All posts by Zwillingsmama

Sommer 2017

Vor einem Jahr habe ich Rotz und Wasser geheult, als meine Kinder ihren letzten Kita-Tag hatten. Es folgte ihr erster, langer Sommer voller Vorfreude auf die Schule.

Nun haben sie ihr erstes Zeugnis bekommen und haben die erste Klasse geschafft.

Ich kann mich noch erinnern, wie aufgeregt ich an meinem ersten Elternabend war. Oder vielleicht weniger aufgeregt, aber unsicher. Ich kannte Niemanden. Der Kindergarten war in einer ganz anderen Ecke Münchens, und so mussten wir alle von vorne anfangen, meine Kinder neue (Schul-)Freunde finden und ich neue Mamas. Dass meine Kinder ausgerechnet Freunde finden, deren Mütter auch noch nett sind und mit mir auf einer Wellenlänge sind, das hatte ich gar nicht zu träumen gewagt. Nett ist unsere kleine Mütter-Gemeinschaft, die sich jeden Tag vor der Schule trifft, um die Kinder abzuholen. Eine sehr nette Mama-Runde, eine hervorragende Lehrerin, liebe Freunde, eine tolle Schule. Nein, ich kann mich wirklich nicht beklagen.

Ich hoffe nur, dass das zweite Schuljahr nicht so emotional wird, wie das erste. Es gab so viel zu verarbeiten, so viel zu lernen, sowohl für die Kinder, als auch für mich. Ich hatte keinen Schimmer, was da emotional auf mich zukam, als das Schuljahr los ging. Meine Kinder haben in diesem Jahr Ängste entwickelt, auf die ich nicht vorbereitet war. Eines meiner Kinder setzt sich noch dazu einem solchen Leistungsdruck aus, dass es einen normalen Grenzwert überschritten hat. Diesbezüglich werde ich mich wappnen müssen für das zweite Schuljahr, denn dann gibt es Noten. Der Druck wird erhöht und mein Kind wird damit klar kommen müssen. Aber jetzt weiß ich wenigstens, womit wir es zu tun haben. Ich bin emotional vorbereitet.

Mein Sohn musste zweimal zur Direktorin, um sich zu entschuldigen. Auch das hatte ich nicht erwartet. Zu Hause ist er ein so zurückhaltendes Kind, er macht nie etwas absichtlich kaputt oder heckt schlimme Streiche aus. Aber er lässt sich gerne überreden, bei Quatsch mitzumachen, dass wusste ich bereits aus meinen Erfahrungen aus der Kita. Aber ich dachte, die Schule sei eine erheblich größere Autorität, so dass er sich weniger traut, etwas anzustellen. Pustekuchen, das sieht er wohl nicht so. Beide Male hat er wohl nur dabei gestanden und zugesehen, wurde nicht aktiv, dennoch… Er muss noch lernen, was Recht und Unrecht ist und wann er sich aus einer Situation herausnimmt, auch wenn es nur Lausbubenstreiche waren.

Ich selbst wusste auch nicht wirklich, was organisatorisch auf mich zukommt, was man fast täglich zu tun hat als Mama von zwei Schulkindern. Da sind so viele Dinge, an die man denken muss, so viele kleine und große Handgriffe.

Aber nun gehöre ich ja zu den “erfahrenen” Schulmamis, nun ist es Routine. Und ich freue mich sehr auf das neue Schuljahr, auf das, was meine Kinder lernen werden, mir erzählen werden, was sie erleben und ich mit ihnen.

Nun haben wir noch einen Rest Ferien, die wir in Italien und anschließend in einem Kinderhotel in der Nähe verbringen werden. Die Vorfreude ist natürlich groß, auch wenn die Ferien bisher schon recht schön waren.

Die Kinder waren die ersten Tage oft bei Oma untergebracht, dann in einer tollen Ferienbetreuung und nun ein paar Tage bei Oma und Opa in Tirol. Mein Mann und ich schnuppern gerade das “alte Leben”. Die Freiheit. Und nein, ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich sage, wie herrlich diese Freiheit ist! Gestern bin ich nach der Arbeit einfach zur Thaimassage gefahren, einfach so! Montag gönnte ich mir nach der Arbeit eine Pediküre und war shoppen. Morgen kommen meine Mäuse zurück, also werde ich mir für heute noch was einfallen lassen. Friseur? Kino? Essen gehen? Was für ein Luxus, sich solche banalen Fragen zu stellen. Ich genieße wirklich jeden Moment. Ich bin keine Rabenmutter, nein. Aber ich bin das erste Mal allein zu Hause, ohne Kinder, für mehrere Tage. Das kenne ich nicht, und ja, es fühlt sich gut an!

Ich bin immer für meine Kinder da, Tag und Nacht, seit 7 Jahren. Ich liebe sie über alles. Und es ist schön, dass ich sie vermisse.

2017-08-14 13_25_08-Vallen JPegger V5.64

Partytime!

Eure Geburtstagparty mit all euren Freunden war am Samstag. Wir hatten das perfekte Wetter, es war nicht zu heiß, nicht zu kalt und den ganzen Tag trocken.

8 Kinder waren geladen, mit euch beiden waren es also 10 energiegeladene Partymäuse! Ich hatte ausmalbare Tischsets besorgt, die ihr ausgemalt habt, bis endlich alle da waren, dann gab es Kuchen und ein spontanes Kirschkerne-Weitspucken. Papa hat eine ganz tolle Schatzsuche für euch vorbereitet, das war die Hauptattraktion des Tages. Die Schatzsuche dauerte mit Rückweg fast zwei Stunden und war ein voller Erfolg. Wieder zu Hause, total erledigt und erschöpft, haben sich alle über das Eis hergemacht während ihr beiden Geburtstagskinder die Geschenke aufgemacht habt.

Danach haben wir diverse Spiele gespielt: Süßigkeiten-Memory, Äpfel schnappen, Eiswürfelwanderung und Süßes an der Schnur. Dazwischen wurde immer mal wieder im Garten herumgetobt und fangen gespielt. Am Ende gab´s dann Pizza und die Tischsets wurden weiter bemalt, langsam kehrte ein bisschen Ruhe ein. Um 18.30 wurde dann der letzte Gast abgeholt, ihr beide durftet fernsehen, während Papa und ich das Chaos beseitigt haben.

Ihr hattet einen tollen Tag mit euren Freunden – dafür hat sich der Stress gelohnt.

Mama und Papa lieben euch über alles!

So wie du bist

Du bist die Mischung aus Papa und mir. Obwohl du eigentlich mehr von mir hast. Glaube ich zumindest. Denn wer kann das schon so genau sagen? Du hast meine Augen und meine Haare, soviel steht schon mal fest. Du hast meine Leidenschaft für Ästhetik, Symmetrie und Farben. Du hast mein visuelles Gedächtnis. Du hast meine Sensibilität. Du bist emotional eher introvertiert, du machst viele Dinge mit dir selber aus. So wie ich.

Du bist ängstlich wie ich es bin, du traust dich wenig. Du hinterfragst das große Ganze, du denkst über das Leben und den Tod nach und über das große Warum.

Du hast meinen Gerechtigkeitssinn. Und meinen Drang nach Harmonie. Du brauchst Menschen und gewohnte Abläufe um dich herum, die dir Sicherheit geben.

Du willst nur Dinge tun, die dir Spaß machen. Wenn du keine Freude oder andere positive Emotionen bei etwas empfindest, verlierst du schnell das Interesse.

Das hast du nun alles von mir. Und da sind noch viele Eigenschaften von Papa. Und der Rest kommt nur aus dir, von dir ganz alleine. Daraus machst du ein ICH. Du bist so wie du bist. Und so bist du richtig. Bitte merke dir das, bitte vergiss das niemals!

Du musst nicht Fußball im Verein spielen, nur weil du ein Junge bist. Weil das Jungs eben so machen. Du hast schon oft gesagt, dass du das nicht möchtest. Du magst den Wettbewerb nicht. Du magst keine Rivalität und erst Recht keinen Kampf (um den Ball). Du willst nicht Fußball spielen, das ist vollkommen in Ordnung für mich.

Du willst nicht in deinem Hochbett schlafen, weil du eines Abends dort eine sehr schlechte Erfahrung gemacht hast. Unter dem Hochbett, auf deiner alten Kindermatratze, da fühlst du dich wohl. Da ist es kuschelig wie in einer Höhle, und wenn du was brauchst, musst du nicht erst eine Leiter hinunter steigen. Du hast Niemanden um ein Hochbett gebeten, deine Idee war´s nicht. Du warst total zufrieden mit deinem alten Kinderbett. Recht hast du, dann bleibst du eben unten.

Du kannst super gut Roller fahren. Du interessierst dich sehr für Mineralien und Steine, sammelst und sortierst sie, liest Bücher darüber. Manche Dinge traust du dich sofort, wie z.B. das Klettern an der Kletterwand im Urlaub. Oder bei einem Kinderlauf mitzumachen. Anders bei Dingen, die dich verunsichern. Taekwondo war so etwas. Der Ton dort war laut und militärisch, Gefühle wurden total ignoriert. Nein, das war nicht dein Sport.

Die meisten Jungs in deiner Klasse üben schon mindestens 1 Sportart aus, meistens Fußball, aber auch Tennis oder Judo. Du hast noch keine Begeisterung für etwas finden können, also warten wir einfach ab. Ich denke, es kommt irgendwann von alleine. Ich habe als Kind tatsächlich erst in jungen Teenagerzeiten einen Sport entdeckt, der mir gefiel. Ich denke, dass es dir gut tun würde, ja, da bin ich mir sicher.

Aber ich werde dich nicht in die Erwartungen der Gesellschaft zwängen. Ein Junge spielt Fußball! Ein Junge hat keine Angst! Stell dich nicht so an!

Nein, das alles sage ich nicht zu dir, werde es nie tun. Und ich hoffe auch, dass Niemand anders dir je das Gefühl geben wird, dass du so wie du bist, nicht richtig bist.

Keine Erwartungen. Keine Schubladen. Kein Zwang, was aus dir werden soll.

Nur eines: glücklich sollst du sein. Ja, das ist meine Erwartung an dich.

Bitte sei glücklich. So wie du bist.

7ea50fa52272321066bb83fe58dcdaea

7

Zwei Wochen haben wir im schönen Griechenland verbracht, 14 wundervolle Tage mit 31Grad und purem Sonnenschein. Max und Emma sind 7 Jahre alt geworden und durften ihren Geburtstag am Meer feiern. Der Geburtstag der Kinder fällt immer in die Pfingstferien, die zwei Glücklichen haben es gut!

Nur noch 5 Wochen, dann ist das erste Schuljahr vorbei und meine Kinder kommen in die zweite Klasse! Es ist unfassbar, hat die Schule nicht gerade erst begonnen?

Vatertag

 

Es gibt eine Person in unserer Familie, die ich hier immer nur am Rande erwähnt habe, und das will ich am heutigen Vatertag unbedingt ändern.

Mein Mann ist ein toller Papa. Ein richtig toller. Er ist für jeden Spaß zu haben. Er nimmt die Kinder ernst. Er ist da und tut was er kann. Er bringt den Kindern viel bei, erklärt ihnen die Welt. Er sorgt sich um sie. Er ist liebevoll. Er ist selber oft noch Kind und deshalb der Allerbeste, wenn es ums Spielen geht. Die Kinder lieben ihn über alles. Vor allem für Max ist er ein Held. Er verbringt jede freie Minute mit ihnen.

Ich wollte mit den Kindern etwas für ihn basteln, eine “Merci” Packung mit all den tollen Eigenschaften verzieren, die ihn als Papa ausmachen, allerdings aus Sicht der Kinder. Die waren begeistert bei der Ideensammlung dabei, und das kam dabei heraus:

Lieber Papa, danke für…

  • spielen
  • kuscheln
  • lustig sein
  • lieb sein
  • Ausflüge machen
  • bei McDonalds essen
  • toll erklären
  • grillen
  • Hobbykeller
  • Hasenpizza essen
  • kochen
  • Mama helfen
  • toll kitzeln
  • mit uns frühstücken

Danke, dass du immer da bist. Wir lieben dich!

Emma my love

Mäuslein, ich bin dir noch einen Liebesbrief schuldig. Für deinen Bruder habe ich bereits einen verfasst, nun bist du – mit geringer Verzögerung – an der Reihe. Schließlich muss ich als Zwillingsmutter immer gerecht sein und aufpassen, dass sich niemand vernachlässigt fühlt.

Seitdem Papa dir Inlineskates gekauft hat, verging kein Tag, an dem du sie nicht benützt hast. Ja, sogar im Regen bist du gefahren, umso lustiger mit Regenschirm, nicht wahr? Anfangs hast du eisern jeden Tag geübt, bist oft hingefallen, aber sofort weitergefahren. Du hast es wirklich schnell gelernt und ein richtiges Talent dafür.

Du bist ein richtig tolles Schulkind geworden. Ich liebe es, wenn du liest. Nicht nur, weil ich hoffe, dass du und Max Leseratten werden wie eure Mama, sondern weil es auch schön ist, dir dabei zuzuhören. Du liest meistens laut vor, während Max leise für sich liest. Gerade beginnt ihr in der Schule mit der Schreibschrift, was dir sehr gut gelingt, weil du gerne komplexe Dinge mit einem Stift vollbringst. Ich liebe deine kleinen Nachrichten, die du auf deine Bilder schreibst.

Du hast sehr liebe Freundinnen in der Schule und auch ein paar Jungs, die du gerne magst. Du bist ein sehr beliebtes Mädchen und wirst oft gefragt, ob du Zeit hast zum spielen nach der Schule. Heute zum Bespiel nehme ich wieder deine beiden besten Freundinnen mit nach Hause, Estella und Kiana. Ihr drei passt super zusammen. Mit Estella gehst du jeden Montag ins Ballett, was dir großen Spaß macht.

Einfach jeder mag dich, du gehst ganz offen und neugierig auf andere Menschen zu, bist sehr freundlich und kontaktfreudig. Deine Stimmungsschwankungen lebst du eigentlich nur zu Hause aus, da knallt es manchmal ordentlich zwischen uns. Du bist schon immer ein sehr anspruchsvolles Kind gewesen, sehr emotional, temperamentvoll, sehr dickköpfig, aber auch so liebevoll, so anhänglich, so voller Gefühl. Du zeigst und sagst mir jeden Tag, wie sehr du mich liebst und das ist etwas ganz Besonderes. Du trägst dein Herz nach Außen.

Warum ich hier immer seltener schreibe, hat zum Großteil mit dir zu tun. Denn die letzten 2 Monate waren nicht leicht für mich. Wir haben ein Problem mit dir, über das ich nicht öffentlich schreiben werde, das ist zu privat. Wenn du das mal lesen wirst, eines Tages, wirst du wissen, was ich meine. Mich hat dieses Problem sehr stark getroffen, so stark, dass mir jedes anderes Thema zu trivial vorkam, um darüber zu schreiben. Also schrieb ich gar nicht mehr. Das Problem ist noch lange nicht gelöst, aber wir arbeiten daran. Und ich habe es verarbeitet. Akzeptiert, dass es da ist und – hoffentlich nur kurzzeitig – zu unserem Leben gehört.

Aber dahin zu kommen war nicht leicht für mich, Emma.

Resultierend aus diesem Problem haben wir u.a. einen IQ Test mit dir machen lassen und das Ergebnis hat mich nicht sehr gewundert, denn du bist sehr schlau. Wusste ich ja schon immer. Besonders in zwei Bereichen bist du überdurchschnittlich intelligent. Im “logischen Denken” hast du einen Wert von 125 erreicht, und in “Verarbeitungsgeschwindigkeit” einen Wert von 126. Das ist sehr hoch für ein Kind in deinem Alter. Deshalb bekommst du jetzt jede Menge Rätselhefte und Mathehefte, die du sehr gerne durcharbeitest und große Freude daran hast. Während andere Kinder es sicherlich als Bestrafung ansehen würden, nach einem langen Tag in der Schule noch extra Matheaufgaben zu lösen, macht es dir große Freude.

Du warst schon immer ein Kind, dass sehr lange zum Einschlafen braucht. Und generell wenig Schlaf benötigt, also ein “Wenig Schläfer” eben. Schon als Baby hast du beim Spaziergang im Kinderwagen 30-40min gebraucht, um einzuschlafen. Während dein Bruder sofort einschlief und da gerade wieder wach wurde. Das hat sich bis heute nicht verändert, es ist sogar Schlimmer denn je. Wir sind bei 21.30 Uhr angekommen, bis du endlich in den Schlaf fällst. Manchmal sogar 22.00Uhr. Mama hat gar keine Zeit mehr für sich und erst recht nicht für Papa. Es nervt mich, Emma. So kann es nicht weiter gehen. Ich bin mir sicher, du könntest auch 1 Std früher einschlafen, aber du lässt es nicht zu. Du machst dich ganz bewusst wieder wach und kämpfst gegen die Müdigkeit an, erfolgreich. Und ich kann dich nicht zum Einschlafen zwingen, nur begleiten. Ich weiß auch, dass du das nicht machst, um irgendjemanden zu ärgern. Dazu bist du viel zu lieb. Du lebst gerne, du lachst gerne, du bist gerne im Hier und Jetzt, mit allen deinen Sinnen, hellwach und bereit, alles aufzusaugen. Bis spät in die Nacht, wenn es nach dir geht.

Bald werdet ihr 7, ihr zwei beiden. Wir werden euren Geburtstag im Urlaub feiern und eine Kinderparty nachträglich veranstalten. Du erzählst jedem, dass du 4x Geburtstag feiern darfst, ob es derjenige hören will, oder nicht. 1x im Urlaub, 1x mit Omas und Opa, 1x mit deinen Freunden und dann noch 1x in der Schule. Ganz viel Lego wünschst du dir und einen Schokoladenkuchen. Das kriegst du auch, mein Schatz, und noch vieles mehr.

Es ist schwer, Gefühle auszudrücken, die so tief sind, so essentiell. Ich könnte ohne dich nicht mehr leben, Emma. Keinen einzigen Tag. Ich liebe dich mit jeder Faser meines Körpers.

Deine stolze Mami