To do-Listen und andere Überlebenstipps Teil 2

Punkt 5: Ein-und Ausgaben. Wenn aus zwei Menschen auf einmal vier werden und dabei  aus zwei Gehältern  nur noch ein Gehalt, ändert sich die Haushaltskasse natürlich dramatisch. Vor allem als wir von den Kinderkrippen hörten, wie hoch die Beiträge sind, gerieten mein Mann und ich in Panik. Bei Zwillingen gibt es für das zweite Kind einen lächerlichen Rabatt von 70€, mehr nicht. Mit Essensgeld kommt man auf satte 800€ im Monat, wenn man die Krippe von 8-15/16Uhr in Anspruch nimmt. Schluck! Das muß man erstmal verdauen. Für Windeln und Babynahrung bei zwei Babys kommt man circa auf 400€ im Monat. Alle anderen Ausgaben sind natürlich schwer zu berechnen, je nachdem ob man die Babyklamotten auf dem Flohmarkt kauft, was man geschenkt bekommt etc.

Finanzielle Unterstützung bekommt man durch das Mutterschutzgeld, das Kindergeld, das Elterngeld im 1.Jahr und das Landeserziehungsgeld im 2.Jahr –  und hoffentlich den lieben Omas und Opas.

Punkt 6: Mutterschutz und Mutterschutzgeld. Der Mutterschutz bei Zwillingen wird mit 6 Wochen vor und 12 Wochen nach der Geburt berechnet. Dass Zwillinge fast immer früher kommen, ist dabei egal, es gilt der errechnete Termin. Das heißt, dass man weniger freie Zeit zur Verfügung hat, als Einlingsmamas, so grotesk das ist. Ein Beispiel: mein GT wäre rein theoretisch am 30.06. Demnach beginnt mein Mutterschutz am 19.05., wobei man aber ab dem 30.05. bereits mit der möglichen Geburt rechnen muß! Wenn ich also nicht genügend Urlaub übrig gehabt hätte, hätte ich Pech gehabt. Natürlich wird die Muschu-Zeit bei Frühgeburten im Nachhinein wieder angerechnet (12 Wochen + die Anzahl der Wochen, die die Twins zu früh kamen), aber davon hat man nicht so viel, da man die Zeit eher vorher zur Schonung und Entspannung bräuchte.

Von der Krankenkasse bekommt man 13€ pro Tag bezahlt, den Rest des bisherigen Nettogehalts bezahlt der Arbeitgeber. Den Antrag auf das Muschu-geld füllt man beim Frauenarzt aus, circa 7 Wochen vor dem errechneten Termin. Man bekommt dann einen einmaligen Betrag von der Krankenkasse für die ersten 6 Wochen, der Arbeitgeber zahlt seinen Anteil weiterhin monatlich. Nach der Geburt muß man beim Standesamt eine “Geburtsurkunde für die Mutterschaftshilfe” beantragen und diese bei der Krankenkasse einreichen. Danach bekommt man den zweiten Teil des Betrags von 12 Wochen überwiesen.

Punkt 7:  Elternzeit und Elterngeld: Die Elternzeit beträgt 12 Monate bzw. 14 Monate, wenn der Ehepartner einen Teil der Zeit ebenfalls zu Hause bleibt. Wir werden uns so aufteilen, dass ich die ersten 12 Monate zu Hause bleibe und mein Mann Monat 13 und 14. Sowohl bei der Elternzeit als auch beim Elterngeld muß man die 12 Wochen Mutterschutz (nach der Geburt) abziehen. Es sind demnach nicht 3 Monate Muschu und 14 Monate Elternzeit, sondern 3 Monate Muschu und nur noch 11 Monate Elternzeit maximal.

Das Elterngeld beträgt 69% vom Nettogehalt und wird monatlich überwiesen. Bei Zwillingen bekommt man für das zweite Kind noch ein zusätzliches “Mindestelterngeld” von 300€ monatlich. Elternzeit und Elterngeld sollte man 7 Wochen vor Antritt beantragen. Die Formulare findet ihr hier: http://www.elterngeld.net/elterngeldantrag/bayern.html.

Man braucht dazu verschiedene Bescheinigungen und muß sich durch einigen Papierkram arbeiten – mir selbst steht das auch noch bevor!

Punkt 8: das Kindergeld. Das Kindergeld beträgt zur Zeit 184€ monatlich, demnach bekommt man bei Zwillingen 368€ ausbezahlt. Den Antrag muß man bei der Bundesagentur für Arbeit/Familienkasse einreichen. Das Formular kann man sich hier holen.

Fortsetzung folgt…

6 thoughts on “To do-Listen und andere Überlebenstipps Teil 2

  1. Woher hast Du denn, dass die “verpasste” Mutterschutzzeit hinterher angerechnet wird, wenn die Kinder früher als zum Termin zur Welt kommen? Nach meiner Erfahrung (nach zwei Kindern) beginnt der Mutterschutz von max. 8 bzw. 12 Wochen mit dem Tag der Geburt – egal ob die früher oder später stattfindet.
    Viel Glück und viel Freude mit Euren Zwergen!

  2. Das ist ganz sicher so, das hat mir die Krankenkasse und mein Arbeitgeber gesagt, steht außerdem im Internet. Kannst ja mal danach googeln. Wenn die Babys früher kommen und du nicht die vollen 6 Wochen vor der Geburt hast, wird der Teil an die 12 Wochen dran gehängt, so dass man insgesamt auf 18 Wochen kommt (bei Zwillingen). Liebe Grüße!

  3. Wir haben selbst dieses Jahr Zwillinge bekommen und es stimmt nicht, dass der verpasste Mutterschutz dran gehängt wird!

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