Künstlerin

In unserer Familie lebt ein kleines Mädchen, das immer Farbe an den Händen hat. Immer. Egal, wie oft und wann sie ihre Hände (ungern) wäscht, die Farbe bleibt oder kommt innerhalb Minuten wieder. Denn das Mädchen malt den ganzen Tag, produziert Bilder wie am Fließband. Die farbigen Fingerabdrücke finden sich wieder an den Wänden, an denen sie vorbeikommt, an Türrahmen, an denen sie sich festhält, an Tischdecken und Bettlaken, in ihrem Gesicht und an ihrer Kleidung. Und hier und da, malt sie ein Bild, das nicht nur schön, sondern besonders ist. So besonders, dass ich es euch nicht vorenthalten will. Es ist weder abgemalt noch wurde ihr die Idee eingeflößt. Es ist ihre eigene Welt. Ihre Idee.

Baum der Liebe. Von Emma.

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Von Schuld und Reue

Mein Mann nennt das “Ketten”. Er meint damit Situationen, die mit einer Kleinigkeit beginnen und aus denen ein großes Theater wird.

Ja, manchmal wäre ich gerne Hellseher. Dann wüsste ich, das der kleine Satz, den ich gerade gesagt habe, dazu führt, dass am Ende Jemand weint, obwohl mein Anliegen eigentlich war, Freude zu verbreiten.

Nun, bei meinem Kind kommt zur Zeit vieles verkehrt an. Mein Samthandschuh wiegt manchmal Tonnen. Aber es gibt auch Situationen, bei denen ich den Samthandschuh ganz ausziehe und es am Ende schrecklich bereue.

So wie gestern Abend.

Als ich aufwache, nehme ich mir vor, dass heute ein total harmonischer Tag wird. Ein schöner Tag soll es werden.

Die Kinder sind fröhlich, als ich sie von der Schule abhole. Zu Hause angekommen, bauen wir einen “Lastenaufzug” ins obere Stockwerk, das hatte ich ihnen am Morgen bereits versprochen. Also, Eimer an Schnur gehängt und die Spiele können beginnen. Alles prima. Zum Abendessen mache ich ihnen ihren geliebten “Überraschungsteller”. Das ist mehr oder weniger nur eine Brotzeit, aber hübsch dekoriert, mit viel Obst dazwischen und auch einer kleinen versteckten Süßigkeit. Nach ihrer Fernsehfolge will Emma in ihrem Zimmer malen. Ich frage Max, ob er Mühle spielen möchte. Will er. Wir sind mittendrin, als Emma wieder runter kommt. Sie wollte eigentlich doch lieber verstecken spielen. Zum Glück lenkt Maxi ein und wir spielen eine Zeit lang verstecken, bis es langsam Bettgehzeit ist.

Und da frage ich den Satz, der den ganzen Abend verändern und meine Nacht verschlechtern wird: “Ich habe ein neues Hörbuch für euch gekauft zum Einschlafen, wollt ihr es haben?” Continue reading Von Schuld und Reue

Es weihnachtet…

Falls ihr in den nächsten 3 Wochen nichts anderes von mir hört, wünsche ich all meinen lieben Lesern ein wunderschönes, besinnliches Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins neue Jahr! Danke, dass ihr dabei seid und mir durch teilweise rührende Kommentare so viel Kraft und Energie beschert! Eure Zwillingsmama

less time, no quality

Ich bin unzufrieden mit unserem Alltag. Von Montag bis Donnerstag ist nur Routine, keine Quality time. Und obendrein zur Zeit nur schlechte Laune. Ich will das so nicht mehr und weiß aber nicht, was ich anders machen soll.

Morgens ist es stressig, weil die Kinder nicht wach zu kriegen sind. Und durch das sehr hohe Hochbett für mich unerreichbar bei meinen 1,65m. Ich muss sie entweder wach rufen (was sie hassen) oder ins Hochbett hineinklettern, um sie wach zu rütteln (was sie auch hassen). Sie einfach wach zu küssen oder zu streicheln wie früher im normalen Kinderbett ist aufgrund der räumlichen Distanz gar nicht mehr möglich. Ich vermisse das sehr. Die Kinder wachen zur Zeit meist schlecht gelaunt auf, vor allem Emma. Beide wollen am liebsten noch weiter schlafen, aber wir gehen nun mal nicht mehr in den Kindergarten, wo man mal um 8.15, mal um 8.30 oder noch später aufkreuzen konnte. Schule beginnt um 8Uhr, so ist das Leben. Um noch Puffer zu haben, gehen wir bereits um circa 7.30 aus der Tür. Ich hetze morgens durch die Wohnung, anders kann man es gar nicht ausdrücken. Ich muss die Kinder wecken, motivieren, sich anzuziehen, Zähne putzen, Haare kämmen, alle Betten machen, mich schminken, anziehen, aufräumen, 2 Pausenboxen zurechtmachen. Keine Zeit für Quality time!

Die Kinder haben erst am Nachmittag Schulschluss, nachdem sie leider Ganztagsschulkinder werden mussten. Bis zu ihrer Fernsehstunde und dem Abendessen reicht die Zeit nicht, um noch etwas Schönes zu unternehmen. Wir haben nicht mal ganz 1 Std dazwischen Zeit, nicht wie in Kindergartenzeiten 1,5std. Vor allem Max will jeden Tag nach der Schule noch etwas erleben und möchte noch nicht nach Hause. Zum Spielplatz will er aber auch nicht, wobei das das Einzige wäre, das in den Zeitplan passen würde. Ich komme direkt von der Arbeit zur Schule und möchte am liebsten nach Hause, habe eventuell einen Einkauf dabei, möchte mir etwas bequemes anziehen etc. Also fahren wir meistens nach Hause nach der Schule, spielen dort etwas, bis es ihre Folge im TV gibt, danach Abendessen, dann wieder spielen und gegen 19.00 beginnt das Bettfein-machen. Es ist nicht so, dass diese Zeit “keine Qualität” beinhaltet, aber es einfach immer derselbe Ablauf. Im Kindergarten konnte ich die Nachmittage freier gestalten, konnte evtl. die Kinder auch mal früher abholen, die Nachmittage waren viel abwechslungsreicher. Die Kinder vermissen das, vor allem Max. Er braucht etwas, worauf er sich freuen kann nach der Schule. Jeden Tag lange Schule, dann zu Hause spielen und schon ins Bett, so fühlt es sich für ihn an. Und mir passt das auch nicht, ich würde meinen Kindern gerne mehr bieten.

Was noch dazu kommt, ist, dass meine Kinder gerne kurz vor dem Zubettgehen die besten Spiel Ideen haben, richtig aufdrehen und happy sind. Und dann muss ich wieder – genauso wie morgens – ständig Nein sagen, da jetzt dafür keine Zeit mehr ist. Das bricht mir meistens das Herz, aber was soll ich machen? 15min bevor wir schlafen gehen, können wir nicht mehr im Wohnzimmer ein Übernachtungslager bauen (mit allen Decken und Kuscheltieren, die wir haben)! Morgens muss ich also Dinge verbieten und auf “nach der Schule” schieben, weil wir alle pünktlich aus dem Haus müssen. Abends muss ich Dinge verbieten, weil die Kinder ins Bett gehen müssen. Was bei den Kindern ankommt ist also: wir haben keine Zeit zum Spielen. Und das hasse ich! Denn ich halte Spielen für den wichtigsten Part im Leben eines Kindes und mache wirklich bei allem mit. Und obwohl meine Kinder Schulkinder sind, muss noch genug Zeit zum Spielen sein, jetzt erst Recht! Und in der wenigen Zeit, in der sie wirklich ungestört zu Hause spielen könnten (direkt nach dem Abholen), haben sie keine Lust, sind antriebslos und müde. Verständlich wiederum, nach einem langen Schultag.

Die Schule ist wirklich eine einschneidende Veränderung für uns. Den ganzen Tag Unterricht, wenig Bewegung, wenig Zeit zum Spielen. Viel früher aufstehen, daher auch früher ins Bett gehen müssen. Am Wochenende viele Hausaufgaben. Neue Freunde finden. Wenig Zeit.

Nein, es passt gerade wirklich nicht. Irgendetwas muss ich ändern. Ich habe nur keinen blassen Schimmer, was das sein soll…

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Ich lass dich damit nicht allein

Deine Tränen kündigen sich schon an, ich sehe es an deinem Gesicht. Du versuchst, sie aufzuhalten, aber es gelingt dir nicht. “Wein ruhig, Mäuslein, lass es raus”, sage ich und die Tränen laufen über deine Wangen. Du kämpfst zur Zeit wieder mit dir und deinen Gefühlen, deiner Angst zu versagen oder etwas falsch zu machen. Mit Bauchweh kamst du heute zu mir ins Bett, um 5.50Uhr. Dass du so früh aufwachst und sofort Bauchschmerzen bekommst, das ist ein typisches Zeichen dafür, dass deine Schulangst wieder da ist.

Gestern hat es sich schon angekündigt, als du abends so geweint hast, weil du heute eine Eule fertig basteln sollst und du dir ganz sicher bist, dass du das nicht schaffst in 1 Schulstunde. Was du noch machen musst, frage ich dich. “Die Augen, die Pupillen und den Schnabel. Und alles doppelt, denn die Eule klebt am Fenster und guckt rein und raus.” Ich bin mir natürlich sicher, dass du das locker schaffst, weil ich weiß, wie toll du basteln kannst und wie schnell du deine Kunstwerke zu Hause fabrizierst, aber das kommt nicht bei dir an. “Bitte, Mama, bitte kannst du mit Frau S. reden, ja? Bitte, Mama! Ich will die Eule nicht mehr machen, bitte frag sie das.” Du bist absolut verzweifelt. Du weinst und weinst, während Max darauf wartet, dass ich ihm endlich gute Nacht sage. Und wie immer bei dir, steigerst du dich hinein und kommst aus deinem Gefühlsstrudel nicht mehr raus. Du bist ein Häufchen Elend. Und das eigentlich wegen Nichts. Wegen etwas, was du locker schaffen würdest, circa in 10Minuten wärest du damit fertig. Und da frage ich mich wieder, warum um alles in der Welt gerade DU so wenig Selbstwertgefühl hast. DU bist nämlich nicht nur so hübsch, dass es mir oft den Atem raubt, sondern auch mutig, sehr klug, kreativ, empathisch und noch so vieles mehr. Warum zweifelst du so an dir. Warum traust du dir auf einmal nichts mehr zu, seit du ein Schulkind bist.

Ich habe als Mutter schon viele Fehler gemacht, so verdammt viele Fehler. Wegen manchen von ihnen habe ich auch richtige Schuldgefühle. Aber was ich euch beiden immer vermittelt habe, ist Vertrauen. Vertrauen, dass Mama euch hilft, egal bei was. Und dass ihr immer mit allem zu mir kommen könnt. Ich helfe euch und nehme euch ernst. Und ich bin dankbar, dass ihr es auch annimmt und mir eure Sorgen erzählt.

Und nein, ich habe nicht innerlich gedacht, wie lächerlich dein Problem mit dieser blöden Eule ist. Ich habe dich ernst genommen. Was auch nicht allzu schwierig ist, wenn man seinem Kind in die verheulten, so verzweifelten Augen schaut. Und da liegt so viel Urvertrauen. Und leider auch Hilflosigkeit. Du bist deinen Problemen in der Schule ausgeliefert. Aber ich lass dich damit nicht allein. Ja, du musst in die Schule. Das muss jedes Kind. Du musst in die Schule um zu lernen und dich für das Leben zu wappnen. Schule ist wichtig und Schule sollte Spaß machen! Warum denkst du so viel nach, wo ist deine Unbekümmertheit geblieben? Wo ist dein Mut, der Glaube an dich? Du bist doch wirklich das mutigste Mädchen, das ich kenne! Du traust dich sonst einfach alles, du hast vor nichts Angst, probierst die wildesten Sachen aus!  Es bricht mir das Herz, dass du dich selbst so unter Druck setzt. In der 1.Klasse, verdammt noch mal! Ich vermisse meine lustige Emma, die immer Quatsch macht, lacht, fröhlich ist, ungezwungen und unbekümmert. Eben ein Kind.

Wenigstens lässt du dir von mir helfen und auch deine Lehrerin unterstützt dich. Wenn du konkrete Hilfe brauchst, dann weiß ich, was zu tun ist.

Aber da gibt es auch noch die anderen Momente. Die Momente, in denen du nicht um Hilfe bittest. Sondern trotzt, motzt, schreist, mit Türen knallst, zu allem Nein sagst, bockig bist, schupst, nicht mehr antwortest. So bist du nun seit circa 10 Tagen fast ununterbrochen. Sofort auf 180 bei den kleinsten Kleinigkeiten. Super empfindlich. Extrem in deinen Reaktionen. So bist du seitdem du 1 ganze Woche lang krank warst und nicht zur Schule gehen konntest.

Und damit kann ich nicht gut umgehen. Es bedrückt mich so sehr, dass auch ich nun mit Bauchschmerzen aufwache. Ich kann nicht glücklich sein, wenn du unglücklich bist. Ich leide so mit dir. Aber wenn du so aggressiv und motzig bist, dann kann ich nicht verständnisvoll reagieren. Zumindest irgendwann nicht mehr. Irgendwann kommt die Wut in mir hoch. Weil du nicht mit mir redest, sondern deine Gefühle an mir auslässt. Dabei will ich dir doch nur helfen. Dich trösten.

Ich glaube nicht unbedingt, dass nur die Schule der Grund ist für deine Verhaltensänderung. Nicht nur. Da ist noch etwas anderes, etwas beschäftigt dich.

Du warst den ganzen Oktober richtig happy, auch in der Schule. Dann warst du krank, und zwar so lange wie noch nie. Und seitdem bist du nun so unausgeglichen. Ich hoffe jeden Tag auf Besserung. Und warte ab. Denn du weisst, ich lass dich damit nicht allein.

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Alleine einschlafen – ein langer Weg

Auf einmal ist es soweit. Und es kam aus dem Nichts. Etwas ganz Großes ist geschehen.

(Trommelwirbel)

Meine. Kinder. schlafen. alleine. ein!

Alleine. Ohne mich und ohne Papa. Alleine!

Uns so kam das:

Wir sind umgezogen und jedes Kind hat nun endlich ein eigenes Zimmer. Und zwar mit Hochbett. Unter dem Hochbett befindet sich jeweils eine Kuschelecke aus vielen Kissen und einer kleinen Matratze.

Vor unserem Umzug hatten sich die Kinder ein Zimmer geteilt, schliefen jeden Abend zusammen ein. Und wir als Eltern wechselten uns ab, den Kindern die Gute-Nacht-Geschichte(n) vorzulesen. Man blieb so lange im Zimmer, bis Emma eingeschlafen war, händchenhaltend neben dem Bett. Manchmal dauerte das bis zu 1Std. Ja, so war das, auch wenn es manche bestimmt nicht glauben können. Emma hat den Körperkontakt gebraucht und Max das Gefühl, dass wir da sind.

Im neuen Heim ging das nun nicht mehr wegen der räumlichen Distanz der beiden Kinderzimmer. Also lasen wir abwechselnd eine Geschichte vor, mal in Emmas, mal in Maxis Zimmer, zu dritt unter dem Hochbett in der Kuschelecke. Wenn die Geschichten zu Ende waren, ging das jeweils andere Kind in sein Zimmer hinüber und ins Bett. Da wurde es dann oft schwierig. Max wollte nicht alleine sein, sprach vom “Vermissen” und wollte unbedingt, dass noch jemand bei ihm blieb. Die Tür musste weit offen bleiben und das Licht im Flur musste an bleiben. Emma ging zwar brav in ihr Bett, kam aber circa 10-20min später zu uns ins Wohnzimmer oder wandelte im 1.Stock umher.

Eine Lösung musste her und sie kam von Max selbst. Er wollte ein Hörbuch zum Einschlafen hören und zwar in Emmas Zimmer. Er legte sich also in Emmas Kuschelecke, Emma in ihr Hochbett, Gute-Nacht-Kuss, Licht dimmen, Hörbuch an, Türe zu.

Das war´s. Wenn die Geschichte aus war, wurde der CD Player aus gemacht und geschlafen. So einfach.

Von da an wechselten sich die Kinder ab und schliefen jeweils im anderen Zimmer in der Kuschelecke und suchten sich genauso abwechselnd ein Hörbuch aus. Das klappt nun schon seit 1 Woche hervorragend.

Das ist das, was mein Mann und ich uns immer gewünscht haben. Glückliche Kinder, die alleine und ohne Kampf einschlafen und uns 1Std mehr Zeit am Abend bescheren.

Jetzt ist der Moment endlich da und kam so plötzlich und unerwartet, dass ich gar nicht richtig mitkomme.

Wenn ich doch das lange Warten neben dem Bett nicht vermisse, so vermisse ich aber den Körperkontakt. Ich vermisse meine Kuschel-Emma. Ich vermisse nicht nur das Händchenhalten, sondern auch das Kuscheln am Morgen, dass mir nun aufgrund des (sehr hohen) Hochbetts auch nicht mehr so möglich ist. Ich vermisse auch die kurzen Dialoge dabei, was ihr gerade so im Kopf herumschwebt. Ich vermisse meine KLEINEN Kinder!

Auf einmal geht alles so schnell, ich will das gar nicht. Meine Kinder sind jetzt Schulkinder? Schlafen alleine ein? Sagen lauter kluge Dinge und wissen auf einmal so viel? Wollen nicht mehr mit mir Kuscheln? Wo ist die Zeit geblieben?

Und ja, ich weiß, man kann es mir nicht Recht machen….

 

 

Die ersten 5 Wochen Schule

Die ersten 5 Wochen Schule sind rum. Puhh!

Nach der ersten kurzen Woche folgte die erste richtig lange Schulwoche, von Montag bis Freitag. Was für eine Umstellung im Vergleich zum Kindergarten!  Auf einmal müssen wir pünktlich sein, wir haben keinen Puffer von 20Minuten mehr, ich muss Pausenbrote bzw. zwei aufwendige Lunchboxen zubereiten und alles im Schulranzen haben, was die Kinder an dem Tag brauchen. Haben die Kinder Sport (2x die Woche) muss der Turnbeutel auch noch mit. Das ist die logistische Seite, die ist nicht allzu schwer, nur eben eine Umstellung.

Die emotionale Seite musste ich gleich in der ersten langen Woche erfahren und das hat mir schon mehr zu schaffen gemacht. Von “Angst” war da die Rede. Es gab Tränen. Und dann noch mehr Tränen und ganz klare Aussagen: Ich habe Angst vor der Schule. Ich habe Angst, mich beim Sport nicht schnell genug umzuziehen, ich habe Angst, meine Hausaufgaben nicht zu können, ich habe Angst, geschimpft zu werden. Ich habe Angst vor der Lehrerin.

Ich verstand die Welt nicht mehr, meine große, selbstbewusste und mutige Tochter brach richtig in sich zusammen und war nicht mehr wiederzuerkennen. Durch zwei Gespräche mit der (sehr lieben) Klassenleitung wurde es Schrittchen weise besser. Emma brauchte einen Menschen in der Schule, zu der sie Vertrauen haben kann, zu der sie gehen kann, wenn sie wegen etwas ängstlich ist oder Fragen hat. Dieses Gefühl hat ihr die Klassenlehrerin nun vermitteln können und Emma nutzt diese Möglichkeit sehr gut und geht sofort zu ihr, wenn sie ein Problem hat.

Was mir mehr Sorgen bereitet, ist ihre Versagensangst und ihr überzogener Ehrgeiz. Sie hat ständig Angst, etwas falsch zu machen oder etwas zu vergessen. Dabei ist sie richtig gut in allem, meldet sich viel, ist schnell und fleißig und beliebt.

Komischerweise habe ich gedacht, Max hätte eher Probleme mit der Umstellung und wäre ängstlicher oder unglücklich. Aber es ist genau anders herum, Max ist wirklich ganz entspannt, macht sich wenig Druck und ist fröhlich. Nicht immer natürlich, mal hat er auch keine Lust, in die Schule zu gehen, 1x gab´s auch Tränen, aber er macht seine Sache wirklich gut und hat auch schon einen Freund gefunden.

Ich selber habe Termine mit Elternversammlungen, Elternstammtisch und Elternbeiratssitzung, in den ich gewählt wurde.

Nachdem wir in dieser Zeit auch unseren großen Umzug ins Eigenheim hatten, war das alles wirklich ein bisschen zu viel für mich. Ich habe mich lange nicht mehr physisch und psychisch so erschöpft gefühlt. Der Umzug war körperlich wirklich wahnsinnig anstrengend, wochenlange Packerei, Planung und Vorbereitung. Dann die neuen Aufgaben und Erledigungen, die durch die Schule entstanden sind. Stress in der Arbeit und nur 3 Tage Urlaub für den eigentlichen Umzug, da alle Urlaubstage für die langen Sommerferien drauf gegangen sind. Und dann on top die emotionale Unruhe und Belastung durch Emmas Schulangst, die urplötzlich und total unerwartet kam. Und sehr viele schlechte Nächte mit wenig Schlaf und zu vielen Gedanken.

Zum Glück ist nun alles wieder im Lot, das Haus ist eingerichtet, wenn es auch noch viele kleinere Baustellen gibt, in der Schule läuft alles einigermaßen normal, wir haben schon Playdates und eine Klassenkameradin ist sogar in der Nachbarschaft, fast nebenan.

Alles wird gut.

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