Himmel und Höllle

Emma und ich haben zusammen gebadet. Danach stehen wir im Bad und trocknen uns ab; das Radio läuft.
Wir tanzen auf Eurythmics und quatschen herum.
Emma steht nackig vor dem Spiegel, streckt sich selber die Zunge raus und lacht sich kaputt.
Auf einmal dreht sie sich zu mir um und sagt: “Mama, ich bin glücklich.”

Und mir schießen vor unbändiger Liebe zu diesem tollen Mädchen und diesem einzigartigen Satz die Tränen in die Augen.

Ein wenig später bin ich mit Max im Wohnzimmer und spiele mit ihm Lego.
Aus einer aggressiven Laune heraus macht er binnen von Sekunden alles kaputt was wir gerade aufgebaut haben. Das tut er zur Zeit jeden Tag mehrmals, und es nervt mich.
Ich schimpfe ihn. Zwar nicht schlimm, aber Schimpfen ist es trotzdem.
Er dreht sich von mir weg und sagt: “Mama, du bist immer so böse.”
Mein Herz bricht in zwei Teile. Ich bin furchtbar deprimiert und sehr traurig über diesen Satz.

Und so ist das Leben mit Zwillingen.

Himmel und Hölle.

3 thoughts on “Himmel und Höllle

  1. Liebe Katrin, Dein blog bewegt sehr. Das Leben hat Licht und Schatten. Mit nur einem Kind ist man socher gefühlt näher am Himmel. Oder der Hölle. Je nachdem… Zwei gesunde Kinder, mit allem was dazu gehört. Ihr beide gehört zu den gesegneten dieser Welt, vergesst das bitte nicht!

  2. Liebe Katrin,
    ich verstehe diese Geschichte und sehr wohl auch Ihre Gefühle.
    Es IST wirklich so.
    Ich erlebe das auch immer wieder. Wir haben nun mal zwei Kinder, die im selben Alter sind und die (wie bei vielen Zwillingen) absolut grundverschieden sind. Himmel und Hölle tun sich da leider sehr oft gleichzeitig auf!
    Meiner Meinung nach haben wir Zwillingsmütter allerdings schon das Recht drauf, nicht immer ausschließlich ein gesegnetes Glück genießen zu müssen.
    Wir dürfen und müssen auch mal sagen dürfen, dass nicht immer nur alles eitel Sonnenschein ist! Wie sollen wir denn sonst Kraft für unseren Alltag und unsere Kinder haben?
    Kopf hoch, Max wird sich auch bald wieder “ausgeärgert” haben.
    Viel Kraft wünscht Ihnen bis dahin
    Meermond

  3. Lieber Felix,
    Ich empfinde sehr oft Dankbarkeit und bin mir sehr bewusst, was für ein Glück wir haben. Aber aber im Alltagstrott hat man eben nun mal auch andere Gefühle. Danke übrigens für deine netten Worte! Wie geht es euch dreien denn?
    Ganz liebe Grüße!

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