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Mit 8

Mit 8 Jahren seid ihr nun meine großen Kinder. Meine großen, wunderbaren, zuckersüßen, einzigartigen Kinder. Ich habe mich dieses Jahr besonders angestrengt, euch einen perfekten Geburtstag zu organisieren. Und ich glaub, es ist mir auch gut gelungen, denn ihr zwei wart überglücklich. Und dafür hat sich jede Minute Arbeit auch wirklich gelohnt.

Los ging es an eurem Geburtstag mit einem schön geschmückten Esstisch, einem Geburtstagskuchen, vielen Luftballons und viel zu vielen Geschenken. Wie es bei uns Tradition ist, hat immer nur ein Kind ein Geschenk ausgepackt, bevor das andere Kind wieder an der Reihe war, so dass man auch wirklich mitbekommt, ob ihr euch freut und was ihr gerade auspackt. Danach gab es Kuchen zum Frühstück und während ihr bereits am Lego aufbauen wart, backte ich 35 Muffins verschiedenster Sorten für die Party in der Schule am nächsten Tag. Wir holten Oma ab und fuhren zum Märchenwald, das hattet ihr euch gewünscht. Wir verbrachten einen entspannten Tag dort und ihr beide seid sicherlich 30 mal die Eichkatzelbahn gefahren, zum ersten Mal ganz alleine, ohne Begleitung eines Erwachsenen. Abends bestellten wir Pizza und aßen alle zusammen bei einem tollen Kinderfilm vor dem Fernseher.

Am nächsten Tag wurdet ihr in der Schule gefeiert und alle 35 Muffins und eine große Tüte Marshmallows komplett weggeputzt.

1 Woche später war es dann endlich soweit und eure große Geburtstagsparty mit insgesamt 12 Kindern stand an. Wir feierten im Wildpark bei bestem Wetter, mit Regenbogenkuchen, Schokomuffins, vielen Snacks und ziemlich glücklichen Kindern, die euch nochmals reich beschenkten. Die Party war ein voller Erfolg!

Nun ist der Geburtstagsstress für mich vorbei, eure Zimmer bis oben mit Geschenken gefüllt und zurück bleibt wie immer ein bisschen Wehmut. Ich würde euch am Liebsten wieder klein hexen… Max und Emma werdet vier, darauf trink ich jetzt ein Bier, hex hex! Oder so ähnlich. Es geht alles noch schneller, seitdem ihr Schulkinder seid, ich komm dabei echt nicht mehr mit.

Wie immer an eurem Geburtstag vergieße ich Tränen und bin voller Selbstvorwürfe, warum ich die Kleinkindzeit nicht mehr genossen habe. Warum ich so viele Dinge nicht anders sehen konnte, anders gemacht habe. Ich hätte den ganzen Tag mit euch kuscheln sollen. Ich hätte euch jede Nacht bei uns im Bett schlafen lassen sollen ohne zu Meckern. Ich hätte viel mehr Videos von euch machen müssen. Ich habe zu wenig Erinnerungen konserviert. Ich vermisse eure Kleinkindpausbacken und eure Unbeschwertheit. Ich vermisse es, euch hochzuheben und zu tragen. Euch zwanzig Bussis auf die Wange zu geben ohne dass es euch peinlich ist. Ich vermisse eure Nähe, die Verbundenheit zu mir.

Mit jedem Tag geht ihr einen Schritt weiter in euer eigenes Leben, ein Leben, in dem ich bald nicht mehr der wichtigste Mensch bin. Und so muss es ja auch sein. Es ist gut so.

Also lasst eure Mama nur weinen, das ist auch gut so. Das zeigt nur, wie sehr ich euch liebe.

 

 

Mein Sohn

Eine der größten Herausforderungen einer Mutter bzw. Vater ist es, aus seinen Kindern selbstbewusste Menschen zu machen. Das ist nur dann möglich, wenn man sein Kind so annimmt, wie es ist. Nur dann kann man seinem Kind das Gefühl geben, dass es richtig ist, so wie es ist. Mit allen Fehlern, Ticks und Angewohnheiten, die eventuell sogar vererbt wurden. Das geht unter anderem mit viel Respekt vor dem Kind einher. So wie ich selbst behandelt werden möchte, so sollte ich auch mit meinem Kind umgehen.

Warum ist es so schwer, das im Alltag umzusetzen?

Ich würde gerne die Festplatten der Kinder bearbeiten können, so viele Momente löschen und sie durch positive Erinnerungen ersetzen. Oder am Besten, die Zeit um 7 Jahre zurück drehen und alles besser machen. Nicht schimpfen. Nicht schreien. Nicht ausflippen wegen Kleinigkeiten.

Ich hasse mich schon währenddessen. Wenn ich meinen Sohn anschreie voller Wut auf ihn, sehe ich, wie er mich ansieht. Mir beim Schreien zusieht. Mich ansieht und mich nicht mehr mag in diesem Moment. Mich vielleicht sogar hasst und will, dass ich gehe. Dass ich aufhöre.

Vielleicht wünscht er sich in diesem Moment genauso wie ich, dass man die Zeit zurück drehen könnte, dann hätte er sich beim Hausaufgaben machen nicht so bockig angestellt und hätte aufgepasst, was ich sage. Hätte sich nicht taub gestellt oder fünf mal mit “weiß ich nicht” geantwortet. Vielleicht hätte er dann auch nicht die ganze Zeit mit seinem Stift gespielt, aus dem Fenster geguckt und gegähnt. Während ich fast im Alleingang sein Referat für ihn zusammenstelle. Vielleicht hätte er dann auch nicht alles “so doof” gefunden und hätte wenigstens einen Hauch Interesse gezeigt. Und hätte mich nicht mit bösen Blicken überhäuft wenn ich ihn bitte, auch mal einen Vorschlag zu machen.

Wie sehr wünsche ich mir, etwas mehr Geduld in solchen Momenten zu haben. Ich hatte sie auch, die ersten 20Minuten. Aber dann bin ich explodiert, später, als wir fast schon fertig waren. Und weil ich meine Wut bis dahin unterdrückt hatte, war meine Explosion umso heftiger. Und das am Muttertag. So schrecklich traurig, so wahnsinnig sinnlos.

Wenn ich eine Erklärung finden müsste, würde ich von den Tagen und Monaten davor erzählen. Von den Tagen, an denen meine Verunsicherung und Traurigkeit meinem Sohn gegenüber wuchs und sich eventuell an diesem Tag entlud.

Von den Tagen vor dem Vatertag und Muttertag, an denen Max immer mehr selbst gebastelte Karten nach Hause brachte, alle für seinen Papa. Für mich war nichts dabei.

Ich würde von den Monaten davor erzählen, in denen sich Max mir gegenüber verändert hatte. Es begann Mitte Februar damit, dass nur noch Papa ihn ins Bett begleiten durfte. Ich war keine Option mehr, da ging er lieber alleine ins Bett. Er sagte es nie direkt, sondern nur “heute will ich alleine einschlafen”, wenn er wusste, dass Mama dran war. Außerdem nahm er nie meine Hand, egal in welcher Situation. Abends war zum Spielen und Quatsch machen nur der Papa wichtig, egal welchen Vorschlag ich machte.

Ich wurde eifersüchtig und verunsichert noch dazu. Es war offensichtlich, dass Max seinen Papa viel mehr liebt als mich. Dass er ihn vergöttert war schon immer so. Aber dass er mich zeitgleich schon fast ablehnt, das war neu. Es brach mir das Herz.

Warum das so plötzlich kam, weiß ich nicht. Aber ich verstehe das Warum.

Nicht nur, dass mein Mann mehr Quality time mit ihm verbringt ohne nebenher Wäsche zusammenzulegen, er macht mit Max auch die richtig coolen Jungs- Sachen, auf die ich niemals kommen würde. Sachen, die Max Spaß machen. Zum Kieswerk fahren und Löcher graben, über Videospiele quatschen oder Superhelden. Ein Lager im Wald bauen. Lustige Videos im Handy zeigen und witzige Musik CDs zusammenstellen. Exzessives Fußballspielen kurz vorm schlafen gehen.

Ich bin die, mit der man ein Brettspiel spielen kann und zum Spielplatz geht oder ein Eis essen. Meistens aber die, die ihn zum Friseur schleift, zum Arzt oder zum Federball fährt, obwohl er zu all dem keine Lust hat. Oder die ihn mit zum einkaufen nimmt (nehmen muss) und abends zum duschen zwingt, obwohl er duschen nicht leiden kann. Die beleidigt ist, wenn ihm das Essen nicht schmeckt. Mit der er noch extra Aufgaben machen muss, damit er am nächsten Tag in der Probe eine gute Note schreibt.

Ich bin auch die, die immer mehr Zeit mit Emma verbracht hat, vom ersten Tag an. Die immer an Emmas Seite war, weil sie so fordernd war. Und Max so easy, dass er locker mit Papa, der Oma, dem Babysitter klar kam. Ich war meistens bei Emma und viel zu wenig bei ihm. Welche Wahl hatte er denn, es gab nie eine.

Kurz nach der Geburt wurde Max in Papas Arme gelegt, Emma wurde in meine Arme gelegt. Was für ein Sinnbild, wenn man bedenkt, wie es weiterging. Es ist nicht so, dass ich nicht für ihn da war, natürlich war und bin ich das. Jederzeit, Tag und Nacht! Vom ersten Tag bis heute! Aber mit Papa ist das Leben oft leichter, denke ich. Und Papa schreit auch nicht. Er schimpft zwar manchmal, aber schreien tut er nicht.

Wie bereits gesagt, würde ich so vieles anders machen, wenn ich nur die Zeit zurück drehen könnte. Ich habe so viele Dinge gesagt und getan, die ich bereue.

Ich weiß, dass du mich liebst, Max. Dessen bin ich mir sicher. Und das ist mir das aller wichtigste, denn ich liebe dich so sehr, dass es weh tut. Und es tut mir leid, dass ich dich manchmal angeschrien habe. Es tut mir leid, dass ich Emmas Gefühle oft in den Vordergrund gestellt habe. Es tut mir leid, dass ich nicht immer die beste Mutter für dich war. Wir überstehen diese Phase, die du gerade hast, wir schaffen das irgendwie.

Mit Liebe.

 

Am Ende hatte Max übrigens doch etwas für mich am Muttertag. Ein schön bemaltes Herz mit einem “Elfchen” beschrieben, ein kleiner Text aus elf Wörtern. Danke, mein Schatz!

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Das bist du

Mein Schatz. Heute ist Weltfrauentag, also schreibe ich über die schönste Frau auf diesem Planeten: dich!

Papa findet dich oft zu zickig, aber lass dir das nicht einreden. Wir Frauen sind nicht zickig, das ist nur ein Etikett, das von Männern erfunden wurde. Wir sind temperamentvoll, wir sind emotional, wir sagen was wir fühlen und wir knallen mit Türen!

Du hast deinen schönen Zweitnamen von einer anderen mutigen, starken und warmherzigen Frau, deiner Uroma Lina, die du leider nicht kennenlernen durftest.

Du bist eine unglaublich talentierte Malerin.

Dein Lieblingsessen sind Hot Dogs.

Du gehst gerne in die Schule und bist sehr fleißig.

Du nimmst dir die Dinge oft zu sehr zu Herzen.

Du sagst mir ganz oft, wie lieb du mich hast oder auch “du bist die beste Mama, die ich mir nur wünschen konnte!”

Du schenkst sehr gerne.

Du kannst Streitereien sehr schlecht ertragen.

Du liebst Lego bauen und deinen Zauberkasten.

Du bist viel zu ordentlich, das hast du von mir.

Du hörst deine Hörbücher immer viel zu laut.

Du ißt sehr gerne, dafür schläfst du aber gar nicht gerne, ganz im Gegenteil zu deinem Bruder.

Du bist so empathisch, dass dir jeder leid tut, dem etwas zustößt, selbst der Bösewicht in Disney Filmen.

Du bist ein schlechter Verlierer.

Du gehst sehr offen und freundlich auf andere zu.

Du bringst andere gerne zum Lachen. Was sicherlich daran liegt, dass du selbst sehr gerne lachst und albern bist.

Du bist sehr stolz auf deine Zahnlücken. 1 Milchzahn hast du leider in der Schule verloren, das bedauerst du immer noch.

Du bist sehr mutig und traust dich fast alles.

Ich wünsche dir, dass dein Leben ein reines Abenteuer ist. Und dass du glücklich bist und ein wundervolles, erfülltes Leben hast.

Ich liebe dich über alles.

 

So bist du

Wenn man dich fragt, ob es dir schmeckt, bekommt man im Besten Fall ein “so Mittel”.

Du kannst es kaum ertragen, wenn etwas zu laut ist oder es komisch riecht.

Du bist immer sehr freundlich und liebenswert.

Du hast Angst vor dem Tod und vor Krankheiten, die zum Tod führen können. Die Frage “ob man daran stirbt” hört man öfter von dir.

Du bist ein kleiner Zocker.

Wenn man etwas von dir erledigt haben will, kommt erst mal ein “Kurz warten, Mama”.

Du machst die Dinge meistens mit dir selbst aus.

Du hast ein sehr gutes visuelles Gedächtnis.

Du bist unglaublich faul. Ja, das darf ich als deine Mama schon sagen, auch wenn es nicht nett ist. Ist leider so. Du weißt und kannst alles, setzt es aber nicht ordentlich um, weil dir das zu anstrengend ist. Vor allem in der Schule.

Du bist lieber im Zimmer deiner Schwester als in deinem eigenen.

Dein Papa ist der Allergrößte für dich.

Du kannst nicht gut alleine sein.

Du willst gerne Architekt werden.

Du hast schreckliche Angst im Dunkeln.

Du hast einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

Du bist ein treuer Freund. Wenn Jemand dein Freund ist, dann ist er das für viele lange Jahre.

Du kuschelst viel zu selten mit mir.

Du bist sehr sensibel.

Du liebst dein “Wissen” Buch, denn du bist extrem neugierig und interessiert an sehr vielen wissenschaftlichen Dingen.

Du hast viel zu wenig Selbstvertrauen, was ich unbedingt ändern möchte. Du gehst meistens davon aus, dass du es nicht kannst, ohne es überhaupt versucht zu haben.

Du warst noch nie ein guter Esser, dafür schon immer ein Kind, das sehr gerne und lange schläft.

Du liebst Kochsendungen und Kochbücher.

Du hast meine Haare und meine Augen.

Du bist sehr musikalisch.

Auf Fotos schneidest du meistens Grimassen.

Du bist süchtig nach Süßigkeiten.

Du hast ein großes Herz.

Das bist du alles, und noch so viel mehr.

Du bist der tollste kleine Junge, den eine Mama sich nur wünschen kann.

Ich liebe dich so sehr.

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Erinnert ihr euch? 

Ich frage mich oft, was ihr über eure Kindheit denken werdet, wenn ihr groß seid. Wenn ihr erwachsene Menschen seid, die mitten im Leben stehen.

An was werdet ihr euch erinnern?

Werdet ihr sagen, dass ihr eine glückliche Kindheit hattet und es euch an nichts gefehlt hat? Ich hoffe es so sehr. Denn, wisst ihr, ich habe alles mir mögliche gegeben, um genau das zu erreichen: zwei glückliche Menschen ins Leben zu schicken, die wissen, was sie wollen, wissen, was sie können, wissen wer sie sind. Die mit Liebe und Vertrauen groß gezogen wurden und mit genau dieser Liebe an ihr Elternhaus zurück denken. Ich hoffe, ihr wisst, dass euer Elternhaus immer offen steht, dass ihr immer willkommen seid, egal was ihr tut.

Ich hoffe sehr, dass ihr euch nicht an die Streitereien eurer Eltern erinnert und auch nicht an die wütenden Ausraster eurer manchmal überforderten Mutter. Nein, diese Erinnerungen könnt ihr aus eurem Gedächtnis streichen, denn die bereue ich zutiefst. Aber so ist das Leben nun mal, wisst ihr. Es ist nicht immer nur eine große rosa Wolke. Das Leben, so schön es auch sein mag, hat auch seine Schattenseiten.

Ich hoffe, ihr erinnert euch daran, dass ich immer an eurer Seite war, Tag und Nacht, 24std in jedem Tag eures Lebens.

Ich habe euch die ersten 5 Jahre jeden Abend ins Bett gebracht und euch die Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Ich war jede Nacht euer Anker und euer Trost, wenn ihr nicht allein sein konntet. Und egal, wie wenig Schlaf ich abbekam, ich verbrachte trotzdem den Tag mit euch, machte Ausflüge am Wochenende und kochte euer Abendessen. Ich löste Probleme, wenn ihr welche hattet, ich organisierte euer Kindergartenleben und nun euren Schulalltag. Ich gehe mit euch zum Arzt, zum Schwimmkurs und zum Friseur, ich plane Playdates am Nachmittag, gehe zu Elternsprechabenden und zu Schulveranstaltungen. Ich mache jeden Tag euer Pausenbrot, kaufe euch neue Schuhe, pflege euch gesund, backe Kuchen mit euch, besorge Geschenke für Kindergeburtstage, koche euer Lieblingsessen. Ich überlege mir ein Programm für den Nachmittag, ich bringe euch zu den Sportkursen, wasche eure Wäsche, putze eure Kinderzimmer, kaufe neue Spielsachen. Ich lege euch jeden Tag euer Outfit zurecht und erinnere euch an eure Termine. Ich löse Probleme und Streitereien in der Schule, führe Gespräche und kümmere mich um eure Sorgen. Das ist, was Mamas eben tun.

Und ich tue das gerne, ja wirklich. Nur manchmal bin ich müde und erschöpft. Dann habe ich vielleicht am Sonntagnachmittag keine Lust, jetzt noch einen Ausflug zu machen, also macht Papa den alleine mit euch. Und ich hoffe inständig, dass ihr euch nicht nur daran erinnert. An die schönen Ausflüge mit Papa, bei denen ich oft nicht dabei bin. Sondern auch an die vielen kleinen Dinge, die ich für euch tue, die ich mit euch unternehme. Ich hoffe, ihr erinnert euch an die Liebe, die ich für euch empfinde.

Ich hoffe, dass ihr eines Tages zurück blickt und sagen könnt, dass ihr eine wunderschöne Kindheit hattet. Ich liebe euch über alles.

Für immer.

 

30 Minuten

Meine Maus. Gestern sind wir gemeinsam in deinem Bett gelegen, ich habe dich beim Einschlafen begleitet wie ich es so oft tue.

Ich weiß nicht genau, was das Besondere an diesem Abend, an diesen 30 Minuten war, warum er mir so sehr im Gedächtnis geblieben ist und mir so viel gegeben hat.

Wahrscheinlich, weil wir beide ganz innig waren, ganz nah beieinander und zusammen. Ohne, dass ich eigentlich schon mit 1 Auge an der Tür war, weil ich noch xy zu tun hatte oder xy machen wollte. Ich habe mich total auf dich eingelassen und die Zeit war mir egal. Du hast so süß gekichert, mit der Hand vor dem Mund, wie du es meistens machst. Dein Lachen war so ansteckend und bezaubernd. Ich habe dich gekrault und wir haben noch lange gekuschelt, unsere Gesichter ganz nah beieinander, und haben uns gesagt, wie sehr wir uns lieb haben. Du warst so entspannt und glücklich, als ich dann ging, um dich einschlafen zu lassen.

Ich vergesse im Alltag zu oft – viel zu oft – dass du noch klein bist. Erst 7, was ist das schon. Du brauchst noch ganz viel Mama-Zeit und ich muss froh sein, dass das noch so ist. Bald wirst du mich nicht mehr brauchen. Bald werde ich nicht mehr der Mittelpunkt deines Lebens sein.

Ich verspreche dir, mein Schatz, dass ich dir viel mehr von dieser vollen, 100%-igen Aufmerksamkeit geben werde in Zukunft. So lange du es möchtest.

Ich tue mein Bestes.

Ich liebe dich.

Deine Mama

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Meine Kinder und der Zahnarzt

Seitdem meine Kinder zwei Jahre alt sind gehe ich regelmäßig mit ihnen zum Zahnarzt, 2-3 mal im Jahr. Hauptsächlich deshalb, um sie daran zu gewöhnen und von Anfang an keine Angst vor dem Zahnarzt aufkommen zu lassen. Unsere Zahnärztin und ihr Team sind sensationell. Meine Kinder gehen sehr gerne zum Zahnarzt. Ja, wirklich! Sie bekommen dort nicht nur eine absolut einfühlsame Behandlung und ein Geschenk zum Abschied, sondern dürfen einen Film ihrer Wahl gucken während der Behandlung.

Ich erinnere mich, als ich Emma mal nach der Schule gesagt habe, dass wir nun zum Kinderzahnarzt müssen und sie laut jubelte: “Jaaaa! Wir gehen zum Zahnarzt!”. Alle Menschen um uns herum sahen uns total verwundert an, denn so etwas hört man sicherlich selten von Kindern.

Beide Kinder hatten bereits Karies und wurden behandelt, was sie entweder mit Lachgas oder auch mal einen Betäubungssaft super hinter sich gebracht haben. Jede Zahnreinigung wurde ohne meckern überstanden, am Ende sind die Kinder eher verwundert gewesen, dass es schon vorbei ist. Hier und da wurde auch mal ein Backenzahn versiegelt, weil beide Kinder zu Karies neigen, da die Kaufläche der Backenzähne starke Einkerbungen aufweisen. War auch nie ein Problem. Wir haben dort seit Jahren dieselbe Zahnärztin, die alle Behandlungen macht, bis auf die Zahnhygiene, diese wird von ihrem Team von Zahnarzthelferinnen erledigt.

So ging ich also vor kurzem ohne Bedenken und vollkommen entspannt mit zwei Kindern zur Zahnreinigung. Die Kinder nahmen ihre Plätze in dem Doppel-Behandlungszimmer ein, suchten sich einen Film aus, ich nahm zwischen ihnen auf einem Stuhl Platz, etwas abseits, um die Zahnarzthelferinnen nicht zu stören. Alles wie immer.

Ich sagte noch meinen üblichen Spruch auf, den ich immer (bisher unnötigerweise) vor der Behandlung sage: wie froh ich bin, dass meine Kinder gerne zum Zahnarzt gehen und dass das das Wichtigste für mich ist, deswegen bitte eventuell ein paar Trinkpausen bei der Zahnreinigung einlegen.

Ich redete mit der Zahnarzthelferin, die Maxi behandelte. Sie zeigte mir eine eventuell auffällige Stelle in seinem Mund, die mal zu Karies werden könnte und wir redeten über seine Zahnstellung generell, als ich ein Wimmern hinter mir vernahm. Emma lag mit rotem Gesicht, lautlos weinend auf ihrer Liege, während die Zahnarzthelferin weitermachte, als wäre nichts. Ich sprang auf und schrie sie an: “Hören Sie auf! Sie weint doch, sehen Sie das nicht?!” Mit einer Seelenruhe legte sie – mir kam es vor wie in Zeitlupe – ihre Geräte weg, so dass Emma endlich aufstehen konnte. Sie weinte bitterlich und schluchzte laut. Ich war fassungslos.

Während ich Emma im Arm hielt und streichelte, redete ich auf die Zahnarzthelferin ein, dass das noch nie passiert sei, das Kind noch nie geweint hätte, noch nicht mal kurz davor war, was sie nur gemacht habe?? Und warum sie nicht aufgehört hat, verdammt noch mal!

Währenddessen sagte Emma, dass sie ganz viel von einer schrecklich schmeckenden Creme im Mund hatte, die so schlimm geschmeckt hat, dass sie weinen musste. Und anscheinend hatte sie auch die Hand gehoben, wohl, um etwas zu trinken zu bekommen, was aber ignoriert wurde.

Und in einer langsamen, monotonen Sprechweise sagte die Zahnarzthelferin nur, dass DAS KIND ja wohl etwas empfindlich sei, sie habe sich ja schon am Anfang der Behandlung ein wenig ANGESTELLT und man müsse ja die Behandlung zu Ende führen können ohne STÄNDIG zu unterbrechen.

Ich habe sicherlich selten Jemandem so meine Meinung gesagt, wie zu diesem Zeitpunkt.

Am Abend beim Einschlafen sagte Emma dann den Satz, den ich noch nie hören musste und worüber ich so stolz gewesen war: “Ich will nie wieder zum Zahnarzt, Mama.”

So, liebe Zahnarzthelferin. Du hast also nicht nur bewiesen, dass du ganz schlecht in deinem Beruf bist. Dass du nicht emphatisch genug bist, um mit Kindern zu arbeiten. Dass du kein Herz hast und kein Mitgefühl. Du hast darüber hinaus einem kleinen Mädchen das Vertrauen genommen. Das Vertrauen, dass die Menschen, die ihren Mund untersuchen, nur das Beste für sie wollen und auf ihre Bedürfnisse eingehen. Du hast aus einem mutigen Mädchen ein ängstliches Mädchen gemacht. Du hast Unsicherheit und Beklommenheit gestreut. Du hast einer Mutter die Ungezwungenheit genommen, mit der sie Termine beim Kinderzahnarzt gemacht hat. Zum Glück hast du inzwischen die Praxis verlassen (müssen?), so dass ich meinem Kind mitteilen konnte, dass die böse Frau (ja, du!) nicht mehr dort arbeitet.

Ich werde dir nie verzeihen.

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