To do-Listen und andere Überlebenstipps Teil 3

Punkt 8: der Zwillingskinderwagen. Ja, der Kinderwagen ist groß – daran führt kein Weg vorbei. Ich habe mehrere sehnsüchtige Blicke in Richtung Einlingskinderwagen geworfen und mir gedacht, wie einfach und NORMAL diese kleinen Wägen aussehen… Die erste Frage war, ob man einen Wagen nimmt, in dem die Babys hintereinander oder nebeneinander sitzen. Mehrere Zwillingseltern haben aber in verschiedenen Foren von den Wägen abgeraten, in dem die Kinder hintereinander sitzen – zu lang, zu ungelenkig, die Babys sehen sich nicht gegenseitig etc. Nun denn, es sollte also ein Wagen sein mit parallelen Sitzen. Dabei waren uns drei Auswahlkriterien wichtig: welches Modell passt in den Kofferraum, welches Modell ist am Schlankesten und welches am Leichtesten? Das Finanzielle spielt natürlich auch eine Rolle – mehr als 500€ wollten wir ausgeben, also musste der Wagen gebraucht sein. Am Ende standen zwei Modelle in der engeren Auswahl, die alle oben genannten Kriterien erfüllten: ein TFK Twinner Twist oder ein First Wheel City Twin. Gefunden haben wir unseren Wagen schließlich auf www.babynews.de, wo sich Eltern austauschen, Sachen verkaufen und allgemeine Informationen mitgeteilt werden. Der Vorteil ist, dass die Seite nach Städten gegliedert ist, so dass wir uns den Wagen vorab angucken konnten, bevor wir ihn kauften. Wir haben nun 400€ für einen TFK Twinner ausgegeben, der super in Schuss ist und alle Extras hat, die wichtig sind (Regenschutz, Sonnenschutz, extra Babywannen etc.)

Punkt 9: die Babyausstattung bei Zwillingen. Es gibt im Internet viele Seiten, die einem ein ungefähres Maß vorgeben, wie viel Babyklamotten man braucht für zwei Kinder. Ich habe tendenziell lieber öfter eine Größe größer gekauft, da die beiden ja sehr schnell wachsen werden und man sonst mit dem Shoppen gar nicht mehr nachkommt.  Ich habe einige Bodys und Strampler in Größe 50, das Meiste aber in 56 gekauft. Anfangs hatte ich etwas dagegen, die Sachen auf dem Flohmarkt zu kaufen, da ich das irgendwie unhygienisch fand. Deswegen habe ich viele neue Sachen, habe aber schließlich doch ein paar Flohmarkt-Erfahrungen gemacht und sie nicht bereut. Die Klamotten sind in einem sehr gutem Zustand – ist ja eigentlich auch logisch, wenn man überlegt, wie lange ein kleines Baby seine Sachen tragen kann, bis sie nicht mehr passen.

Bei den Baby-Pflegeprodukten schwört meine Hebamme auf Weleda, weshalb ich mich damit eingedeckt habe. Man braucht aber nur ein Pflegeöl, eine Gesichtscreme und eine Wundschutzcreme. Ansonsten Feuchttücher, Windeln, Wickelauflagen, Windeleimer, Waschlappen, 4 Badetücher mit Kapuze, ein Badethermometer, eine Baby-Nagelschere und evtl. eine Babybadewanne. Man kann die Babys aber am Anfang auch erstmal im Waschbecken baden. Wir haben keinen Heizstrahler, da wir im Bad wickeln, das immer sehr warm ist.

Das Kinderzimmer sollte mindestens 1 Bettchen enthalten, wenn man die Kinder anfangs gemeinsam in 1 Bett legen will. Wir haben gleich zwei Betten gekauft und aufgebaut, werden die Babys aber in 1 Bett legen und beobachten, ob sie sich wohl fühlen. Wenn nicht, steht das zweite Bettchen schon und wir müssen nicht lange nach Alternativen suchen. Aber eigentlich liest man oft, dass Zwillinge besser und ruhiger schlafen, wenn sie sich gegenseitig spüren. Ansonsten braucht man mindestens 4 Schlafsäcke, 2 Matratzenschoner, 4-6 Spannbettlaken, eine Spieluhr, evtl. 1-2 Mobiles – man sollte einfach eine schöne und beruhigende Schlafatmosphäre schaffen! Apropos schlafen, ich lese gerade “Jedes Kind kann schlafen lernen” von Annette Kast-Zahn und Dr. Hartmut Morgenroth, das mir von mehreren Seiten empfohlen wurde. Angeblich ist es machbar, dass die Babys innerhalb weniger Monate schon von 20 bis 8 Uhr durchschlafen, man muss ihnen nur bestimmte Gewohnheiten beibringen – ich werde, wenn es soweit ist, von meinen Erfahrungen berichten!

Punkt 10: Stillen oder Flaschennahrung. Wir haben uns für Letzteres entschieden. Ich möchte nicht die einzige Bar in der Stadt sein, d.h. mein Mann oder Oma und Opa können genauso füttern wie ich. Für meinen Mann ist das bestimmt eine sehr schöne Erfahrung bzw. für uns alle 4, wenn wir gemeinsam abends die Flaschen geben. Wer sich gegen das Stillen entscheidet, braucht einen Flaschensterilisator, einen Fläschchenwärmer, circa 10 Flaschen (NUK, Größe 1 S), einen Fläschchenständer, Fencheltee, Milchzuckerpulver und 2 Stillkissen. Ein besonderer Tipp ist der Wasserkocher von Philips, der drei verschiedene Temperaturstufen hat, so dass man die Milch nicht abkühlen lassen muss: Philips Wasserkocher HD4685.

Punkt 11: die Tagesmutterbörse. In den Kinderkrippen bekommt man ja immer zu hören “Zwillinge…da haben sie es noch schwerer, Plätze zu bekommen…”. So ist es leider auch bei den Tagesmüttern, da diese selten zwei Plätze gleichzeitig frei haben. Angeblich. Ich finde es immer noch erstaunlich, dass man Zwillingseltern noch mehr Steine in den Weg legt; als ob man es ohnehin nicht schon schwerer hätte, zumindest finanziell. Welches Sozialreferat in München zuständig ist, kann man hier raus finden. Die Beratung war sehr nett und ausführlich allerdings war ich viel zu früh dran. Es reicht, wenn man sich 6 Monate, bevor man eine Tagesmutter braucht, beim Sozialreferat vorstellt, einen Kontaktbogen ausfüllt und sich als Suchende registrieren lässt. Zusätzlich dazu bekommt man Adressen von Tagesmüttern in der Nähe, die man selbstständig kontaktieren muss. Allerdings sind Tagesmütter so teuer, dass wir sie uns nicht werden leisten können. Sie kosten circa 5€/Std. pro Kind, was bei zwei Kindern und einer 50-70% Stelle circa 1300€ im Monat ausmacht. Das heißt, eine Tagesmutter kommt für uns nur in Frage, wenn wir 2-3 Monate überbrücken müssen, bevor wir einen Krippenplatz bekommen. Falls wir keinen bekommen sollten, stehen wir vor einem riesigen Problem…

Punkt 12: Sonstiges. An was muss man noch so denken? Die Kinder sollten natürlich krankenversichert werden, man muss sich einen Kinderarzt suchen, sich evtl. überlegen, eine Haushaltshilfe anzuschaffen für die ersten Wochen, der Ehemann sollte sich Urlaub nehmen so lange wie möglich – und dann sollte man sich zurücklehnen, durchatmen und der Dinge harren, die da so kommen. Nun ist Zeit für kreative Ideen, man kann das Kinderzimmer dekorieren, den dicken Schmöker zu Ende lesen, den man vor Monaten angefangen hat, ein Bild malen oder sich einfach nur entspannen und alle Kräfte sammeln für die angeblich anstrengendste Zeit seines Lebens….

7 thoughts on “To do-Listen und andere Überlebenstipps Teil 3

  1. ‘jedes kind kann schlafen lernen’ ist der größte müll der jemals geschrieben worden ist. ‘kontrolliertes schreien lassen’ ? what the fuck? ich rate ab. von ganzem herzen.

  2. Man muss ja nicht alle Tipps befolgen, einige sind gut, einige werde ich ignorieren. Zumindest haben mir wie gesagt viele Eltern begeistert von ihren durchschlafenden Kindern berichtet…mal sehen. Erstmal müssen meine auf die Welt kommen, dann sehen wir weiter.

  3. nicht wahnsinnig machen lassen. 😉
    es kommt viel stress auf euch zu. aber viel viel mehr schöne momente. felix fängt gerade an zu ‘reden’ (mehr laute von sich zu geben) … ich heule jedes mal vor rührung. :)))

  4. Ein sehr schöner Buchtipp ist “Kinderkacke” von Julia Heilmann und Thomas Lindemann – wir haben zwischendrin herzhaft lachen müssen – und das hilft!

  5. Ich bin dreifache Mutter. Meine Tochter ist im August 2008 geboren und meine Zwillingsjungs im Oktober 2009. Viele Punkte die du geschrieben hast, hätte ich auch so schreiben können.

    Zum Punkt Buch: Wir haben es auch gelesen und angewandt und jedes Kind ist da verschieden. Unsere Tochter hat bsp. mit 4 Wochen schon von alleine von 19:30-7 Uhr durchgeschlafen. Da haben wir selbst heute noch manch eine Mühe sie wach zu bekommen, damit sie pünktlich in der Kita ist. Und mittags schläft sie auch noch von 12:30-15 Uhr. Bei unseren Söhnen haben wir das Buch angewandt, als sie sieben Monate als waren und der Meinung waren uns immer noch alle 2-3 Stunden wecken zu müssen. Und Fazit: Ein Kind schläft seitdem von 19-6 Uhr durch; das andere kommt auch um 19 Uhr ins Bett, ist aber um 23 Uhr nochmal wach, bekommt dann noch eine Milch, und schläft dann bis 5 Uhr durch. Somit auch ein kleiner Erfolg sichtbar und wir sind zufrieden. Dafür schläft er dann mittags von 11-15 Uhr und der andere erst ab 12:30 Uhr.
    Zu Punkt Krippe: Es ist schwer einen Platz zu finden, da gebe ich dir Recht. Wir haben auch lange gesucht und viele Absagen erhalten. Wir hatten nachher das große Glück, dass eine neue Kita zu Januar 2010 ihre Türen öffnete. Unsere Tochter ist seitdem dort in der Kitagruppe für Kinder ab einem Jahr und unsere Söhne wurden zu September 2010 in der Krippengruppe aufgenommen. Geschwisterkinderbonus, sonst hätten wir da wohl keinen Platz bekommen.
    Zu Kinderwagen: Wir haben auch den TFK Twinner und sind sehr zufrieden damit.
    Zu Punkt Flaschennahrung: Wir haben 12 Flaschen von Avent (250ml) und 4 kleine noch dazu (125ml). Aus Erfahrung kann ich nur sagen, das wir die kleinen eigentlich nie brauchen. Zwar sind sie schön klein, aber einfach zu wenig Flüssigkeit drin. Milchpulver ist klar und wir hatten zwei Flaschenwärmer von Avent (Geschenk von der Oma). Und die kommen in Einsatz und wenn es wirklich mal schneller gehen muss, dann die Mikrowelle. Und geschadet hat es unseren Kindern bis jetzt noch nicht (auch unserer Tochter nicht, die wir auch schon mit Flaschennahrung groß bekommen haben). Wir haben uns bei unserer Tochter schon einen Vaporisator gekauft, um die Flaschen gut und steril reinigen zu können. Einfach auswaschen, damit sie sauber sind, und dann dort reinstellen, Nukel auf das Fach oben legen, und ca.20-30 Minuten laufen lassen. Dann abkühlen lassen und sie sind steril. Ist eine super Sache und die Schnuller lege ich alle 1-2 Abende auch mal mit rein. Schnuller lege ich aber auch mal so in heißes Wasser und danach kommen die Nudeln oder Reis rein.
    Zum Punkt Babyausstattung: Wir haben einfach alles von unserer Tochter wieder hervorgeholt und waren überrascht, was wir alles fanden. Somit hatten wir 8 Strampler in Größe 56 (viele geschenkt bekommen), mehrere schon in 62 usw.. Also schafften wir nichts neues an, denn Bodies und so waren auch vorhanden. Nun ja, jetzt haben wir Jungs, aber sie haben am Anfang auch rot getragen. Nur Rosa haben wir aussortiert. Auch heute tragen sie noch nach. Rote Pullis sehen auch bei Jungs prima aus. Wir haben eineiige Jungs und sie tragen auch mal gleiche, eindeutige Jungskleidung. Aber eher wenn wir zu Festen gehen o.ä.. Zur Krippe habensie eigentlich immer was verschiedenes an und der Flohmarkt ist inzwischen einer meiner besten Freunde geworden.
    Zum Punkt Bett: Unsere Zwillinge schlafen seit Geburt an jeder in einem Kinderbett. Anfangs noch in einem Zimmer, aber zu August 2010 sind wir umgezogen und seitdem hat jeder sein eigenes Zimmer und schläft darin. Alleine wegen dem Schlafrhythmus auch schon. Und es hat unsere Jungs nie gestört. In der Krippe schläft auch einer unter dem Podest in einem Kleinkindbett und der andere auf dem Podest im Kinderbett. Sie machen da noch keine Unterschiede.
    Punkt Auto: Wir haben auch einen VW Caddy und sind zufrieden damit. Und mit drei Kindern braucht man den auch schon, denn es ist einer der einzigen wo drei Kindersitze von “Römer” für Kleinkinder oder bsp. ein Kindersitz und zwei Maxikosis auf den Hintersitzen Platz finden.

    Ein Punkt erachte ich heute als sehr wichtig an: Eingewöhnung in der Kinderkrippe. Ich habe mir damals gedacht, dass es mit zwei Kindenr wohl etwas leichter sein wird, als nur mit einem. Schließlich haben sie sich beide aneinander. Die Eingewöhnung meiner Tochter mit 16 Monate in der Kita war schwer und die Eingewöhnung der Jungs auch. Es war Schreien mal zwei, Tränen mal zwei, usw.. Es war keine Erfahrung vorhanden. Von einer anderen Zwillingsmutter weiß ich, dass ihre Krippe Erfahrung in der Betreuung von Zwillingen hatte und die Eingewöhnung prima klappte, weil jedes Kind eine Bezugserzieherin hatte. Das ist ein hoher Aufwand an Betreuung, aber jedes Kind will als einzelnes angesehen werden. Meine wurden von einer Erzieherin eingewöhnt und es dauerte lange. Sie waren da auch erst 10 Monate alt und ich startete im November mit meiner Arbeit und meine Jungs waren erst Mitte Oktober komplett eingewöhnt, also inklusive Schlafen. Der eine schneller, als der andere. Da hat auch jeder seinen eigenen Rhythmus. Beispiel hat Nr.1., er geht um 11 Uhr mittags ins Bett, schon ab dem 8. Tag dort geschlafen und war dann bis 15 Uhr dort. Nr.2. geht erst um 12:30 Uhr ins Bett, wollte anfangs dort nicht schlafen und schlief erst nach vier Wochen einmal dort und dann auch nur eine Stunde. Es dauerte Wochen bis er seinen Rhythmus gefunden hatte. Daher plane eine lange Eingewöhnungszeit, wo du in der Zeit, wo die Kinder alleine in der Krippe sind dich ausruhen kannst, denn danach fordern sie dich noch mehr als sonst. Inzwischen haben beide dort ihren guten Rhythmus gefunden und ich kann guten Gewissens arbeiten gehen.
    Punkt Krippenschließzeiten: Unsere Krippe hat zwar nich viele Schließtage, aber wenn, dann muss einer guter Plan her. Wir haben glücklicherweise eine gute Babysitterin, seit kurz vor der Geburt der Zwilinge schon, Studentin, und diese übernimmt dann die Betreuung der drei Kinder. Wenn sie nicht kann reisen auch mal Oma und Opa an, aber 600km sind da schon eine Strecke und die “Eingewöhnung” aneinander dauert dann auch an. Und Babysitterin/Großeltern bin nicht ich. Die Kinder fordern mich nach so einer Art der Betreuung mehr, als wenn sie in der Krippe waren.
    Punkt Krankeheit eines oder beider Kinder: Einer muss bei dem Kind zu Hause bleiben. Für ein Kind gibt es 10 Tage im Jahr, somit sind es schon 20 Tage. Aber nicht immer kann/will man zu Hause bleiben und dafür sollte auch vorgesorgt sein. Unsere Babysitterin springt dann oftmals stundenweise ein. Denn nicht jedes Meeting mit Gästen bsp. die aus London angereist sind, kann ich einfach absagen.
    Punkt Frühe Fremdbetreuung: Ich habe es immer sehr genossen, als die Babysitterin mal mit unserer Tochter, mit den Zwillingen oder auch mit allen dreien unterwegs war. Sie startete mit allen drei, da waren die Zwillinge vier Monate alt, und diese zwei Stunden habe ich dann als meine Zeit genutzt. Oftmals habe ich mich einfach mal hingelegt, eine Stunde geschlafen, ein Buch gelesen, usw. und nach so einer Auszeit war ich wieder richtig fit. Das kann ich nur empfehlen, sich frühzeitig schon stundenweise eine Auszeit zu gönnen. Denn ich bin zwar Mama, aber auch eine Frau. Und den Kindern geht es besser, wenn sie eine erholte Mama haben, als eine gestresste.

    Ich hoffe, ich kann dir mit meinen Erfahrungen ein wenig helfen.

  6. Hallo,

    ich war mit meiner großen Schwester neulich beim Babysachen Shoppen und wir haben uns auch ein paar der Doppelkinderwagen angeschaut. Also, ich muss schon sagen, dass die auf mich noch alle sehr groß wirken, aber man gewöhnt sich wohl mit der Zeit daran. Als zukünftige Tante möchte ich natürlich auch ein bisschen Ahnung haben, was die Kleinen Krümel und meine Schwester wohl brauchen könnten und schaue mich gerade online ein bisschen um. Vom TFK Twinner Twist habe ich bisher nichts gehört. Auf jeden Fall werde ich ihr deine Tipps schicken, vielleicht ist da auch etwas für sie dabei:-)

    Carolin

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