So wie du bist

Du bist die Mischung aus Papa und mir. Obwohl du eigentlich mehr von mir hast. Glaube ich zumindest. Denn wer kann das schon so genau sagen? Du hast meine Augen und meine Haare, soviel steht schon mal fest. Du hast meine Leidenschaft für Ästhetik, Symmetrie und Farben. Du hast mein visuelles Gedächtnis. Du hast meine Sensibilität. Du bist emotional eher introvertiert, du machst viele Dinge mit dir selber aus. So wie ich.

Du bist ängstlich wie ich es bin, du traust dich wenig. Du hinterfragst das große Ganze, du denkst über das Leben und den Tod nach und über das große Warum.

Du hast meinen Gerechtigkeitssinn. Und meinen Drang nach Harmonie. Du brauchst Menschen und gewohnte Abläufe um dich herum, die dir Sicherheit geben.

Du willst nur Dinge tun, die dir Spaß machen. Wenn du keine Freude oder andere positive Emotionen bei etwas empfindest, verlierst du schnell das Interesse.

Das hast du nun alles von mir. Und da sind noch viele Eigenschaften von Papa. Und der Rest kommt nur aus dir, von dir ganz alleine. Daraus machst du ein ICH. Du bist so wie du bist. Und so bist du richtig. Bitte merke dir das, bitte vergiss das niemals!

Du musst nicht Fußball im Verein spielen, nur weil du ein Junge bist. Weil das Jungs eben so machen. Du hast schon oft gesagt, dass du das nicht möchtest. Du magst den Wettbewerb nicht. Du magst keine Rivalität und erst Recht keinen Kampf (um den Ball). Du willst nicht Fußball spielen, das ist vollkommen in Ordnung für mich.

Du willst nicht in deinem Hochbett schlafen, weil du eines Abends dort eine sehr schlechte Erfahrung gemacht hast. Unter dem Hochbett, auf deiner alten Kindermatratze, da fühlst du dich wohl. Da ist es kuschelig wie in einer Höhle, und wenn du was brauchst, musst du nicht erst eine Leiter hinunter steigen. Du hast Niemanden um ein Hochbett gebeten, deine Idee war´s nicht. Du warst total zufrieden mit deinem alten Kinderbett. Recht hast du, dann bleibst du eben unten.

Du kannst super gut Roller fahren. Du interessierst dich sehr für Mineralien und Steine, sammelst und sortierst sie, liest Bücher darüber. Manche Dinge traust du dich sofort, wie z.B. das Klettern an der Kletterwand im Urlaub. Oder bei einem Kinderlauf mitzumachen. Anders bei Dingen, die dich verunsichern. Taekwondo war so etwas. Der Ton dort war laut und militärisch, Gefühle wurden total ignoriert. Nein, das war nicht dein Sport.

Die meisten Jungs in deiner Klasse üben schon mindestens 1 Sportart aus, meistens Fußball, aber auch Tennis oder Judo. Du hast noch keine Begeisterung für etwas finden können, also warten wir einfach ab. Ich denke, es kommt irgendwann von alleine. Ich habe als Kind tatsächlich erst in jungen Teenagerzeiten einen Sport entdeckt, der mir gefiel. Ich denke, dass es dir gut tun würde, ja, da bin ich mir sicher.

Aber ich werde dich nicht in die Erwartungen der Gesellschaft zwängen. Ein Junge spielt Fußball! Ein Junge hat keine Angst! Stell dich nicht so an!

Nein, das alles sage ich nicht zu dir, werde es nie tun. Und ich hoffe auch, dass Niemand anders dir je das Gefühl geben wird, dass du so wie du bist, nicht richtig bist.

Keine Erwartungen. Keine Schubladen. Kein Zwang, was aus dir werden soll.

Nur eines: glücklich sollst du sein. Ja, das ist meine Erwartung an dich.

Bitte sei glücklich. So wie du bist.

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Partytime!

Eure Geburtstagparty mit all euren Freunden war am Samstag. Wir hatten das perfekte Wetter, es war nicht zu heiß, nicht zu kalt und den ganzen Tag trocken.

8 Kinder waren geladen, mit euch beiden waren es also 10 energiegeladene Partymäuse! Ich hatte ausmalbare Tischsets besorgt, die ihr ausgemalt habt, bis endlich alle da waren, dann gab es Kuchen und ein spontanes Kirschkerne-Weitspucken. Papa hat eine ganz tolle Schatzsuche für euch vorbereitet, das war die Hauptattraktion des Tages. Die Schatzsuche dauerte mit Rückweg fast zwei Stunden und war ein voller Erfolg. Wieder zu Hause, total erledigt und erschöpft, haben sich alle über das Eis hergemacht während ihr beiden Geburtstagskinder die Geschenke aufgemacht habt.

Danach haben wir diverse Spiele gespielt: Süßigkeiten-Memory, Äpfel schnappen, Eiswürfelwanderung und Süßes an der Schnur. Dazwischen wurde immer mal wieder im Garten herumgetobt und fangen gespielt. Am Ende gab´s dann Pizza und die Tischsets wurden weiter bemalt, langsam kehrte ein bisschen Ruhe ein. Um 18.30 wurde dann der letzte Gast abgeholt, ihr beide durftet fernsehen, während Papa und ich das Chaos beseitigt haben.

Ihr hattet einen tollen Tag mit euren Freunden – dafür hat sich der Stress gelohnt.

Mama und Papa lieben euch über alles!

7

Zwei Wochen haben wir im schönen Griechenland verbracht, 14 wundervolle Tage mit 31Grad und purem Sonnenschein. Max und Emma sind 7 Jahre alt geworden und durften ihren Geburtstag am Meer feiern. Der Geburtstag der Kinder fällt immer in die Pfingstferien, die zwei Glücklichen haben es gut!

Nur noch 5 Wochen, dann ist das erste Schuljahr vorbei und meine Kinder kommen in die zweite Klasse! Es ist unfassbar, hat die Schule nicht gerade erst begonnen?

Vatertag

 

Es gibt eine Person in unserer Familie, die ich hier immer nur am Rande erwähnt habe, und das will ich am heutigen Vatertag unbedingt ändern.

Mein Mann ist ein toller Papa. Ein richtig toller. Er ist für jeden Spaß zu haben. Er nimmt die Kinder ernst. Er ist da und tut was er kann. Er bringt den Kindern viel bei, erklärt ihnen die Welt. Er sorgt sich um sie. Er ist liebevoll. Er ist selber oft noch Kind und deshalb der Allerbeste, wenn es ums Spielen geht. Die Kinder lieben ihn über alles. Vor allem für Max ist er ein Held. Er verbringt jede freie Minute mit ihnen.

Ich wollte mit den Kindern etwas für ihn basteln, eine “Merci” Packung mit all den tollen Eigenschaften verzieren, die ihn als Papa ausmachen, allerdings aus Sicht der Kinder. Die waren begeistert bei der Ideensammlung dabei, und das kam dabei heraus:

Lieber Papa, danke für…

  • spielen
  • kuscheln
  • lustig sein
  • lieb sein
  • Ausflüge machen
  • bei McDonalds essen
  • toll erklären
  • grillen
  • Hobbykeller
  • Hasenpizza essen
  • kochen
  • Mama helfen
  • toll kitzeln
  • mit uns frühstücken

Danke, dass du immer da bist. Wir lieben dich!

Emma my love

Mäuslein, ich bin dir noch einen Liebesbrief schuldig. Für deinen Bruder habe ich bereits einen verfasst, nun bist du – mit geringer Verzögerung – an der Reihe. Schließlich muss ich als Zwillingsmutter immer gerecht sein und aufpassen, dass sich niemand vernachlässigt fühlt.

Seitdem Papa dir Inlineskates gekauft hat, verging kein Tag, an dem du sie nicht benützt hast. Ja, sogar im Regen bist du gefahren, umso lustiger mit Regenschirm, nicht wahr? Anfangs hast du eisern jeden Tag geübt, bist oft hingefallen, aber sofort weitergefahren. Du hast es wirklich schnell gelernt und ein richtiges Talent dafür.

Du bist ein richtig tolles Schulkind geworden. Ich liebe es, wenn du liest. Nicht nur, weil ich hoffe, dass du und Max Leseratten werden wie eure Mama, sondern weil es auch schön ist, dir dabei zuzuhören. Du liest meistens laut vor, während Max leise für sich liest. Gerade beginnt ihr in der Schule mit der Schreibschrift, was dir sehr gut gelingt, weil du gerne komplexe Dinge mit einem Stift vollbringst. Ich liebe deine kleinen Nachrichten, die du auf deine Bilder schreibst.

Du hast sehr liebe Freundinnen in der Schule und auch ein paar Jungs, die du gerne magst. Du bist ein sehr beliebtes Mädchen und wirst oft gefragt, ob du Zeit hast zum spielen nach der Schule. Heute zum Bespiel nehme ich wieder deine beiden besten Freundinnen mit nach Hause, Estella und Kiana. Ihr drei passt super zusammen. Mit Estella gehst du jeden Montag ins Ballett, was dir großen Spaß macht.

Einfach jeder mag dich, du gehst ganz offen und neugierig auf andere Menschen zu, bist sehr freundlich und kontaktfreudig. Deine Stimmungsschwankungen lebst du eigentlich nur zu Hause aus, da knallt es manchmal ordentlich zwischen uns. Du bist schon immer ein sehr anspruchsvolles Kind gewesen, sehr emotional, temperamentvoll, sehr dickköpfig, aber auch so liebevoll, so anhänglich, so voller Gefühl. Du zeigst und sagst mir jeden Tag, wie sehr du mich liebst und das ist etwas ganz Besonderes. Du trägst dein Herz nach Außen.

Warum ich hier immer seltener schreibe, hat zum Großteil mit dir zu tun. Denn die letzten 2 Monate waren nicht leicht für mich. Wir haben ein Problem mit dir, über das ich nicht öffentlich schreiben werde, das ist zu privat. Wenn du das mal lesen wirst, eines Tages, wirst du wissen, was ich meine. Mich hat dieses Problem sehr stark getroffen, so stark, dass mir jedes anderes Thema zu trivial vorkam, um darüber zu schreiben. Also schrieb ich gar nicht mehr. Das Problem ist noch lange nicht gelöst, aber wir arbeiten daran. Und ich habe es verarbeitet. Akzeptiert, dass es da ist und – hoffentlich nur kurzzeitig – zu unserem Leben gehört.

Aber dahin zu kommen war nicht leicht für mich, Emma.

Resultierend aus diesem Problem haben wir u.a. einen IQ Test mit dir machen lassen und das Ergebnis hat mich nicht sehr gewundert, denn du bist sehr schlau. Wusste ich ja schon immer. Besonders in zwei Bereichen bist du überdurchschnittlich intelligent. Im “logischen Denken” hast du einen Wert von 125 erreicht, und in “Verarbeitungsgeschwindigkeit” einen Wert von 126. Das ist sehr hoch für ein Kind in deinem Alter. Deshalb bekommst du jetzt jede Menge Rätselhefte und Mathehefte, die du sehr gerne durcharbeitest und große Freude daran hast. Während andere Kinder es sicherlich als Bestrafung ansehen würden, nach einem langen Tag in der Schule noch extra Matheaufgaben zu lösen, macht es dir große Freude.

Du warst schon immer ein Kind, dass sehr lange zum Einschlafen braucht. Und generell wenig Schlaf benötigt, also ein “Wenig Schläfer” eben. Schon als Baby hast du beim Spaziergang im Kinderwagen 30-40min gebraucht, um einzuschlafen. Während dein Bruder sofort einschlief und da gerade wieder wach wurde. Das hat sich bis heute nicht verändert, es ist sogar Schlimmer denn je. Wir sind bei 21.30 Uhr angekommen, bis du endlich in den Schlaf fällst. Manchmal sogar 22.00Uhr. Mama hat gar keine Zeit mehr für sich und erst recht nicht für Papa. Es nervt mich, Emma. So kann es nicht weiter gehen. Ich bin mir sicher, du könntest auch 1 Std früher einschlafen, aber du lässt es nicht zu. Du machst dich ganz bewusst wieder wach und kämpfst gegen die Müdigkeit an, erfolgreich. Und ich kann dich nicht zum Einschlafen zwingen, nur begleiten. Ich weiß auch, dass du das nicht machst, um irgendjemanden zu ärgern. Dazu bist du viel zu lieb. Du lebst gerne, du lachst gerne, du bist gerne im Hier und Jetzt, mit allen deinen Sinnen, hellwach und bereit, alles aufzusaugen. Bis spät in die Nacht, wenn es nach dir geht.

Bald werdet ihr 7, ihr zwei beiden. Wir werden euren Geburtstag im Urlaub feiern und eine Kinderparty nachträglich veranstalten. Du erzählst jedem, dass du 4x Geburtstag feiern darfst, ob es derjenige hören will, oder nicht. 1x im Urlaub, 1x mit Omas und Opa, 1x mit deinen Freunden und dann noch 1x in der Schule. Ganz viel Lego wünschst du dir und einen Schokoladenkuchen. Das kriegst du auch, mein Schatz, und noch vieles mehr.

Es ist schwer, Gefühle auszudrücken, die so tief sind, so essentiell. Ich könnte ohne dich nicht mehr leben, Emma. Keinen einzigen Tag. Ich liebe dich mit jeder Faser meines Körpers.

Deine stolze Mami

 

 

Das lang ersehnte Seepferdchen

Ich hatte ein bisschen Sorge, dass meine Mäuse unsere Osterferien doof finden würden, denn eigentlich waren es keine richtigen Ferien im klassischen Sinne – Mama und Papa mussten nämlich beide arbeiten.

Aber da hatte ich sie mal wieder unterschätzt.

Die Ferien standen unter dem Motto „Wir wollen/müssen unser Seepferdchen schaffen“. Den Schwimmkurs hatte ich schon vor Monaten gebucht und nun sollte es endlich los gehen. Wer hier schon länger liest, weiß, dass es unser dritter Schwimmkurs werden sollte. Der erste war viel zu früh und der Schwimmlehrer noch dazu eine Katastrophe – der Kurs war total für die Katz! Der zweite Schwimmkurs war super, obwohl wir aufgrund des 1. Reinfalls bei null anfangen mussten.

Nun hatten wir also jeden Tag um 16.20 Schwimmunterricht, 10 Tage lang. Und – wie der Titel euch schon verraten hat – wir haben es geschafft! 25m frei schwimmen, ins Becken springen und nach einem Reifen tauchen! Check!

Ich war total aufgeregt am letzten Tag, bestimmt deutlich aufgeregter als die Kinder, da ich bei einem meiner Mäuse ein bisschen Bedenken hatte. Aber es klappte hervorragend und ich war so stolz! Bin es noch!

Ich habe so lange hin und her überlegt, ob ich schon wieder einen Kurs machen soll, ob die Ferien wirklich der beste Zeitpunkt sind, ob ich wieder Geld zum Fenster raus schmeißen würde, habe sehr lange nach dem richtigen Kurs (Ort, Tageszeit etc.) recherchiert und am Ende doch einen Volltreffer gelandet. Unsere Schwimmtrainerin war super und der Kurs war genau die richtige Mischung aus „im Wasser spielen und planschen“ und Kondition aufbauen und schwimmen trainieren. Kann ich nur empfehlen.

In der zweiten Ferienwoche waren meine Kinder zum ersten Mal in einer Ferienbetreuung und auch das haben sie ganz toll gemacht! Während andere Kinder sich weigerten, in die Betreuung zu gehen und so lange gezetert haben, bis die Eltern die Kinder zähneknirschend zu Hause ließen (was mir besagte Mutter selbst berichtete), gingen meine Kin der dort sehr fröhlich hin, kamen vergnügt zurück und sagten am letzten Tag sogar, wie sehr sie die Zeit dort vermissen werden. Mann, ich hab echt so tolle Kinder, oder??

Ansonsten durften meine Mäuse endlich mal Mamas Büro sehen und mich dort besuchen kommen und auch dabei zeigten sie sich von ihrer zuckersüßesten Seite! Sie zeichneten ihre ersten eigenen Artworks und meine Kolleginnen waren hin und weg von meinen beiden.

Die Osterfeiertage verbrachten wir wie üblich bei Oma und Opa, wo wir vermutlich das letzte Mal den Osterhasen zelebriert haben, denn werde ich sie demnächst aufklären müssen, wer wirklich die Nester versteckt. 🙂

Aber so schön die Ferien für die Kinder auch waren, wir können alle die Pfingstferien gar nicht mehr erwarten, denn dann kommen wir endlich mal wieder ans Meer!

2017-04-24 14_30_56-Katrin Stein (@katrin.stone) • Instagram-Fotos und -Videos - Internet Explorer