nerven wieder stärker. Meine Vorrednerin hat recht. Gönn dir mal wieder was und du freust dich wieder auf deine Kinder. Und als kleiner Trost: Emma wird es sicher nicht in ihre Rede zum 18. Geburtstag erwähnen, weil sie es dann gar nicht mehr weiß. Das ist zwar kein Freibrief zum Schlagen, aber vielleicht hilft es ja ein bisschen….

  4. Das ist mir auch ein paar Mal passiert – und jedes Mal fühlt man sich wie die schlechteste Mutter der Welt. Ich wills auch gar nicht schönreden. Aber ein Trost: wenn die Kinder erst mal aus der Trotzphase raus sind und besser komunizieren und zuhören können, wird es besser. Meine sind inzwischen sechs und machen (meistens) das, was ich ihnen sage. Das macht das Leben soooo viel einfacher. Und schont das Nervenkostüm. Und dann passiert so was auch nicht mehr… Also: halt die Ohren steif!

  5. Oh je. Das kommt mir so bekannt vor. Das mit dem Freiraum für sich stimmt ja, mehr Schlaf klar-weiß man ja auch. Aber woher nehmen – beides? Wenn ich mich als die schlimmste Rabenmutter gefühlt habe, als meine zwei/drei noch so klein waren(die Tochter nur knapp 2J.älter), hieß mein Geheimrezept “Johanniskraut Dragees”. Das ist pflanzlich, hellt die Psyche auf bereits nach 1-3 Tagen und es läuft wieder besser.
    Dann war ich mal bei einer Elternbildung, allerdings waren die Jungs glaub schon etwa drei oder vier. Da hieß es, man soll probieren, dem Kind klar zu machen, dass man selbst eben einen Fehler gemacht hat. Aber dem Kind auch erklären, dass es auch mitverantwortlich für die Situation war. Das nahm mir etwas den Druck, für alles allein verantwortlich zu sein und etwas von dem Rabenmuttergefühl, das mir noch mehr zusetzte.
    Viel Kraft und daran Glauben, dass es besser wird – es wird!

  6. Ich kenne das auch. Meine sind jetzt 3 Jahre alt. Die jüngere hat es auch mal häufiger, dass sie austickt. Wenn sie sich nicht von selbst beruhigt, dann muss sie erstmal ins Nachbarzimmer und darf erst wieder rauskommen, wenn sie aufhört rumzuheulen. Wenn sie trotzdem wieder rauskommt, muss sie wieder rein, bis sie aufgehört hat. Bei uns klappt das auch ganz gut. Ich muss mich nicht so viel aufregen und es ist mehr Ruhe. Man muss bei Zwillingen sehr aufpassen, dass sie einem nicht auf der Nase rumtanzen. Ich bin auch froh, wenn diese Phase vorbei ist. Einen Klaps auf den windel-Po hat glaub ich schon jeder mal gemacht. Man darf es aber nicht zur Gewohnheit werden lassen und man muss es dem Kind erklären und entschuldigend.
    Ansonsten heisst es Nerven bewahren und konsequent sein.

  7. Hey du…,

    ich habe zwei Jungs… sie sind im Januar 4 geworden und ich mache manchmal auch Höllenzeiten durch. Unser “Größerer” rastet regelmäßig aus und dann zerstört er alles, was ihm in den Weg kommt. Er tritt, beisst und bespuckt sowohl mich, als auch seinen Bruder. Als er irgendwann mich so doll gebissen hat, dass ich einen fetten Bluterguss hatte und einige Minuten später mit einer Kraft, die nicht vorstellbar ist, einen Stuhl quer durch die Küche auf mich warf… da wra ich am Ende. Und es fehlte nicht viel, da hätte ich ihn wahrscheinlich vom Balkon gworfen. Zumindest war das mein sehnlichster Wunsch… Ich bin mittlerweile mit ihm bei einer Kinderpsychologin, die mit ihm eine Spieltherapie macht. In dieser Stunde ist er ganz allein mit ihr und darf spielen und lernt im Spiel mit seiner Wut und seiner Frustration umzugehen. Es hilft wirklich – uns allen. Sein Zwillingsbruder hat nicht mehr so viel Angst vor ihm und ich muss weniger ausrasten bzw. ihn abrüllen oder schütteln oder auch den blöden Klaps auf den Hintern nicht mehr geben. Ich kann dich so verstehen… man denkt immer: MIR passiert das nie… ich bleibe immer geduldig. Aber dieses kleine Teufelchen macht es ja auch nicht absichtlich (in so jungen Jahren), er kann sich nur nicht anders äußern. Und er MUSS lernen, dass es so nicht geht. Und wenn ich einfach überfordert bin und ihm das nicht wirklich beibringen kann, weil ich im Grunde zerrissen bin zwischen zwei Kindern, dann ist das die einzig gesunde Lösung für uns alle.

    Und man muss sich auch nicht schämen. Ich mache es zumindest nicht. Ich stehe da ganz offen zu und sage: So ist es eben – das machen wir und es hilft uns…

    Das wollte ich nur mal loswerden… ach ja … und HALLHUBER muss jetzt unbedingt mal tolle Sachen auf den Markt bringen, die meine blöden 9 KIlo mehr, nach der Geburt, verbergen ;-)))

    Alles Liebe, Bianka

  8. Hallo.trotzphase…..haben wir im moment auch.unsere beiden mädels,testen das gerade sehr extrem.sind jetzt 3 1/4 zuckersüss,und richtige kleine hexen.sie haben ihre grenzen,und loten sie aber täglich neu aus.mama ist krankenschwester im 3 schichtdienst.papa macht gerade wegen krankheit erziehungsarbeit.bei mama haben wir ganz klare regeln.aber bei papa…da reicht ein augenaufschlag.wir wissen es genau wie wir was wann machen müssen.und trotzdem haben die beiden eine komunikation,und erwischen uns immer wieder.papa schimpft lange nicht aber wenn er es tut dann haben wir wieder eine neue grenze gezogen.die beiden erwachsenen haben unser kinderzimmer neu gemacht.hat uns aber so nicht gefallen……also farbe an die wände….papa hat dann geschimpft,und uns dann tafelfolie an die wand gemacht.also gut erzogen haben wir ihn schon….und bei mama geht das auch.bis zum ende der trotzphase mir ca 4 haben wir die auch rum….wir sind zwingerlinge..und pipi lalumpf schauen wir auch an.ne spass bei seite.unsere mädels haben ihre trotztage.aber es wird jetzt besser je mehr sie in der lage sind sich mitzuteilen und je weniger man darauf anspringt.kinder haben die veranlagung das sie genau wissen wann sie die eltern kriegen…..nichts destotrotz,keine sekunde dieser erfahrung mit unseren mäusen möchten wir missen.denn diese zeit ist eine der schönsten die man hat.

    Lg von der ostsee jana und marcus

  9. Du hast den Zext umgeschrieben, nicht wahr? Aus dem Schlag einen Klaps gemacht.

    Warum?

  10. Hallo Fiona aka Jenny, langsam ist es glaube ich genug. Warum liest du denn meinen Blog, wenn du mich so offensichtlich nicht leiden kannst? Natürlich darfst du gerne weiter kommentieren, ich lösche dich nur, wenn du mich beleidigst, was du ja meistens tust. Ich frage mich nur, was dir das bringt. Vielleicht denkst du mal darüber nach….

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